The Walking Dead 12: Schöne neue Welt – Rezension

Die Gruppe von Überlebenden um Rick Grimes befindet sich immer noch auf dem Weg nach Washington, mit der Hoffnung dort eine letzte Zuflucht der Menschen in der Zombie Apokalypse zu finden. Im letzten Band „Jäger und Gejagte“, mussten sich Rick, Carl, Andrea und der Rest gegen eine weitere Gruppe von Überlebenden behaupten.

Diese hat aus Gründen von Nahrungsmangel beschlossen sich vom Menschenfleisch zu ernähren. Am Ende des Bandes hatten die Gruppe einige Verluste hinzunehmen, konnte sich aber gegen die Kannibalen zu Wehr setzen. Rick legt auf den letzten Seiten ein ungewollte Beichte über das Massaker, dass er und Abraham an der anderen Gruppe vorgenommen habe bei seinen Sohn ab, wobei Carl im ebenfalls einiges zu gestehen hatte.

The Walking Dead 12: Wirkung nicht verfehlt

The Walking Dead 12 „Schöne neue Welt“ setzt, wie gewohnt, nahtlos an die Ereignisse an. Die Gruppe ist nicht mehr allzu weit von Washington entfernt, aber die üblichen Probleme mit der Nahrungsbeschaffung nagen an den Überlebenden.

Nach kurzer Zeit taucht auf einmal ein wildfremder Mann auf, der sich höflich als Aaron vorstellt und die Überlebenden in ein Camp einlädt. Nachdem er erwähnt hat, dass er die Gruppe schon eine Weile beobachtet hat, gehen bei Rick sofort die Alarmglocken los. Zu frisch sind die Erinnerungen an das Aufeinandertreffen mit den Kannibalen oder der Geschehnissen in Woodbury. Letztendlich wird aber beschlossen Aaron zu folgen, denn die Aussichten auf ein sicheres Camp mit ausreichend Nahrung sind zu verheißungsvoll, als dass sie es ablehnen könnten. Was die Gruppe jedoch dort erwartet übertrifft ihre kühnsten Erwartungen und doch bleiben die Zweifel, ob es nicht eine Falle ist. Gerade Rick und Abraham behalten die Bewohner des Camps und ihren Anführer Douglas genau in den Augen.

Das Dreiergespann Robert Kirkman, Charles Adlard und Cliff Rathburn beweisen auch in The Walking Dead 12 ihr Können und die Qualität der Story ebenso wie die der Zeichnungen stehen denen in den vorrausgegangen Bänden in nichts nach. Der Leser wird immer wieder überrascht und auch die Atmosphäre der Serie bleibt erhalten. In „Schöne neue Welt“ rückt die Zombiebedrohung erneut in den Hintergrund und die Gefahr geht wieder von den Mitmenschen aus. Natürlich bleiben die Zombies eine Bedrohung für die Gruppe und auch für die Menschen im Camp. Aber der Fokus liegt ganz klar auf dem Verhältnis das die Überlebenden zueinander haben.

Die bereits erwähnte Skepsis die Rick und seine Begleiter gegenüber dem Anführer und den Bewohner des Camps an den Tag legen macht einen Großteil der Spannung aus. Die Campbewohner sind übrigens genauso unsicher was die Neuankömmlinge angeht.

Diese Stimmung wird wunderbar auf den Leser transportiert und gerade Kenner der vorrausgegangen Bände werde sich die Dialoge und die Gesten aller Beteiligten ganz genau ansehen. So war es auch bei mir. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich einen Dialog zwischen Rick und Douglas zwei oder sogar dreimal gelesen habe, nur um herauszufinden ob sich zwischen den Zeilen nicht doch eine Bedrohung oder eine Falle anbahnt. Genauso habe ich mir die Mimik der einzelnen Protagonisten angeschaut um vielleicht darüber ein Indiz zu finden, was übrigens damals bei den Überlebenden in Woodbury und dem Gouverneur geklappt hat.

Und tatsächlich gab es immer wieder ein Panel, in dem ich gedacht habe, da braut sich was zusammen. Nur um im Anschluss wieder zu denken, dass ich es wohl überbewertet habe. Hier haben die Macher von The Walking Dead wieder großartige Arbeit geleistet und gibt es ein größeres Lob, als das, dass den Leser die Story und die Zeichnungen derart mitreißen?

Fazit

The Walking Dead gehört für mich immer noch zu den besten Comic Serien, die bisher gelesen habe. Zeichnungen, Text, Story, Atmosphäre und das ineinandergreifen der einzelnen Bände sind einfach nur toll. Oftmals besteht das Problem, dass bei fortlaufenden Serien irgendwann die Luft raus ist oder die Qualität auf der Strecke bleibt. Nicht so bei The Walking Dead. Ich kann es kaum erwarten, den dreizehnten Band, der in den nächsten Monaten erscheinen wird, zu lesen. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass der im letzen Band eingeführte Charakter des Pfarrers im aktuellen Band fast nicht erwähnt wird und ich den Eindruck hatte, man hat in nur eingeführt um die doch recht dezimierte Gruppe wieder etwas aufzustocken. Mal warten was der nächste Band bringt.

The Walking Dead 12 Schöne neue Welt von Robert Kirkman Charles Adlard und Cliff Rathburn erscheint im Hardcover mit 154 Seiten bei Cross Cult. Preis 16,00 Euro ISBN 978-3-942649-22-3

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