Terroranschlag in Tunesien: Touristen ergreifen die Flucht

Am vergangenen Freitag hat ein 24-jähriger Attentäter in dem tunesischen Touristenort Sousse in der Mittagszeit 38 Menschen erschossen. Der für das Land so wichtige Tourismus steht nun auf der Kippe: Viele Urlauber verlassen fluchtartig das Land.

Täter und Opfer

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat sich bereits zu dem Anschlag bekannt. Verantwortlich für die grausame Bluttat ist ein tunesischer Student namens Seifeddine Rezgui aus Kairouan, einer als Salafisten-Hochburg verschrienen Stadt, 50 Kilometer entfernt von Sousse. Mit einem Sturmgewehr lief der Attentäter am hoteleigenen Strand des Imperial Merhaba entlang und erschoss dann nacheinander 38 Touristen. Unter den Opfern sollen 30 Briten und mindestens ein deutscher Tourist sein. Die genaue Identifizierung läuft jedoch nur schleppend, weil die Opfer nur mit Badesachen bekleidet waren und keine Ausweispapiere bei sich trugen.

Tourismus leidet unter dem Terror

Viele Touristen haben das Land bereits so schnell wie möglich verlassen, andere möchten erst gar nicht anreisen. Reiseveranstalter wie Tui und Thomas Cook kommen den verängstigten Urlaubern mit möglichen Umbuchungen und Stornierungen entgegen. Der Tourismus spielt in Tunesien jedoch eine wichtige wirtschaftliche Rolle: Rund 400.000 tunesische Einwohner arbeiten im Tourismussektor. Die Ferienbranche erwirtschaftet damit 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Bereits zu Zeiten der Revolution im Jahr 2011, dem Arabischen Frühling, brach der Tourismus in Tunesien ein. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Auswirkungen die Terrorattacke vom 26. Juli in Sousse auf das Land und seine Wirtschaft haben wird.

Heute reist Bundesinnenminister Thomas de Maizière an die Ostküste Tunesiens. Am Ort des Terroranschlags möchte er Angehörigen und Opfern sein Beileid aussprechen und sich mit dem Besuch solidarisch gegenüber dem tunesischen Volk zeigen.


Bildnachweis: Thinkstock, 505914889, iStock, PeterHermesFurian

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