Rüstungsetat: Verteidigungsministerium beschafft MEADS-Raketenabwehrsystem

Das Verteidigungsministerium in Berlin hat eines der größten Rüstungsvorhaben dieses Jahrzehnts durchgewunken: Das Raketen- und Flugabwehrsystem MEADS wird angeschafft und löst damit das bisherige PARTIOT-System ab. Kostenpunkt: rund vier Milliarden Euro.




Große Beschaffungsentscheidung

Die Entscheidung, das MEADS(Medium Extended Air Defense System) vom Hersteller MBDA das System zur Serienreife bringen zu lassen, ist der bisher größte Rüstungs-Deal, der in die Ära der Verteidigungsministerin von der Leyen fällt. Das Projekt hat bereits eine wechselvolle Geschichte: Ursprünglich von den USA, Italien und Deutschland gemeinsam initiiert, stieg Amerika aus dem Projekt aus. Auch die Bundeswehr wollte das System dann irgendwann zunächst nicht mehr beschaffen, obwohl Deutschland zu diesem Zeitpunkt bereits fast eine Milliarde Euro investiert.
Doch nun gerieten von der Leyen im Verteidigungsministerium und die Bundeswehr unter Druck: Arbeitsplätze in Deutschland seien gefährdet. Bei MBDA Deutschland, das MEADS zusammen mit der Firma US-Firma Lookheed entwickelt hat, sind zurzeit 1.300 Mitarbeiter beschäftigt, davon 1.100 im oberbayerischen Schrobenhausen.

Strenge Vertragsbedingungen

Euro Hawk, Hubschrauber NH90, G36 – wahrscheinlich liegt es an der Pannenserie von Rüstungsgütern aller Art: Die Vertragsbedingungen für den Bau von MEADS sind außergewöhnlich streng. Der Hersteller MBDA Deutschland soll in der Arbeitsphase, die zur Beschaffungsreife führt, immer wieder nachweisen, dass er im Zeitplan ist, mit dem bereitgestellten Budget von vier Milliarden Euro auskommt und auch in technologischer Hinsicht auf dem richtigen Weg ist. Sollte dies nicht der Fall sein, behält sich von der Leyens Ministerium vor, aus dem Projekt wieder auszusteigen. Wenn dieser Fall eintreten sollte, könnte der Wettbewerbskonkurrent RAYTHEON wieder ins Spiel gebracht werden: Das Unternehmen hatte ursprünglich das PARTIOT-System geliefert und nun in Konkurrenz zu MEADS eine modernisierte Version desselben ins Rennen geführt, die nun aber MEADS unterlegen ist. Damit käme ein bewährtes System zum Einsatz, das zwar technisch optimiert, aber nicht vollkommen neu erfunden werden müsste.

Bildnachweis: Thinkstock, 471514792, iStock, ricul

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