Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer – ein Hörbuch gelesen von Eva Mattes

Eigentlich nichts Neues, aber…

Es ist eine der am häufigsten erzählten Geschichten dieser Welt. Ein Mann in den besten Jahren, wohlsituiert, sucht sich eine Jüngere und die mit ihm seit 30 Jahren vermählte Ehegattin schaut in die Röhre. Beziehungsweise wird gezwungen, nach den vielen gemeinsamen Ehejahren eine „Pause“ zu akzeptieren. Die eine nimmt das mit Gelassenheit, die andere landet in der Psychiatrie. Mia gehört zu den letzteren Exemplaren. Sie leidet unter einem „Durchgangssyndro“, das heißt, sie ist tatsächlich bei dem Gedanken an ihren Ehemann mit der anderen verrückt geworden. Aber eben nur vorübergehend.

Frauen können sehr heilsam sein

Sobald sie „geheilt“ ist, flüchtet sie nach Minnesota- übrigens auch die ursprüngliche Heimat der Autorin – in die Nähe ihrer betagten Mutter und deren Freundinnen in einem Seniorenheim. Die alten, aber teilweise noch äußerst rüstigen Damen blasen auf ihre Art der Gekränkten genauso den Marsch wie die pubertierenden Mädchen in ihrem Literaturkurs. Einem Kurs für kreatives Schreiben, den sie kurzerhand angeboten hat. Und vor dem sie einigen Respekt hatte. War sie es bis dato doch gewohnt, wissbegierige Studenten zu unterrichten.

„Der Sommer ohne Männer“ ist, was ja nicht zwangsläufig der Fall sein muss, ein Sommer in Gesellschaft von Frauen. Eine meist recht wohltuende und kopfzurechtrückende Gesellschaft. Mia schwelgt in Gedanken über die Gegensätze von Männern und Frauen, über Männer, die früher eine Rolle in ihrem Leben spielten, über die Wissenschaft und warum dort auch heute noch die Frau ein wenig unterlegener ist und über Mr. Niemand, der ihr seltsame Mails schreibt….

Siri Hustvedt: Die Bestsellerautorin für Gebildete

Siri Hustvedt ist nicht irgendwer. Sie gehört, gemeinsam mit ihrem Mann Paul Auster zu DEN Intellektuellen New Yorks. Und sie hat sich längst aus seinem Schatten gelöst und gilt heute als eine der wichtigsten amerikanischen Autorinnen. Und selbst wenn sie wohl versucht war, mit „Der Sommer ohne Männer“ ein typisches Frauenbuch zu schreiben, gelungen ist ihr das nicht. Denn von den „typischen“ Frauenbüchern unterscheidet sie das Niveau, das die Autorin nicht so einfach hinter sich lassen kann. Siri Hustvedt hätte ein Buch schreiben können über frustrierte Ehefrauen, über Neubeginn oder Frauensolidarität. Geschrieben hat sie ein möglicherweise sogar selbstironisches Buch über den Weg der Selbstfindung, darüber, wie einem jemand, der einem so vertraut ist, plötzlich absolut fremd werden kann und – natürlich – über die Treue.

Ach übrigens: Auch Mias Mann bemerkt irgendwann, wie die meisten in seiner Situation, seinen Fehler. Trifft dabei allerdings auf eine Frau, die den Sommer ohne Männer gut genutzt hat.

Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer, als Hörbuch gelesen von der Schauspielerin Eva Mattes, sechs CDs, erschienen argon hörbuch im März 2011. Der Preis liegt als unverbindliche Preisempfehlung bei rund 25 Euro. Das Hörbuch ist aber auch günstiger zu haben.

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