Schlawittchen oder Schlafittchen?

Schlafittchen“ ist die richtige, althergebrachte Schreibweise eines Wortes, das wir nur noch verwenden, wenn jemand an dem Selben gepackt wird. Jedoch wird es gerne „Schlawittchen“ ausgesprochen und dann dementsprechend auch geschrieben. Hierfür gibt es dreierlei Gründe, die diesen Schreibfehler begünstigen:

Zum einen ist das Wort so alt, dass es nicht nur selten ist, sondern sich kaum jemand darunter etwas vorstellen kann, zum anderen ist die regionale Aussprache entscheidend und zum dritten gibt es ein ähnliches Wort, mit dem es sich vermutlich in seinem Fehler verbunden hat.

Schlawittchen ist mundartlich

Das Wort „Schlafittchen“ leitet sich von den „Schlagfittichen“ ab, den Schwungfedern eines Vogels. Hiermit wurde früher der Hemdskragen oder der einer Jacke bezeichnet, weswegen „jemanden am Schlafittchen packen“ synonym zu „jemanden an den Kragen greifen“ verwendet werden kann. Doch ist dieses Wort tatsächlich nur noch in dieser Redensart üblich, andere Bedeutungen kommen ihm im heutigen Sprachgebrauch nicht zu.

Es wird derweil in etlichen Regionen aus nicht näher bekannten Gründen „Schlawittchen“ ausgesprochen – und da liegt es nahe, das Wort auch so zu schreiben, ungeachtet seiner Etymologie. Die Redewendung kann sich übrigens, sowohl bei richtiger als auch bei falscher Schreibweise, ganz physisch manifestieren oder aber auch metaphorisch dafür stehen, jemanden zur Rechenschaft zu ziehen.

Schlafittchen ist alt, aber richtig

Der dritte Grund, warum es oftmals Probleme zwischen „Schlafittchen“ und „Schlawittchen“ gibt, liegt noch einmal in der Region: Manche Dialekte kennen den „Schlawickel“, der im Prinzip das Gleiche meint. Führt man beide Wörter zusammen, also „Schlaw“ vom „Schlawickel“ und „ittchen“ vom „Schlafittchen“, könnte somit das falsche Wort gebildet werden.

Wie es bei Redensarten so ist, sollte man immer ein bisschen damit aufpassen, wenn man sie verwendet: Sie gehen zwar leicht von den Lippen, doch falls man die genaue Bedeutung der einzelnen Komponenten nicht kennt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, sie im falschen Zusammenhang anzuwenden – oder sich bei der Rechtschreibung zu irren.

Weiterführende Links:

http://www.redensarten-index.de

http://germazope.uni-trier.de/Projects/DWB

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