Trauma: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Von Traumatisierungen und Trauma als Ursachen für Störungen der Seele, des Geistes und des Körpers spricht mittlerweile nicht mehr nur die Psychologie. Aber was ist der Auslöser eines Traumas, was ist ein traumatisches Ursprungsereignis, und wie kann ich ein Trauma bewältigen?

Auslöser für Traumatisierungen können vollkommen verschiedener Art sein. Die folgende Aufzählung versteht sich keinesfalls als vollständig:

  • Verlust naher Angehöriger oder Freunde,
  • Krankheiten,
  • Stürze, Unfälle,
  • Vergewaltigung,
  • Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung,
  • Miterleben von Gewalttätigkeiten,
  • Naturkatastrophen,
  • Technische Katastrophen z. B. Feuer,
  • Berufsbedingte Katastrophen bzw. Einsätze (Militär, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und andere Helfer),
  • berufsbedingte Unfälle,
  • Kriegsteilnahme oder
  • medizinische Behandlungen, OPs.

Es kann aber genauso gut sein, dass beliebige Erlebnisse des Kindes, wie die Geburt eines Geschwisterkindes, oder ein kleinerer Unfall, oder immer wiederkehrende Streitenergie der Eltern zu späteren erheblichen Einschränkungen des Wohlbefindens führen.

Erst das Trauma, dann die Chance das Trauma bewältigen zu können

Um ein Trauma zu bewältigen, ist folgendes Grundverständnis hilfreich, das die Bewältigung um vieles vereinfacht und erklärt, warum bestimmte Ereignisse für manche Menschen traumatische Folgen haben, und für andere nicht: Eine Traumatisierung vollzieht sich in drei Schritten, wenn es im späteren Leben Spuren hinterlässt:

  1. Ein äußeres Ereignis findet statt, das denjenigen persönlich betrifft. Das kann eines der Ereignisse sein, die oben beschrieben sind, und primär meistens nicht von dem Betreffenden bewusst ausgelöst werden, sondern „ihn von außen treffen“.
  2. Der Betreffende entscheidet, meist unterbewusst, wie er zu dem Ereignis steht. Wenn er z.B. völlig überfordert ist das Ereignis emotional oder psychisch zu verarbeiten, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch eine Traumatisierung mit entsprechenden Folgen zu erleiden. Die unterbewusste Entscheidung lautet: „Ich bin überfordert„. Wird eine andere Entscheidung getroffen, z.B. „Das berührt mich nicht„, wird das Ereignis als ganz normale Erinnerung im Leben gespeichert; es erfolgte keine Traumatisierung.
  3. Der Betreffende erlebt seine Entscheidung als Überzeugung, die sein Leben prägt. Eine Entscheidung „Ich bin überfordert“ lebt sich jetzt auch in anderen Lebensbereichen aus – der Mensch ist traumatisiert.

Das Wissen darum, dass Schritt 2 stattgefunden hat – die eigene wenn auch unterbewusste Entscheidung, so und nicht anders zu sein -, führt zu der Möglichkeit, das Trauma als an dieser Stelle selbst initiiert zu definieren. Diese Sichtweise ermöglicht ganz praktisch die Traumatisierung im Nachgang zu untersuchen, aufzudecken und die zugrunde liegende Entscheidung zu verändern. Dabei kommt es nicht darauf an, wie lange das Ereignis zurück liegt, und wie tief die Überzeugungsstruktur im Verborgenen liegt – im Unterbewusstsein.

Bei wem sich Traumatisierungen posttraumatisch auswirken und wer sein Trauma bewältigen will, kommt um professionelle Hilfe nicht herum.

  • Psychologische und psychotherapeutische Hilfen sind geeignet, um auf Ursachenforschung zu gehen. Manchmal lösen sich Traumatisierungen auch bereits, wenn sie entdeckt werden.
  • Hypnose kann helfen, wenn der Hypnotiseur darin geübt ist auf Ursachenforschung im Unterbewusstsein zu gehen, und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren, also ungesunde Entscheidungen zu lösen, ohne neue Entscheidungen einzupflanzen. Das sollte von keinem Außenstehenden gemacht werden. Der Mensch ist für sein Unterbewusstsein selbst verantwortlich.
  • In der Genesis-Therapie wird das Wach-Bewusstsein in die Entscheidungsstrukturen des Unterbewusstseins mitgenommen und destruktive Entscheidungsmuster werden gelöscht.
  • Für tiefergehende Traumatisierungen, für die die Ursachenstrukturen mit herkömmlichen Methoden nicht erkannt werden können, können alternativ-therapeutische Verfahren wie Rückführungen mit Heilansatz, Familienstellen oder schamanisches Heilen in Betracht gezogen werden.

4 Meinungen

  1. Warum Trauma´s entstehen liegt in der gentisch manifestierten Grundpersönlichkeit begründet!

    Weshalb reagiert jeder Mensch anders auf bestimmte Situationen?
    Eigendlich ganz einfach, denn jeder Mensch ist anders und hat seine individuelle Persönlichkeit und Charakterzüge, sowie eine ganz individuelle Prägung und Lebenserfahrungen hinter sich. Daher kann man sich nie sicher sein, wie ein Mensch bestimmte Erfahrungen wahrnimmt und dann verarbeitet. Neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung und Motivationspsychologie kommen der Individualität eines Menschen aber immer näher. Mehr zu diesem Thema: http://amzn.to/iLue6v

  2. Ich kann mich dem Kommentar meines Vor-Kommentators nicht anschliessen weil genetische Grundpersönlichkeiten sicherlich ein Faktor sein können, aber nicht müssen. Situationsbedingt kann sich ein Trauma immer ausbilden oder nicht, hängt es zu sehr vom Umgang selbst und der Umgebung ab hilflos zu sein, sich zu fühlen, oder zu werden. Es nur auf Charakter und Persönlichkeit runter zu brechen ist traumatisierten Personen gegenüber nicht gerecht.

    Schöner Beitrag, mir selbst fehlt allerdings der Unterschied wann ein Trauma entsteht, und wann nicht. Den in der gleichen Situation können Personen unterschiedlich reagieren und traumatisiert werden und oder nicht. Abhängig von der eigenen Hilflosigkeit u.a.

  3. Danke für die Kommentare. Die genetische Struktur des Menschen wird, wie man vor noch nicht allzu langer Zeit festgestellt hat, direkt von der Umwelt und den entsprechenden Rahmenbedingungen unter denen man aufwächst oder lebt beeinflusst. Dabei greift der Einfluss der Umwelt durch sogenannte „Methylierungen“ in die Epigenetik ein – also ein Bereich, der nicht die grundlegenden Gene betrifft, sondern Genpotential „lahmlegt“. Unser genetisches Potential ist demzufolge viel größer als bei den meisten Menschen gelebt. Durch Auflösung von Traumatisierungen oder Verändern von Lebensumständen, Ernährung etc. werden Methylierungen wieder verändert oder gelöst. Wir können also unser inneres Potential wieder freilegen, und sind der Genetik nicht ausgeliefert, was ich auch durch obenstehenden Beitrag verdeutlichen wollte. Stammzellen haben übrigens noch keine Methylierungen, bei späteren Zellteilungen wird aber die Methylierung, also die Prägung über frühere Umwelteinflüsse mit übertragen. Einen schönen Beitrag über diese Methylierungen findet man hier: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73107925.html
    Auf die Frage: Wann entsteht ein Trauma und wann nicht, kann man aus meiner Erfahrung tatsächlich nur antworten: Das entscheidet der Mensch oder das Kind individuell. Für manche entsteht bei dergleichen Situation ein Trauma, für andere nicht. Da ich seit Jahren in meiner schamanischen Heilpraxis mit traumatisierten Klienten arbeite, stellen sich natürlich Querverbindungen im „karmischen Bereich“ her, also aus früheren Leben. Aber das ist für den wissenschaftlich geprägten Menschen der westlichen Welt oft schwer nachvollziehbar. Deshalb habe ich mich in diesem Artikel darauf beschränkt, das aus meiner Sicht für die LÖSUNG DES TRAUMAS wesentliche herauszuarbeiten, aus der Erfahrung der Praxis: Wenn wir die Entscheidung im Inneren des Menschen als selbst erzeugt akzeptieren (Schritt zwei bei der Entstehung des Traumas wie oben beschrieben, leider leicht verändert durch die Redaktion), dann kann an dieser Stelle – später – im Unterbewusstsein des Menschen eine neue Entscheidung stattfinden. Um dort ranzukommen, haben wir die Genesis-Therapie entwickelt, es gibt sicher auch andere Methoden.
    Und um den Absatz oben unter Punkt 2 noch mal zu kommentieren: Der Mensch oder das Kind kann an dieser Stelle alle möglichen Glaubenssätze oder Überzeugungen bilden, nicht nur „Ich bin überfordert.“ Da ist extrem individuell und von Mensch zu Mensch verschieden. Und diese Entscheidung lässt sich rückgängig machen, indem man diesen Glaubenssatz loslässt. Dazu braucht man freilich die entsprechenden Techniken als Therapeut oder Heiler, um den Klienten zu begleiten, die sich aber erlernen lassen. Die Lösung ist auf jeden Fall möglich, und da ich Praktiker bin, interessiert mich vor allem der Erfolg. Herzliche Grüße Andreas Graf

  4. Vielen Dank für die Zusammenfassung. Nur: lassen Sie um Gottes Willen die Finger davon, bei einer echten PTBS eine Rückführung zu machen! Hier muss eine profunde Traumatherapie stattfinden. Hilfreich sind wie Sie ja richtig sagen,

    1. Hypnosetherapie (aber hier ist wichtig zu prüfen, dass auch wirklich eine gute Ausbildung absolviert wurde entweder bei der M.E.G. oder dem DGH e.V.)

    und ich kann mir nicht erklären, warum Sie dieses Verfahren nicht nennen:

    2. EMDR ist das seit 2006 vom wissenschaftlichen Beirat anerkannte Verfahren zur Behandlung einer Posttraumatischen Belastungs-Störung.

    Bei der Geburt eines Geschwisters spricht man von Mikrotrauma. Das kann nicht das Ausmaß einer PTBS auslösen. Hier können Sie meinetwegen eine Rückführung machen. Ein Trauma (ob Mikro- oder Makrotrauma) hat immer mit einer Störung der Emotion zu tun. Hier rein mit Glaubenssätzen zu arbeiten wird nicht wirksam sein. Es muss ein Verfahren zur Anwendung kommen, mit Hilfe dessen die eingefrorenen Emotionen mobilisiert werden können. Was auch hilft ist

    3. Somatic Experience nach Peter Levine

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