Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst: Bundesweite Streiks geplant

Die Tarifverhandlungen sind bereits zum zweiten Mal gescheitert, die öffentlichen Arbeitgeber haben aus Sicht der Gewerkschaften kein verhandelbares Angebot vorgelegt. Ver.di und dbb planen nun bundesweite Arbeitsniederlegungen.

Warnstreiks in den Kitas, im Nahverkehr und bei der Müllabfuhr

Die zweite Tarifrunde für über 2,5 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist gescheitert. Laut Aussagen der Gewerkschaft ver.di gab es weder bei den Entgelterhöhungen, den Verbesserungen der Arbeitsbedingungen oder bei den Entlastungen nennenswerte Zugeständnisse.

Deshalb kommt es nun zu einer Ausweitung der Arbeitskampfmaßnahmen, auf bundesweiter Ebene. ver.di und der Deutsche Beamtenbund (dbb) planen in den nächsten drei Wochen Protestaktionen und Warnstreiks, um die „Blockadehaltung“ der öffentlichen Arbeitgeber zu brechen.

Acht Prozent mehr Lohn

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen war erst am Montag gestartet. Aktuell fordern die Arbeitnehmervertreter acht Prozent mehr Lohn, monatlich aber mindestens 350 Euro mehr. Weiterhin stehen drei zusätzliche Urlaubstage und die monatliche Erhöhung von Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 200 Euro auf der Forderungsliste.

Die dritte Tarifrunde ist bereits für den 14. bis 15. März in Potsdam geplant.

Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr

Als Reaktion auf das Scheitern der Tarifverhandlungen hat ver.di die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr zu Warnstreiks am Freitag, den 21.02.2025 in sechs Bundesländern aufgerufen. Die Warnstreiks finden in Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz statt.

Laut ver.di werden weitere Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs hinzukommen. Alles in allem sind 53.000 Beschäftigte in 69 Unternehmen der Städte und Landkreise vom Warnstreik betroffen.

In weiteren Tarifrunden werden voraussichtlich zusätzliche Verkehrsbetriebe in den folgenden Ländern bestreikt: Zu ihnen gehören der BVG in Berlin mit 16.000 Beschäftigten, acht kommunale Unternehmen in Mecklenburg Vorpommern mit 2.500 Beschäftigten sowie die 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Privaten Omnibusgewerbes in Baden-Württemberg.

Der öffentliche Nahverkehr hat mit viel zu wenig Personal zu kämpfen, so dass die Arbeitsverdichtung laut einer ver.di-Vertreterin ständig zunimmt. Hinzu kommt, dass in den kommenden Jahren tausende Beschäftigte in Rente gehen. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, die jungen Beschäftigten zu halten, damit sich die Situation nicht weiter verschärft.

Bildnachweis: Pixabay, 51212, LoggaWiggler

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