Schreck in der Morgenstunde

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das „wahnsinnig wertvolle" Navigationsgerät ist weg. Vor einem Jahr beim Aldi für 329,- Euro gekauft, Zeitwert vermutlich 250,- Euro, als geklaute Ware bringt es einen Fuffy? Ich weiß es nicht. Echter Schaden, vermutlich 600-800 Euro.

Wut kommt auf. In welcher Welt leben wir eigentlich. Wo Eigentum so einfach mit Füßen getreten oder mit einer Eisenstange oder ähnlichen malträtiert wird. Versicherung angerufen – Gott sei Dank habe ich mit solchen Dingen keine Erfahrung. Beim Audi-Händler eine Scheibe geordert. Zur Polizei: „Anzeige gegen Unbekannt." Die Chance, den zu erwischen, liegt bei etwa einem Prozent, macht mir der Polizist Mut. Wenn ich den erwischen würde – wie gesagt, ich bin ein friedliebender Mensch – dem haue ich was in die Sch… Das ist Körperverletzung, meint der Polizist. Handlung im Affekt. Vermutlich hat der jenige, der mein Auto beschädigte, eine schwere Kindheit. Vermutlich muss ich mich bei ihm noch entschuldigen, dass ich ihn in Gedanken verprügelt habe. Wut…

Meine kleine Enkelin (3,5 Jahre) musste erste einmal mit einer warmen Milch ins Bett. Sie ist sauer, dass man Opas tolle TT kaputt gemacht hat. Auch die Kleine versteht die Welt nicht mehr, fühlt sich schlecht. Sie fragt, wer macht so etwas? Irgendwie niedlich, dass sie so mit empfindet.

Jetzt sitze ich also in Hamburg in einem Autohaus und warte, dass das Auto fertig wird. Eigentlich könnte ich schon auf dem Weg zu meiner lieben Familie sein. Nein, ich sitze in einem Autohaus, weil irgendein Idiot 50 Euro für mein Navi bekommen hat. Hoffentlich erstickt er an dem Bier, welches er sich für das Geld gekauft hat, bekommt Lungenkrebs von den Zigaretten, die er sich dafür gekauft hat… Mensch, bin ich sauer. Vielleicht liest er ja diese Zeilen, geht in die Kirche, beichtet, spendet die 50 Euro für einen guten Zweck. Dann hätte die Story noch ein Happy-End. Ich weiß, ich bin ein Träumer.

Vielleicht erwische ich ihn nächste Woche, wenn er ein anderes Auto demoliert. Dann werde ich ihn hetzen und schnappen. Ich werde länger laufen können. Dann werde ich ihn der Polizei übergeben. Er hat einen festen Wohnsitz und wird sofort wieder nach Hause geschickt. Seine Mutter wird mich beschimpfen, wie ich dazu käme, ihren Sohn zu verdächtigen. Der Richter wird eine schwere Jugend feststellen und ihn am nächsten Audi TT entlassen – er wird aus Wut eine Scheibe einschlagen. Ist die Welt schlecht – oder habe ich nur Pech gehabt?

Keine Meinungen

  1. Nicht umsonst meinte irgendwer mein Navikauf zu mir: „Lass das Teil oder die Halterung auf keinen Fall sichtbar im Auto. Am Ende ist der Schaden am Auto höher als der Verlust des Navis.“

  2. Mach ich natürlich. Aber der Wagen stand auf einem umzäunten Gelände, wo man zu 99% sicher sein kann, dass da nichts passiert. Hinterher ist man immer schlauer ;-((

  3. Zum Glück sind Navigationsgeräte mittlerweile sehr viel günstiger als noch 2007. Und in Zukunft hat jeder sein Navi wahrscheinlich in Form seines Handys sowieso immer sicher in der Hosentasche dabei.

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