Spielermarkt in den Alpen

Red Bull Salzburg wollte große Namen verpflichten, musste sich dann jedoch mit drei international unbekannten Spielern begnügen. Sasa Ilic kam von Galatasaray Istanbul, Ibrahim Sehagya von Arsenal de Saraudi FC und Christoph Leitgeb vom direkten Konkurrenten Sturm Graz. Sehagya kommt für eine Million Euro und soll die Innenverteidigung (in der Breite) verstärken. Ilic und Leitgeb streiten um den Posten des Spielmachers. Der Österreicher hat dabei die besseren Karten. Der 22-jährige kennt die Bundesliga und wurde dort in der letzten Saison 34 Mal eingesetzt, wobei ihm 4 Tore gelangen. Spielpraxis, von der 900.000 Euro-Zugang Ilic nur träumen kann. Im letzten Jahr stand er nur 7 Mal für Gala auf dem Platz. Dabei gelangen ihm jedoch beachtliche 3 Treffer!

Verlassen haben den Klub Thomas Linke (37 Jahre, 27 Spiele – 0 Tore, zurück zu Bayern München), Christian Tiffert (25, 18 – 1, MSV Duisburg) und Peter Orosz (25, Sturm, Wacker Innsbruck), sowie das 22-jährige Abwehrtalent Alexander Pöllhuber.

Der SV Josko Ried beendete die letzte Saison auf dem starken 2. Platz. Die Abgänge hielten sich trotz des Überraschungserfolg in Grenzen. Emin Sulimani ging nach 27 Spielen und 3 Toren zu Austria Wien. Thomas Günter Eder (26 – 1) wechselt zu Wacker Innsbruck. 18 Spiele (4 Tore) absolvierte der 32-jährige Ronald Brunmayr für Ried, ehe er in diesem Sommer zum SV Pasching weiterzieht.

Dafür verstärkte sich die Mannschaft speziell in der Defensive, setzte bei den Neuzugängen jedoch hauptsächlich auf junge Spieler. Lediglichb Ernst Dospel bringt Routine mit ins Team. Der 30-jährige Abwehrspieler kommt aus Pasching. In der Defensive trifft er auf die ebenfalls neuen Spieler Thomas Lechner (21) und Pa Saikon Kujabi (20), die Ried aus der Konkursmasse des Grazer AK ersteigerte. Aus Graz kommt auf Stürmer Rade Djokic (24), während der 21-jährige Harun Erbek vom FC Lustenau das Mittelfeld in Ried ergänzt.

Austria Wien landete zuletzt auf Tabellenplatz sechs. Für einen Aufschwung sollen Mario Majstorovic (30, Abwehr), Sulimani (Ried), Keeper Saso Fornezzi (24), Yüksel Sariyar (27, Pasching) und Jacek Bak (34, Abwehr, Al Rayyan) sorgen. Verlassen mussten den Verein Innenverteidiger Mario Tokic (31, 31 – 0), Stürmer Roman Wallner (25, 30 – 6, noch vereinslos!), Jelle ten Rouweler (26, Torwart, 4 – 0, zu NAC Breda) und Markus Kiesenebner (28), den es zu Lillestrom SK zieht.

Austrias Stadtkonkurrent Rapid sicherte sich in den letzten Wochen die Dienste von Tokic (Austria) und Jürgen Patocka (SV Mattersburg), sowieGeorg Harding (SV Loeben) und Markus Heikkinen, der von Luton Town kommt. Der 28-jährige defensive Mittelfeldspieler absolvierte zuletzt auf der Insel 37 Spielen und zählte zum Führungsspieler. Genau wie die drei anderen Neuzugänge, die jeder mehr als 30 Ligaspiele in der letzten Saison absolvierten. Platz machen mussten Gernot Plassnegger (SK Austria Kärnten), Petr Hlinka (FC Augsburg) und Thomas Burgstaller (FC Lustenau). 

Fazit

Meister Salzburg hält an seinem Erfolgsteam fest und holte eher hoffnungsvolle Spieler, die die Mannschaft jedoch eher in der Breite verstärken. Rapid Wien setzt auf Erfahrung und sollte in der kommenden Saison mehr als "nur" den vierten Platz belegen. Austria verstärkt vor allem die Defensive mit Erfahrung, muss jedoch den Verlust von Roman Wallner verkraften, der immerhin für 6 Tore gut war. In Ried hoffen sie, dass die jungen Spieler gleich einschlagen, der zweite Platz sollte jedoch nur mit sehr viel Glück verteidigt werden.

Die größte Aufgabe beim FC Zürich wird es in den kommenden Monaten sein Trainer Lucien Favre zu ersetzen. Der Coach ging im Sommer nach Deutschland zu Hertha BSC Berlin. Ins Ausland zog es auch Blerin Dzemaili, Xavier Margairaz und Gökhan Inlan. Der 21-jährige Dzemaili heuerte bei den Bolton Wanderers an. Der defensive Mittelfeldspieler erzielte in der letzten Saison 2 Tore (in 17 Spielen). Das Spielmacher-Talent Margairaz wechselt zu CA Osasuna nach Spanien. Der 23-jährige wirbelte in 26 Spielen und war dabei acht Mal im Torabschluss erfolgreich. Inlan geht für eine Million zu Udinese Calcio. In Sachen Neuverpflichtungen waren die Züricher Scouts weltweit unterwegs. Von Etoile du Sahel Sousse kommt für 400.000 Euro Yassine Chikkaouri. Der defensive Mittelfeldspieler Tico kommt von den Orlando Pirates Johannesburg, nachdem er zuvor eigentlich schon beim 1. FC Köln unterschrieben hat und sich dann von Zürich abwerben ließ. Eric Hassli kostete 250.000 Euro und kommt vom AC Valenciennes. Für Alain Rochat überweist der Schweizer Meister 400.000 an Stades Rennes.

Der FC Basel möchte auch im nächsten Jahr wieder der härteste Verfolger des FCZ sein. Dafür verpflichtete der Verein Marco Streller (1,5 Millionen, VfB Stuttgart) und Benjamin Huggel (400.000, Eintracht Frankfurt) aus der Bundesliga. Zudem kommen Cabral (18-jähriges Mittelfeld-Talent) vom FC Lausanne-Sport und Ronny Hodel (24, linker Verteidiger) von den Young Boys Bern.

Der Aderverlust ist da wesentlich höher. Mladen Petric und Ivan Rakitic wechseln in die andere Richtung als Streller und Huggel. Sie versuchen sich in der kommenden Saison in der deutschen Bundesliga. Petric heuerte für 3,5 Millionen bei Borussia Dortmund an. In der letzten Saison erzielte der 26-jährige Stürmer 14 Tore in 21 Spielen. Dem 19-jährigen Rakitic gelangen 8 Treffer in 27 Partien. Für 3 Millionen sicherte sich Schalke 04 die Dienste des Mittelfeldlers. Zudem verlässt der Innenverteidiger Borisn Smiljanic (30) nach 13 Spielen (1 Tor) Baselgen Grasshoppers Zürich.

Die Grasshoppers wollen nach Platz 6 wieder um den Meistertitel mitspielen. Dafür tauschte die Mannschaft auch den Trainer. Der glücklose Krassimir Balakov musste seinen Hut nehmen und wird durch Hanspeter Latour ersetzt. Der Schweizer holte von seinem alten Verein 1. FC Köln den Mittelfeldspieler Ricardo Cabanas zurück in die Alpenrepublik. Der Führungsspieler kostet 875.000 Euro Ablöse. Von Concordia Basel kommen Raul Marcelo Bobadilla und Josip Colina. Zudem wird das Team mit Spielern aus der zweiten Mannschaft aufgefüllt. Zu den Abgängen zählen Sreto Ristic (22 Spiele, 7 Tore), der zu Eintracht Braunschweig wechselt, Innenverteidiger Galindo (noch vereinslos), sowie die Abwehrspieler Roland Schwegler (25, FC Luzern), Weligton (FC Malaga) und Kim Jaggy (24, Sparta Rotterdam).

Fazit

Die beiden Züricher Klubs sollten die Meisterschaft unter sich aus machen. Mit Latour am Spielfeldrand sollte den Grasshoppers der Aufschwung gelingen. Der FC Zürich hat an Substanz verloren und muss einen ungewollten Trainerwechsel hinnehmen müssen. Trotzdem hat der Klub noch einen der besten Kader der Liga. Für Basel wiegen die Abgänge zu schwer, auch die Auffrischung aus der Bundesliga wird die Abgänge nicht kompensieren können.

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