+++ Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) leitet ein Prüfverfahren gegen RTL und "Deutschland sucht den Superstar" ein. Begründung: Beleidigungen und Bloßstellungen der Kandidaten sowie "unterstes Sprachniveau" des Jurymitglieds Dieter Bohlen könnten Kinder und Jugendliche, die zwischen 20.15 und 21.15 zahlreich vorm Schirm sitzen, in ihrer Entwicklung beeinträchtigen. "Antisoziales Verhalten wird hier von einer Identifikationsfigur wie Bohlen als cool und erfolgversprechend dargestellt", urteilt der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring.
Warum die Aufregung? Unser TV-Programm bietet von morgens bis abends so genannte Vorbilder an, die sich unsozial, ethisch fragwürdig oder sogar kriminell verhalten. Bei Viva sinds dämliche Rapper, die Geld, Macht und Goldketten predigen, bei RTL II Ernährungsexperten, die übergewichtige Kinder quälen, bei ProSieben werden alkoholkranke Hollywood-Teeniestars vorgeführt, auf (fast) allen Kanälen wird die neueste Kapriole einer notorischen Society-Knalltüte zur Nachahmung empfohlen. Und RTL hat eben Großmaul Bohlen. Nützlicher als mit dem Finger auf den bösen Dieter zu zeigen wäre es, der Frage nachzugehen, was über 51 Prozent der 14- bis 29-Jährigen (so viele gucken "DSDS", auch heute Abend wieder) eigentlich an dieser Art Fernsehen fasziniert.
+++ Harald Schmidt hat fast alle Promis für seine Neuauflage der Rateshow "Pssst" zusammen. Ab 14. Februar raten im Vorabendprogramm des Ersten unter der Leitung von Schmidt Charlotte Roche, Nathalie Licard, Manuel Andrack, Herbert Feuerstein, Anette Frier, Nora Tschirner, Kurt Krömer, Piet Klocke, Christine Westermann, Frank Plasberg, Ingolf Lück und Oliver Pocher. Zwei weibliche Promis werden noch gesucht.
+++ Als dritten Kandidaten für den "Grand Prix Vorentscheid" am 8. März schickt das Erste den Alt-Softrocker Heinz-Rudolf Kunze ins Rennen um die Teilnahme am Finale in Helsinki. Die singende Brille dürfte chancenlos sein: Sie tritt gegen Roger Cicero und Monrose an. Warum überhaupt Kunze? "Ausschlaggebend war die musikalische Qualität und die Tatsache, dass die Kandidaten sehr unterschiedliche Stile repräsentieren", begründen die ARD-Unterhaltungschefs ihre Wahl. Ich dachte, es ginge darum, einen international erfolgversprechenden Act auf die Bühne zu stellen.
+++ "Boston Legal" startet heute Abend (22.05, VOX) in die zweite Staffel. Stargäste der Episode "Die schwarze Witwe": Heather Locklear und Rupert Everett. Sie gibt eine gerissene Mordverdächtige, er einen Anwalt mit Vergangenheit.
