Resistenzen: Warum Antibiotika nutzlos werden

Resistenzen: Warum Antibiotika nutzlos werden

Die Zunahme von Resistenzen in diversen Bakterienarten ist eine bedenkliche Entwicklung,
die sich in den vergangenen Jahren immer häufiger beobachten ließ. Explizit geht es darum, dass gefährliche Bakterien nicht mehr durch herkömmliche Antibiotika bekämpft werden können, und daher Reservemedikamente eingesetzt werden müssen – oft verbunden mit starken Nebenwirkungen.

Ausbreitung nimmt zu

Dass sich resistente Keime immer weiter ausbreiten, ist schon lange kein Geheimnis mehr und wurde nun durch neue Daten des Nationalen Referenzzentrums für gramnegative Krankenhauserreger (NRZ) an der Ruhr-Universität Bochum belegt.
Untersucht wurden demnach Patienten und Patientinnen bei denen ein Verdacht auf Antibiotikaresistenzen bestand. Tatsächlich fand man unter 8000 Proben (2017) in nahezu jeder dritten Probe bakterieneigene Enzyme, welche eine Resistenz gegen diverse Antibiotika und Reserveantibiotika aufwiesen. Als einzige Behandlungsmöglichkeit bleiben für betroffene Patienten nur Medikamente, die mit Nebenwirkungen und einer schlechteren Wirkung verbunden sind.

Wer ist gefährdet?

Im Jahr 2016 wurden in der genannten Studie noch 7402 Proben eingereicht, somit ist eine Zunahme von rund acht Prozent innerhalb eines Jahres zu verbuchen.
Nichtsdestotrotz liegt Deutschland damit im Vergleich zu Ländern wie Griechenland und Italien auf einem eher niedrigeren Niveau. Das Ganze sollte man dennoch nicht verharmlosen. Zwar sind auch resistente Bakterien in der Regel harmlos für Menschen mit einem gesunden Immunsystem, aber bei einem geschwächten Menschen sieht das Ganze schon anders aus. Besonders gefährdet sind Patienten, deren Immunsystem aufgrund einer Verletzung oder Krankheit nicht in der Lage ist, sich eigenständig zur Wehr zu setzen. Sind die Erreger erst einmal in den Körper eingedrungen können sie dort beispielsweise eine Lungenentzündung hervorrufen.

Neue Forschungsgrundlagen

Wie es überhaupt dazu kommt, dass Keime Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln können wird zumeist damit begründet, dass diese Medikamente viel zu häufig und bereits bei kleinen Beschwerden verschrieben würden. Da diese Entwicklung aber nur schwer aufzuhalten ist, gilt es derzeit, nach neuartigen Stoffen zu forschen, die den Bakterien zum Verhängnis werden könnten. Als viel versprechender Forschungsgrund wird momentan der Mikrokosmos der sogenannten Phyllosphäre untersucht, der Blattoberfläche von Pflanzen.
In diesem nährstoffarmen Lebensraum gibt es einen sehr hohen „Konkurrenzdruck“, dennoch wird er von einer Vielzahl von Organismen bevölkert. Die teils neuartigen Stoffe, die von diesen Keimen produziert werden, um damit ihrem Lebensraum zu verteidigen, könnten eines Tages dabei helfen, Antibiotikaresistenzen zu überwinden.


Bildquelle: Pixabay, 3532308, ulleo

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