Street Art auf Djerba: Graffiti in Erriadh

Street Art Graffiti

150 Künstler, 250 Street-Art-Werke, ein altes Dorf auf Djerba: Das kleine, eher jenseits der touristischen Pfade gelegene Dorf Erriadh wurde 2014 in eine einzigartige Open-Air-Galerie verwandelt. Die ursprünglich weiß getünchten Häuser des Ortes wurden so zur Leinwand für junge Sprayer-Kunst.

Künstlerisches Wagnis

Die kreative Idee für das Spraydosen-Happening hatte der Pariser Mehdi Ben Cheikh, Gründer und Inhaber der Galerie “Itinerrance“. Die Aktion wurde als Beitrag zum kulturellen und politischen Dialog der noch jungen tunesischen Demokratie und als Attraktion für junge Reisende erdacht. Nach Abklärung aller Fragen bei der Regierung und den Dorfbewohnern wurde das Vorhaben im Sommer 2014 in die Tat umgesetzt. Südafrikanische, argentinische und tunesische Künstler brachten ihre Motive an die Wände, darunter so bekannte Namen wie der El Seed, ein Star der Szene. Daraus geworden ist „Djerbahood“: Ein tunesisches Inseldorf voll westlicher Sprayer-Motive mit hohem Niveau. Wer Interesse an Street-Art hat und einmal eine Pauschalreise zur Insel Djerba macht, sollte Erriadh daher unbedingt mal einen Besuch abstatten.

 

250 Motive im Ort

Nach anfänglicher Skepsis konnten die Einwohner Erriadhs schnell für das Projekt gewonnen werden und unterstützten die Künstler nach Kräften. Herausgekommen sind zahlreiche kreative Arbeiten, die man sich auf einer Pauschalreise zur Insel Djerba nicht entgehen lassen sollte. So wurde beispielsweise ein Autowrack in ein Zebra verwandelt, eine Hausecke in eine große Krake und eine blaue Tür wird zum Bestandteil eines liegenden Jungen, dessen Gedanken gerade befreit worden sind.

Dorf mit alten Wurzeln

Erriadh kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Das Dorf wurde von jüdischen Emigranten gegründet, die seit 586 vor Christus vor der Verfolgung durch die Babylonier und später die Römer nach Djerba flohen. Weitere Juden folgten im 16. Und 17. Jahrhundert aus Andalusien. Sie wollten dort der spanischen Inquisition entrinnen. Seither haben in Erriadh Juden, Muslime und Christen friedlich nebeneinander zusammen gelebt – ein Aspekt, der als Inspiration für den Pariser Galeristen Mehdi Ben Cheikh eine wichtige Rolle spielte, als er dieses Kunst-Event ersann.

Foto: Fotolia, 40741789, amycollier

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