SchneeEngel

„Schneeengel“ ist die zu Herzen gehende Geschichte eines kleinen Mädchens, das im Alter von drei Jahren von der Frau, bei der sie lebte, auf der Toilette eines Vergnügungsparks ausgesetzt worden ist. Mit frisch geschorenem Kopf. Min weiß nicht, woher sie kommt und sie weiß nicht, warum ihr das angetan wurde. Aber sie ist sich sicher, es liegt an ihr. Sie ist definitiv nicht liebenswert.

Und das zeigte sich auch in den Pflegefamilien, in denen Min seit damals lebte. Nigends fand sie Liebe, noch nicht einmal Verständnis. Das führte dazu, dass Min sich komplett ihrer Außenwelt verschloss und selbst die nette Dame vom Jugendamt, der sie sehr ans Herz gewachsen war, nicht richtig an sie herankam. Auch die letzte Pflegemutter konnte keine positiven Gefühle für das in sich gekehrte Mädchen entwickeln und schiebt sie unter einem billigen Vorwand ein paar Tage vor Weihnachten ab.

Doch dann geschieht ein Wunder. Jess nimmt sich resolut ihrer an. Jess hat selbst eine ähnliche Kindheit erlebt und auch als Erwachsene hatte die junge Ärztin, die immer Pflegekindern ein Zuhause gegeben hat, nicht viel Glück mit der Liebe. Ihr Mann starb und sie entschied sich, fortan allein zu bleiben. Bis Min kam und in Jess eine Seite zum Klingen brachte, von der sie längst dachte, sie existiert nicht mehr…

Dieses Buch ist eines von denjenigen, die man  nicht mehr aus der Hand legen kann. Das Schicksal der kleinen Min fesselt den Leser und über 250 Seiten lang fürchtet man die nahende Katastrophe. Die dann aber nicht kommt und genau das ist das Schöne an diesem Buch.  Das Mädchen ist wieder in der Lage, Vertrauen zu entwickeln, weiß sich geliebt und sicher und so bleibt es auch. Tröstlich. Sehr tröstlich.

Jean Little: „Schneeengel“, erschienen bereits im Juni 2008 bei Arena, passt aber viel besser in die Vorweihnachtszeit als in den Sommer. Es ist gebunden und kostet rund 13 Euro. Ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für gefühlvolle Menschen.

 

Eine Meinung

  1. Die Geschichte um die elfjährige Min, die nach einer unglücklichen Kindheit, in der sie nur herumgeschubst wurde, endlich glücklich sein darf, ist einfach wunderschön geschrieben. Vielfach traurig, aber niemals quälend geschildert, folgt man der Heldin aus dem Weg der Einsamkeit und Isolation in eine hoffnungsvolle Zukunft. Eine Geschichte nicht nur für Kinder. Unbedingt empfehlenswert.

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