So lief der 7. Bundesliga-Spieltag

Der Startrekord ist eingestellt. Zum vierten Mal in der Bundesligageschichte hat eine Mannschaft die ersten sieben Spiele siegreich gestalten können. Der FC Bayern marschiert in dieser Saison vorneweg und ist auf dem besten Weg, die unerträgliche titellose Zeit zu beenden. Am letzten Wochenende reichte den Münchenern eine durchschnittliche Leistung, um eine biedere TSG Hoffenheim 2:0 zu bezwingen. Franck Ribery war doppelter Torschütze für den vor allem in der Defensive souverän auftretenden Rekordmeister. Es scheint, als habe der neue Sportdirektor Matthias Sammer Erfolgshunger und Selbstbewusstsein an die Isar zurück gebracht. Querelen um sein angeblich angespanntes Verhältnis zu Trainer Jupp Heynckes könnten aber in der Zukunft für medialen Zündstoff sorgen, der auch den FC Bayern aus dem Tritt bringt. Denn auch wenn sieben Siege in sieben Spielen eine makellose Bilanz darstellen: In den bisherigen Fällen schaffte es keines der Startrekordteams, auch am Ende ganz oben zu stehen. Stattdessen hieß der Meister in den entsprechenden Jahren kurioserweise stets Borussia Dortmund.

Dortmund siegt am 7. Bundesliga-Spieltag wieder nicht, Schalke wird zum ernsthaftesten Verfolger

Der BVB hat als Titelverteidiger erneut Punkte liegen gelassen. Bei den heimstarken 96ern aus Hannover reichte es nur zu einem 1:1-Unentschieden. Die Partie war jedoch hochklassig und bis zur letzten Sekunde spannend, somit das eindeutige Highlight des 7. Spieltags. In Hälfte 1 drückten die  Dortmunder ihre spielerische Überlegenheit durch gutes Pressing und blitzschnelles Umschalten aus. Folgerichtig fiel auch das 1:0 durch Robert Lewandowski. Weitere Chancen blieben jedoch ungenutzt. Hannover war zwar zunächst schwächer, erarbeitete sich aber ebenfalls schon in Hälfte 1 drei ausgezeichnete Möglichkeiten. Nach der Pause war es zunächst Pisczek auf Dortmunder Seite, der mit einem Pfostenschuss die Vorentscheidung auf dem Fuß hatte. Dann jubelten plötzlich die Gastgeber, doch Eggimanns Ausgleich im Anschluss an eine Ecke wurde wegen Foulspiels nicht anerkannt. Dennoch war diese Aktion der Weckruf für die Hannoveraner. In der Folgezeit übernahmen sie die Kontrolle und brachten das Tor von Weidenfeller mehrmals in höchste Gefahr. Mame Diouf vergab zunächst frei vor dem leeren Kasten und wurde fünf Minuten vor dem Spiel doch noch der Held, als er eine kuriose Freistoßvorlage zum 1:1 verwertete. Beide Mannschaften hatten noch die Siegchance, doch schlussendlich blieb es beim leistungsgerechten Remis, welches allerdings keinen so recht nach vorne bringt.

Ebenfalls einen Rückschlag musste Aufsteiger Eintracht Frankfurt hinnehmen. Bei Borussia Mönchengladbach gab es ein etwas unglückliches 0:2 für die bis dato ungeschlagenen Hessen. Während die Gladbacher den Vorteil hatten, ihre ersten beiden Torschüsse durch einen sehenswerten Fernschuss von Arango und einen strammen Linksschuss von de Jong zu verwerten, blieben die Frankfurter in der Offensive trotz überlegener Spielführung diesmal erfolglos. Damit bleibt die Eintracht zwar erster Bayern-Verfolger, doch die erste Premieren-Saisonniederlage könnte so langsam wieder Realität am Main einziehen lassen.

Ernsthaftester Bayern-Konkurrent scheint daher im Moment der FC Schalke 04 zu sein. Die Truppe von Huub Stevens hatte am vergangenen Samstag mit dem VfL Wolfsburg leichtes Spiel und gewann locker mit 3:0. Farfan, Neustädter und erstmals der Niederländer Affelay trugen sich in die Torschützenliste ein. Nach den beiden enttäuschenden 2:2-Unentschieden in Düsseldorf und im Europacup gegen Montpellier sind die Gelsenkirchener also auf der Erfolgsspur zurück und fühlen sich vor dem Derby bei Borussia Dortmund gut gerüstet. Völlig verändert sieht die Situation hingegen beim VfL Wolfsburg aus: Als Europacupaspirant gestartet, kommt das Ensemble von Felix Magath einfach nicht in die Gänge und rangiert nach nur einem Sieg aus sieben Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Unterschiedliche Stimmung im Tabellenkeller

Nicht viel besser und doch etwas hoffnungsvoller stellt sich die Situation nach dem 7. Bundesliga-Spieltag beim VfB Stuttgart dar. Mit dem Punktgewinn beim 2:2 gegen Leverkusen bewiesen die Schwaben Kampfgeist und den Willen, selbst aus der Krise zu kommen. Auch Stuttgart hat erst einen Saisonsieg auf dem Konto und leistete sich unter der Woche eine peinliche 0:2-Niederlage beim norwegischen Klub Molde FK. Allerdings ist Stürmer Vedad Ibisevic Hoffnungsträger des VfB. Gegen Leverkusen war er doppelt erfolgreich und schonte damit die Nerven von Trainer Bruno Labbadia, der erst kürzlich auf einer Pressekonferenz ausgerastet war. Die Bayer-Elf beißt sich mit dem Remis oben fest und weist aus den letzten Partien einen deutlich positiven Trend auf. Erfolgsgarant ist auch hier der Mittelstürmer: Stefan Kießling traf gegen Stuttgart wie schon im Europapokal in Trondheim.

Schlechter als Wolfsburg und Stuttgart steht in der Tabelle nur noch die SpVgg Greuther Fürth da.  Der Euphorie um den endlich gelungenen Aufstieg ist längst die Ernüchterung, vor allem über die desaströse Heimbilanz gewichen. In vier Partien gingen die Fürther jeweils als Verlierer vom Platz. Noch nicht einmal ein eigener Treffer ist gelungen. Auch der Hamburger SV durfte mit einem knappen 1:0 die drei Punkte aus Franken mitnehmen. Allerdings boten die Hansestädter eine reichlich mäßige Leistung und hatten nur das Glück, eine der wenigen Chancen durch Son zu nutzen. Fürth war die etwas bessere Elf in einem schwachen Spiel, war aber vorn zu wenig durchschlagskräftig.

Aufatmen darf hingegen der FC Augsburg nach dem erlösenden ersten Saisonsieg über Angstgegner Werder Bremen. Eine ganz frühe Führung durch Werner gab dem FCA Auftrieb, und auch das Ausgleichstor  von de Bruyne schreckte die Heimelf nicht. Später waren es Hain und Baier, die den Sack zum 3:1 zubanden. Werders so hoffnungsvoll gestartete Saison erweist sich zunächst als Rohrkrepierer. Thomas Schaaf hat allerdings genug Potential in den eigenen Reihen, um zumindest einen einstelligen Tabellenplatz anzupeilen.  

Einen solchen Rang hatten Düsseldorf und Nürnberg bislang stets inne. Beide mussten aber am vergangenen Bundesliga-Spieltag einen Dämpfer hinnehmen. Für Düsseldorf war das 0:1 in Mainz die allererste Saisonniederlage. Die Rheinhessen kämpften aufopferungsvoller und schlugen mit Noveski in der 85. Minute zum Lucky Punch zu. Während die Fortuna mit immer noch zehn Punkten weiter blendend da steht, steckt Nürnberg nach einem starken Saisonstart mitten in einer Ergebniskrise. Das ernüchternde 0:3 in Freiburg war die vierte Niederlage in Folge und bringt den Club plötzlich in die Nähe der Abstiegsränge.

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.