V wie Vendetta

Die nahe Zukunft: ein totalitäres Regime unter der Führung eines unbarmherzigen Kanzlers hat die Macht übernommen. Die Bürgerrechte sind erheblich eingeschränkt, Privatgespräche werden abgehört. Klingt ein wenig nach USA. Aber mal Scherz beiseite: wir befinden uns in London und der immer wütende Kanzler hört auf den Namen Adam Sutler (John Hurt). Sein unmenschliches Regime zu stürzen ist die Aufgabe des maskierten Rächers „V“ (Hugo Weaving), der einen Anschlag auf Regierungsinstitutionen plant. Ihm – zunächst eher unfreiwillig – zur Seite steht die junge Evey Hammond (Natalie Portman), deren Eltern sich gegen das Regime auflehnten und dabei zu Tode kamen. Verfolgt werden sie von den Häschern Creedys (Tim Pigott-Smith), dem grimmigen Handlanger Sutlers, und dem Polizisten Eric Finch (Stephen Rea).

Hier die Single-DVD.

Was sich zunächst als x-te Version von George Orwells 1984 mitsamt bekanntem Big Brother-Schema anhört, entpuppt sich sehr schnell als eigenständige und vor allem erfrischend intelligente Verfilmung eines Comics von Alan Moore (Watchmen, From Hell, League of Extraordinary Gentlemen). Für das hervorragende Drehbuch zeichneten Larry und Andy Wachowski verantwortlich, die beiden Macher der Matrix-Trilogie, deren erster Teil bis heute vergöttert wird. Die Fortsetzungen Matrix Reloaded und Matrix Revolutions spalteten jedoch die Fangemeinde – von den einen heiß geliebt, von den anderen als inhaltsleeres pseudo-philosophisches Geschwafel mit Actiongarnitur abgestempelt. Doch V wie Vendetta wird Kritiker zum Verstummen gebracht und verschreckte Matrix-Fans wieder besänftigt haben. Regie führte James McTeigue, der nur Insidern als Second Unit Director der Matrix-Trilogie und Star Wars:Episode 2 bekannt sein dürfte.

Und hier das schicke Steelbook.

Auch wenn V for Vendetta durchaus anspruchsvoll und angenehm unaufdringlich gesellschaftskritisch gemacht ist, werden auch Freunde gut gemachter Action nicht zu kurz kommen. In jeder Minute sieht man dem Film sein durchaus üppiges $50 Mio.-Budget an, was auch der guten Kameraarbeit von Adrian Biddle, der z.B. 1986 an James Camerons Aliens und 2002 an Rob Bowmans Reign of Fire mitwirkte, zu verdanken ist. Leider verstarb der Director of Photography kurz nach Drehschluss. Die exzellente Darstellerriege kann sich ebenfalls sehen lassen: Natalie Portman macht ihre durchschnittlichen Star Wars-Auftritte vergessen und Hugo Weaving spielt den Mann unter der starren Maske so hervorragend, dass einem gar nicht auffällt, dass er diese niemals abnimmt.

V for Vendetta ist hochspannendes, packendes und intelligentes Actionkino wie man es heutzutage nur noch selten im Kino antrifft. Da kann man durchaus darüber hinwegsehen, dass die Extras der DVD nicht sonderlich umfangreich sind. Unbedingt kaufen (am besten das schicke Steelbook) und ansehen!

(5 von 5 Pkte)

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