Zugegeben, die Schrothkur ist sehr umstritten und wird als Fasten- oder Wellnessprogramm, wie auch als Naturheilverfahren von den meisten Ärzten abgelehnt. Dennoch sollte sie unbedingt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, denn es drohen Mangelerscheinungen und – im Falle einer tatsächlichen Anwendung bei Krankheiten – sogar Verschlimmerungen.
Die Ernährung während einer Schrothkur
Eine Schrothkur ähnelt dem Fasten: Man ernährt sich hauptsächlich von Brötchen. Diese sehr abwechslungsarme Grundlage wird durch Trink- und so genannte Trockentage unterstützt. Gerade auf die Flüssigkeitszufuhr wird nämlich während einer Schrothkur besonderes Augenmerk gelegt.
An den Trockentagen darf man beispielsweise nicht mehr als einen halben Liter Wasser zu sich nehmen. Das klingt nicht nur gefährlich, es kann auch durchaus gesundheitsschädlich sein, denn gerade im Sommer oder mit dem Hintergrund diverser Vorerkrankungen kann das den Körper eines Menschen mehr schädigen, anstatt ihn zu kurieren. Da ist es kein Wunder das Schroth, der als „Semmeldoktor“ schon zu Lebzeiten bekannt war und sein Wissen aus dem Test am eigenen Leibe und dem Beobachten seiner Kühe (!) hervorbrachte, sich auch schon in den Zeiten seiner Tätigkeit als Laienheiler herber Kritik aussetzen musste.
Die Schrothkur heute
Auch wenn die Schrothkur in den Kurkliniken heute etwas gemäßigter durchgeführt und z.B. statt Wacholderwein zum Entwässern Wasser genutzt wird und anstelle von Brötchen auch mal Obst auf den Speiseplan darf, diese Fastenkur ist nicht empfehlenswert. Wer einfach entschlacken und entwässern möchte kann auf nährstoffreichere Diäten wie die Reisdiät zurückgreifen oder sich einfach gesund ernähren. Zur Schrothkur gehören auch so genannte nasskalte „Dunstwickel“, gegen die im Prinzip nichts einzuwenden ist, wenn man nicht unter Krankheiten des Kreislaufs leidet. Aber ein ordentliches Wechselbad oder Kneipp’sche Anwendungen helfen da sicher ebenso gut.
