Großangriff auf Holländisch

Nur dank der besseren Tordifferenz konnte der PSV Eindhoven am letzten Spieltag die Meisterschaft feiern. Nun entledigt sich der Klub von zwei Altlasten. Michael Reiziger und Patrick Kluivert, Teil einer ehemals goldenen Generation, das den Zenit schon jetzt überschritten hat verlassen den Verein in unbekannte Richtung. Zudem mussten die Holländer Robert (26, Sturm, 9 Tore in 27 Spielen) gen Betis Sevilla und Da Marcus Beasley für 1,2 Millionen zu den Glasgow Rangers ziehen lassen. Michael Lamey versucht in der kommenden Saison sein Glück beim MSV Duisburg.

Dafür sicherte sich der PSV Spieler aus Holland (Mike Zonneveld – NAC Breda, Bas Roorda – FC Groningen), sowie einen jungen Mexikaner (Guardado – 20, Atlas Guadalajara), ein brasilianisches Talent (Fagner – 18 Jahre von EC Vitoria Bahia), sowie einen Ecuadorianer (Edison Mendez – 28) aus der Provinz (Liga Deportiva Universitaria). Zudem heuerten zwei Kicker in Eindhoven an, die in Deutschland bekannt sind. Tom van der Leegte kehrt für 500.000 Euro vom VfL Wolfsburg in seine Heimat zurück. Stürmer Danko Lazovic war bei Bayer 04 Leverkusen mal erfolglos angestellt und kommt nun für 6 Millionen für Vitesse Arnheim. Mit einer Empfehlung von 19 Toren in 32 Spielen.

Ajax Amsterdam musste Zdenek Grygera (Juventus Turin) und Tom de Mul (FC Sevilla, 4 Millionen) ins Ausland ziehen lassen. Zudem sicherten sich wieder eine Reihe von holländischen Klubs Amsterdamer Talente, die den großen Durchbruch bei Ajax nicht geschafft haben. Dafür sicherte sich der ehemalige Champions League-Sieger die Dienste von Mohammed Chaleouri (21-jähriges Abwehttalent vom HSC Montpellier) für 1,5 Millionen Euro und den 26-jährigen Kennedy Bakircioglu für 1,3 Mio vom Twente Enschede. Der Schwede soll im rechten offensiven Mittelfeld wirbeln. Ansonsten kommt wieder eine Rieger junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs hoch.

AZ Alkmaar war als Dritter die Überraschung der Tabelle, doch anstatt sich einem großen Aderlass gegenüber zu stehen, konnte der Verein fast alle wichtigen Spieler halten. Tim de Cler, der zu Feyenoord Rotterdam wechselt ist der vielleicht größte Verlust. Der Abgang des 28-jährigen Linksverteidigers wurde aber immerhin mit 2,8 Millionen Euro Ablöse versüßt. Zudem wechselt Danny Mathijssen (24) ins defensive Mittelfeld von Willem II Tillburg. Auch die beiden Torhüter verlassen den Verein. Theo Zwarthoed (24) geht nach 26 Spielen zum RKC Waalwijk und Khalid Sinouk (32, 11 Spiele) verlässt den Verein in unbekannte Richtung.

Das Torhüterduo ersetzen die jungen Boy Watermann (23), der vom SC Heerenveen kommt, sowie der erst 20-jährige Argentinier Sergio Germán Romeo (Racing Club Avellaneda). Zwei Hoffnungsvolle Talente stoßen zudem zum Kader. Für 4,5 Millionen kommt der Stürmer Ari Da Silva Ferreira. Der 21-jährige Brasilianer kommt von Kalmar FF, wo er in 6 Spielen einen Treffer erzielte. Für die Abwehr konnte der erst 19-jährige Sebastian Pocognoli verpflichtet werden. Beim KRC Genk absolvierte das Talent in der letzten Saison 30 (!) Spiele, was sich Alkmaar 2,75 Millionen kosten ließ.

Nach einer enttäuschenden Saison bläst Feyenoord Rotterdam zum Großangriff. Dabei wurde besonders in der Bundesliga geplündert. Vom FC Bayern München kommt das Stürmer-Ass Roy Makaay für 5 Millionen Euro. Vom VfL Wolfsburg konnte Abwehrchef Kevin Hofland für 2,6 Millionen abgeworben werden. Für Ideen soll Nuri Sahin sorgen, der von Borussia Dortmund für die Saison ausgeliehen wird. Zudem verstärkt Giovanni van Bronckhorst vom FC Barcelona die defensive Außenbahn. Unter den holländischen Neuzugängen sticht besonders Tim de Cler raus. Der linke Außenverteidiger kommt für 2,8 Millionen aus Alkmaar.

Verlassen haben die Rotterdamer unter anderem Joonas Kolkka, der zu NAC Breda wechselt, Angelos Charisteas der für 2,5 Millionen zum FC Nürnberg übersiedelt, sowie Stürmer Pierre van Hooijdonk, der sein Karriereende verkündete.

Fazit

Noch so eine Saison, wie 2006/2007 wird Feyenoord Rotterdam sicherlich nicht hinlegen. Der letztjährige Tabellensiebente zählt mit den Neuverpflichtungen wieder zu der créme de la créme in der Ehrendivision. Der Meister aus Rotterdam konnte die beiden Altstars zwar gut ersetzen, wie schwer der Verlust von Robert und Beasley wiegt, wird sich zeigen. Ajax vertraut seiner Tradition und baut weiter auf die hervorragende Jugendarbeit. Damit fährt die Mannschaft wesentlich besser, als mit blind verpflichteten internationalen Stars. Alkmaar wird schwer zu kämpfen haben und muss vor allem die beiden Torhüter schnell integrieren, um hinten nicht ins Schleudern zu geraten.

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