Schamanismus – eine Einführung

Der Schamane ist die zentrale Figur des Schamanismus. Er ist in der Lage sich zwischen der diesseitigen und der sogenannten jenseitigen Welt zu bewegen, vermag Krankheiten zu heilen und mit „Geisterwesen“ zu kommunizieren, indem er sich durch Trommeln, Gesang, Fasten oder spezielle Atemtechniken in Trance oder Ekstase versetzt. Er steht im Mittelpunkt schamanischer Kulturen und nimmt die Rolle des Zauberers oder Medizinmanns ein.

Es gibt verschiedene Erklärungen für den Begriff des Schamanismus. Er kommt wahrscheinlich entweder aus dem sibirischen oder aus dem Sanskrit. Der Schamane bedeutet hier so etwas wie „der Wissende“. Nach einer anderen Theorie übersetzt sich der Begriff als „mit Hitze und Feuer arbeiten“.

Die vielseitigen Aufgaben des Schamanen umfassen die Krankenheilung, die Abwehr „böser Geister“, die Weissagung und Traumdeutung, die Durchführung von Ritualen um Tod und Sterben. Außerdem fungieren sie als Lehrer und Bewahrer von Wissen.

Der Schamanismus zeigt eine enge Verbindung zur Natur. Jede Existenzform ist für schamanischen Kulturen belebt und es wird darauf geachtet, jeder den gebührenden Respekt entgegen zu bringen. Krankheit wird als Ungleichgewicht zwischen dem Körper, Geist und Kosmos angesehen. Es ist die Aufgabe des Schamanen, wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Die Untrennbarkeit des Körpers und der Psyche ist heutzutage auch unter alternativen westlichen Medizinern anerkannt. Zumindest bei der Behandlung psychosomatischer Krankheiten wurde 1980 dem Schamanismus von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) dieselbe Bedeutung zugesprochen wie der westlichen Medizin.

Schamanische Techniken sind nur begrenzt wissenschaftlich erklärbar. Die Wirkung der psychedelischen Pflanzen sowie von Trance und Hypnose sind unumstritten, jedoch erklärt sich die Heilung durch die Reisen des Schamanen in die „jenseitige“ Welt dadurch nicht. Eine einfache Erklärung durch den Placeboeffekt scheint angesichts dieser alten Kultur, in der die verschiedenen Techniken schon seit Jahrhunderten erfolgreich eingesetzt wurden, nicht angemessen. Es ist fraglich, ob die Forschung dem Phänomen des Schamanismus jemals umfassend auf den Grund kommen wird.

3 Meinungen

  1. Zu Deinem interessanten Beitrag möchte ich anmerken, dass der Schamanismus nicht bloß seit vielen Jahrhunderten, sondern seit etlichen Jahrtausenden existiert. Der Schamanismus war sehr wahrscheinlich der Beginn aller Religionen. Der Schamanismus-Forscher Mircea Eliade hält archaische Ekstasetechniken für ein wesentliches Kennzeichen jeder Art von Schamanismus. Hierdurch soll es dem Schamanen, der Medizinmann, Priester und Magier zugleich ist, möglich sein, mit seiner Seele den Körper zu verlassen und auf weiten Reisen in Himmels- und Unterwelten mit Geistern in Verbindung zu treten. Es sind Welten, die der wissenschaftlichen Forschung unzugänglich bleiben. Die Tatsache, dass die Berichte über Schamanismus eine erstaunliche Übereinstimmung aufweisen, stimmt nachdenklich.

  2. Danke für den Hinweis; die Jahrhunderte waren eine kleine Untertreibung meinerseits, korrekter müssen es natürlich Jahrtausende sein 🙂 Ich werde den Beitrag für eine größere Verständlichkeit ändern.

  3. dieser Ruf nach der Forschung und messbaren Beweisen und der Versuch eine Methode der ein magisches Weltbild von Ganzheitlichkeit zu Grunde liegt in unser modernes eingeschränktes wissenschaftliches reinzupressen finde ich nicht wirklich hilfreich….Schamanismus ist mehr als man im Moment messen kann…aber erstaunlicher Weise finden sich gerade in der Quantenphysik und den neuen Theorien z.B. Morphogenetische Felder etliche Übereinstimmungen und Parallelen zum Schamanismus.GrussIvy

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