Thees Uhlmann auf Solopfaden: Der Hamburger Schule entwachsen?

Es zeigt Thees Uhlmann von hinten, in Jeans und Lederjacke und seine Gitarre schräg über den Rücken hängend – das Coverfoto. Eine schwarz-weiße Hommage an Bruce Springsteen und eine Liebeserklärung an den Rock „n“ Roll. Thees Uhlmann auf Solopfaden ist weniger Indie und mehr amerikanischer Rock, als Tomte es war. Und doch erinnert viel an die Musik der Band und Tomte-Fans finden sich auch im Soloalbum wieder.

Es ist definitiv nicht Tomte und doch kann man die Zugehörigkeit nicht leugnen. Thees Uhlmann stand wie ein Dichter, ein Lyriker auch schon hinter den Texten von Tomte und diese Wortgewandtheit erklärt das familiäre Gefühl.

Thees Uhlmann auf Solopfaden – Von der Kunst, die richtigen Wörter zu wählen

Der Begriff „Hamburger Schule“ fasste einmal zusammen, was die Musik jener Bands ausmachte. Verflucht als erdachtes Schlagwort, als Journalisten-Begriff, der eingeführt wurde, ohne die betitelten Bands wirklich zu erfassen, wurde die Musik jener Generation heruntergebrochen auf das Singen in deutscher Sprache. Indie-Pop mit intellektuellem Anspruch, oft mit Punk-Einflüssen und der kritischen, meist verneinenden Auseinandersetzung mit Themen wie Politik, Gesellschaft, Depression und Psychologie.

Thees Uhlmann hingegen bejaht das Leben. Besinnt sich auf seine Wurzel im Ländlichen und scheint sich mit seiner Geschichte und Entwicklung zu versöhnen. „Endlich zu Hause“ könnte das Solo-Album auch betitelt werden. Es ist zwar ernsthaft, emotional und manchmal auch melancholisch, doch überwiegend positiv.

Widerspricht es damit dem Genre Hamburger Schule? Den Ursprüngen mit großer Sicherheit, aber auch dieser Begriff, diese Ausrichtung hat sich weiter entwickelt und sich dem Fortschritt angepasst. Die anspruchsvollen, poetischen, deutschen Texte, auch wenn sie nicht mehr pure Kritik äußern, beschreiben die Intelligenz der Musik von Thees Uhlmann ebenso wie den Begriff der Hamburger Schule.

Das Soloalbum – Die Rückbesinnung auf „altmodischen“ Rock „n“ Roll

Entsprach die Musik von Tomte oder Kettcar noch mehr der Hamburger Definition – Gitarrenmusik ohne viel Schnickschnack – so ist Thees Uhlmann auf Solopfaden weitaus opulenter und brillanter produziert und damit weniger Indie. Es muss nicht immer eine Gitarre sein und so wurden alle Songs diesmal auf dem Klavier komponiert.

Vielleicht hat Thees Uhlmann den Abschluss der Hamburger Schule erhalten, doch alles was er weiß, hat er dort zusammen mit Tomte gelernt. Und egal woher es kommt oder als was man es bezeichnet: Es macht Spaß der Schönheit der deutschen Sprache zu lauschen, wenn sie so gefühlvoll Geschichten musikalisch erzählt, die Einem aus dem Herzen zu sprechen scheinen und solch eine Tiefe und Interpretationsfreiheit bieten, wenn Thees sie singt.

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  • Mehr aktuelle Informationen zu Thees Uhlmann gibt es hier.
  • Zum gegründeten Label „Grand Hotel van Cleef“ geht es hier.

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