Spekulationen und Fakten zur Apple iTunes Cloud

Was bisher geschah – Gerüchte um Apple iTunes Cloud

Als HP im Januar 2011 anscheinend eine Music Cloud plante, waren alle gespannt, wie Apples iTunes eine eventuell ernst zu nehmende Konkurrenz ausbooten würde. Stattdessen sickerten nach und nach geflüsterte Spekulationen heraus, dass Apple sich selbst eine iCloud besorgt hätte, Verträge mit großen Musiklabels abschloss und seine eigene, revolutionäre Musikplattform plante, die iTunes ergänzen würde. Die Köpfe hinter der Erfindung sind Benjamin Rottler und Allen Haughay, allerdings gab es noch keine offiziellen Bestätigungen. Diese werden erst in der legendären Apples Worldwide Developers Conference erwartet, die vom 6.-10. Juni statt findet.

Der gegenwärtige Stand der Apple iTunes Cloud

Mittlerweile haben wohl Sony, EMI und Warner einen Vertrag mit iTunes abgeschlossen, so dass die Lizenzvereinbarung mit diesen Labels keine Probleme machen wird. Das wohl größte Label – Universal – befindet sich noch in Gesprächen, scheint aber mitziehen zu wollen. Das heißt, dass zumindest die populäre Musik samt Tochterlabels keine Probleme machen wird, wenn es ums Streamen geht. Damit kann Apple viele Songs auch so lagern, dass mehrere Nutzer auf sie zugreifen können. Das heißt auch, dass die User nicht jeden Song einzeln hochladen müssen, sondern gegebenenfalls nur die, die nicht über die Megalabels vertrieben werden. Das gelingt mit dem Lala Service – den Apple auch kürzlich erworben hat. Lala war eine eigenständige Musikplattform, die Apple aufgekauft hatte, um sie Ende Mai 2010 endgültig lahm zu legen, wahrscheinlich, damit sie deren Technik für sich nutzen konnte. Mit dieser Technik sei es möglich, die Musiksammlung der Nutzer auf externen Servern zu „spiegeln“ und von da aus wiederzugeben, so dass die eigenen Festplatten nicht dabei belastet werden würden.

Die Apple iTunes Cloud Funktion wird demnach in der Lage sein, ohne USB-Kabel und überall dort, wo eine Internet-Verbindung möglich ist, die Musiksammlung komplett auf dem Abspielgerät der Wahl zu streamen (sofern es mit Apple verbunden ist). Damit nicht jeder Beliebige auf die persönliche Playliste zurück greifen kann, munkelt man, dass die einzelnen Sammlungen per Passwort und individualisierten Verschlüsselungen geschützt werden. Ob man das dann auch so nutzen oder auch ausnutzen kann, um die Musiksammlung von Freunden zu hören, die einem gerne das Passwort abgeben, bleibt eine weitere, offene Frage, aber interessante Möglichkeit. 

Räusper, was ist eigentlich eine Music Cloud?

Eine Cloud ist ein System, bei dem man Daten, Programme, etc. nutzen kann, ohne sie direkt auf seinem Server zu haben. Es handelt sich dabei also um ein Netzwerk, das den Nutzern ermöglicht, sich Funktionen, Medien und Daten für eine Zeit auszuleihen, ohne, dass sie sie komplett kaufen müssen. Für Musik dürfte das derzeit beliebteste Programm die Soundcloud sein, bei der vorwiegend Musiker ihre Musik streamen lassen oder sogar zum Download freigeben können, jeder – oder auch nur ausgewählte Leute – können dann darauf zurück greifen. Bei der Apple iTunes Cloud wäre es jedoch vielmehr so, dass man die Songs schon besitzen muss, diese aber auf beliebig vielen Medien und Datenträgern abspielen kann, ohne sie jeweils rauf zu laden, was besonders unterwegs sehr praktisch sein dürfte. So kann man dann auch vom Nordpol aus seine gesamte Musiksammlung des Rechners auf dem iPod hören – solange das Netz mitmacht.

Aber…

Wie alles bei Apple, hat der große Service seinen Preis: wie immer ist das natürlich die Privatsphäre, denn die durchsichtige Musiksammlung wird damit unausweichlich, immerhin können die großen Labels auch die eigenen Angaben der Musiksammlung nach Lizenzen prüfen. Inwieweit damit dann Schindluder getrieben wird, bleibt abzuwarten, denn wenn die Musikindustrie den Piraten ans Leder will, dann ist eine unmittelbare Datenübermittlung der eigenen Musiksammlung sicherlich ein gefundenes Fressen – die hat man schließlich freiwillig offen gelegt.

Ein wenig idealistisches Gerede

Was wirklich so schlimm daran ist, wenn man eben nicht seine 10000 Tracks – von denen man sicherlich die Hälfte eh nicht kennt – auf dem mobilen Gerät seiner Wahl hören kann, dürfte so manchem Musikfan schleierhaft sein, denn gerade die Auswahl sorgt auch dafür, dass man sich Gedanken über die Musik macht, sie sich wirklich anhört und keinen Datenmüll ansammelt. Natürlich sorgt eine große Musiksammlung dafür, dass man immer genau das zur Verfügung hat, worauf man Lust hat, gleichzeitig entsteht eine Beliebigkeit, die dazu führt, dass man kaum noch Alben aushört, irgendwie alles mal durchlaufen lässt, ohne dass es viel Eindruck hinterlässt und zudem zu den ätzenden Leuten gehört, die einem ständig alles vorspielen müssen, was man nicht kennt, nur weil sie es immer zur Hand haben (sowas nennt man auch auditives Spammen). Also keine Angst vor dem überlegten Editieren der eigenen Playlist.

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