Umschwung auf dem Arbeitsmarkt? Experten rechnen mit steigender Arbeitslosenzahl

Eine aktuelle Konjunkturprognose besagt, dass es 2020 wieder mehr Arbeitslose in Deutschland geben wird – zunächst allerdings nur in Maßen.

30.000 Erwerbslose mehr

Wie das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in einer aktuell veröffentlichten Konjunkturprognose bekanntgab, rechnen die Konjunkturexperten mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen im kommenden Jahr – das wäre das erste Mal seit sechs Jahren. Laut Prognose wird sich die Zahl um 0,1 Prozent erhöhen: von 5,0 Prozent im laufenden Jahr auf 5,1 Prozent in 2020. Konkret würde der Anstieg etwa 30.000 Personen betreffen.

Schwaches Wachstum als Ursache

Das IMK sieht die Gründe für den leichten Anstieg in der internationalen Wirtschaftslage. Die anhaltenden Konflikte im Welthandel, die nach wie vor bestehende Unsicherheit durch den immer noch ausstehenden Brexit sowie die kriselnden ökonomischen Beziehungen zu China belasten die deutsche Wirtschaft. Ihr Erfolg ist traditionell sehr vom florierenden Export abhängig. Kommt es hier zu weiteren Einbußen, schlägt sich das womöglich negativ auf den Arbeitsmarkt nieder.

Schwächelndes Bruttoinlandsprodukt

Für das Jahr 2019 erwarten die Konjunkturexperten beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein Plus von gerade mal 0,5 Prozent. Beim Wachstum für das kommende Jahr prognostizieren die Wirtschaftsforscher aus Düsseldorf ein Plus von 0,8 Prozent. Dabei spielt laut Prognose die größere Anzahl an Arbeitstagen im kommenden Jahr eine Rolle. Ohne sie würde das BIP in 2020 wohl nur um 0,4 Prozent ansteigen.

Binnenwirtschaft bleibt stabil

Die Prognose zum Jahreswechsel weist auch darauf hin, dass die Binnenwirtschaft nach wie vor ein maßgeblicher Faktor für die wirtschaftliche Stabilität des Landes ist. Zusammen mit den laufenden Konsumaufwendungen des Staates sowie den Investitionen in den Wohnungsbau war im Jahr 2019 besonders der Konsum der Privathaushalte ein wesentlicher Wirtschaftsmotor. Der Grund hierfür sind gestiegene Lohnzuwächse. Dieser Trend wird wohl auch im kommenden Jahr anhalten, so die Konjunkturexperten.

Wenig Änderungen in 2020

Laut IMK-Prognose wird sich in den nächsten zwölf Monaten wohl wenig an der konjunkturellen Lage ändern. Allerdings wird der jahrelange Anstieg bei den Beschäftigungszahlen im Laufe des kommenden Jahres seinen Zenit erreichen. Sozialversicherungspflichtige Jobs werden im Zuge dieser Entwicklung noch leicht zunehmen, während die Zahl der Selbstständigen und geringfügig Beschäftigten abnehmen wird.

Insgesamt schaut die Prognose eher pessimistisch in die Zukunft: Wegen des außenwirtschaftlich schwierigen Umfelds überwiegen konjunkturell zurzeit die Abwärtsrisiken für die deutsche Wirtschaft.

Bildnachweis: Pixabay, 2157225, andreas160578

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