Initiativbewerbung: Tipps und Tricks zur unaufgeforderten Bewerbung

In der Realität sieht die Sache natürlich meistens anders aus: Sie suchen einen Job. Sie haben eine bestimmte Vorstellung davon, was Sie gerne machen möchten, finden aber zurzeit keine passenden Stellenausschreibungen. Also recherchieren Sie, welche Unternehmen infrage kommen und schicken Ihre Bewerbungsunterlagen auf gut Glück ab. Vielleicht sind Sie sogar schon so verzweifelt, dass Sie ohne konkrete Vorstellungen davon, wie die Stelle aussehen sollte, halbwegs blind Ihre Bewerbungen verschicken – eine Initiativbewerbung hier, eine da. 

Das macht alles gar nichts, denn eine Initiativbewerbung ist eine große Chance, sich bei einem potentiellen Arbeitgeber ins Gedächtnis zu brennen und dessen Neugierde zu wecken. Hier dürfen Sie ruhig mal ein wenig von der ansonsten strengen Form abweichen und Ihren Charme spielen lassen. Sogar ein wenig Spinnerei ist erlaubt – Hauptsache, sie passt zu Ihrer Persönlichkeit und zum Auftreten des Unternehmens. 

Initiativbewerbung: So wirds gemacht!

1

Machen Sie sich schlau

Mehr als bei jeder anderen Bewerbung gilt bei der Initiativbewerbung, dass sie individuell auf das Unternehmen zugeschnitten sein muss. Sie dürfen auf keinen Fall den Eindruck erwecken, es sei Ihnen egal, wo Sie arbeiten. Für Sie kann es nur ein Unternehmen geben – genau dieses. 

2

Machen Sie den Hof

Der große Meister der Bewerbungen war nie im Bereich der Jobsuche tätig – Casanova. Er schrieb „Die Liebe besteht zu drei Vierteln aus Neugier“. Und genau das ist es, was Sie wecken wollen – Neugier. Bei einer Initiativbewerbung muss der Abschnitt über das Unternehmen, das Sie anschreiben und warum Sie glauben, dort gut hinein zu passen, besonders lang ausfallen. Übernehmen Sie ruhig Formulierungen aus der Selbstdarstellung des Unternehmens und Münzen Sie diese auf sich selbst um. Nennen Sie mindestens einen größeren Erfolg aus der jüngeren Unternehmensgeschichte und schreiben Sie, warum dieser Sie beeindruckt hat. Sie dürfen ruhig etwas dick auftragen – Sie wollen ja glaubhaft machen, dass das Unternehmen Sie haben will, auch wenn es zurzeit eigentlich niemanden braucht. Allerdings sollten Sie das Maß im Auge behalten – zwischen Anbiederei und höflicher Wertschätzung liegt mitunter ein schmaler Grad

3

Lassen Sie Sorgfalt walten

Eine unangefragte Bewerbung muss mindestens so pingelig genau und fehlerlos ausgeführt werden, wie eine Bewerbung auf eine Stellenanzeige. Vergessen Sie nicht: man ist eigentlich nicht auf der Suche, warum sollte man da jemanden nehmen, der nicht wirklich alles gibt? Achten Sie vor allem darauf, dass keinerlei Fragmente noch aus alten Anschreiben noch enthalten sind, die durchblicken lassen, dass Sie sich auch bei anderen Unternehmen bewerben. 

4

Lassen Sie Persönlichkeit durchblicken

Gerade wenn das Unternehmen eigentlich niemanden sucht, müssen Sie sich als Person begehrlich machen. Zeigen Sie so viel Humor wie für den jeweiligen Arbeitgeber angemessen ist und lassen Sie gegebenenfalls ein neues Bewerbungsfoto machen. Auf der Unternehmensseite werden alle Mitarbeiter in einem roten Overall, aus der extremen Vogelperspektive oder mit einem Firmenprodukt in der Hand gezeigt? Dann kopieren Sie diese Idee – mit einem charmanten Lächeln!

5

Seien Sie aufdringlich auf die nette Art

Wenn die Bewerbung verschickt ist warten Sie nicht zu lange mit dem telefonischen Nachhaken. Nach etwa zehn Tagen sollten Sie das erste Mal anrufen. „Guten Tag, ich habe da neulich eine Bewerbung geschickt. Ich wollte mich nur erkundigen, ob sie gut eingetroffen ist und ob Sie noch weitere Informationen, Zeugnisse, etc. benötigen/ob ich den richtigen Ansprechpartner gewählt habe…“ Natürlich wird man in den meisten Fällen noch keine Entscheidung getroffen haben. Bleiben Sie jedoch am Ball und fragen Sie, wann Sie wieder nachfragen dürfen – und melden Sie sich an dem Tag erneut. So zeigen Sie wirkliches Interesse und eine hohe Eigeninitiative. Sie dürfen ruhig ein wenig aufgeregt klingen dabei – das ist tausendmal besser als demotiviert, gelangweilt, genervt oder frustriert. 

  Zeitaufwand: 120 Minuten Schwierigkeitsgrad:  

Eine Meinung

  1. Initiativbewerbungen sind für viele Bewerber sehr wichtig und zielführend im Bewerbungsprozess, deshalb sind solche Artikel immer gut. Aber den Ratschlägen unter „Machen Sie den Hof“ kann ich nur bedingt zustimmen. Ein Arbeitgeber stellt Mitarbeiter ein, weil es ganz konkrete Probleme zu lösen hat – dafür wendet es pro Mitarbeiter mehrere Zehntausend Euro pro Jahr auf. Ich kenne wirklich keinen Personaler, der jemanden eingestellt hat, weil der Bewerber den Arbeitgeber gelobt hätte und auf die Selbstdarstellung des Arbeitgebers eingegangen wäre.

    Stattdessen muss sich der Bewerber als Problemlöser darstellen: mit all‘ seinem Fachwissen, seiner Berufserfahrungen, seiner Qualifikationen, seiner Stärken und seinen Kenntnissen. So konkret wie möglich! Nur wenn die Problemlösungskompetenz in der Bewerbung rüberkommt, so wie z.B. hier dargestellt – http://www.bewerbung-forum.de/initiativbewerbung-anschreiben.html#abschnitt10 -, wird der Personaler sich überhaupt erst umfassender mit der Initiativbewerbung befassen. Dem Arbeitgeber Honig um den Mund schmieren, wird nicht funktionieren. Das wäre ja auch zu einfach…

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