R.E.M. lösen sich auf: Die 10 schönsten Songs zum Abschied

Zuletzt musste sich die Band aus den Musikkritikerkreisen so einiges anhören, beliebig seien sie geworden, zu weich, zu poppig, kaum noch Substanz, die Trennung wäre längst hinfällig. Ob das nun so ist oder nicht, sei jedem selbst überlassen, unumstößlich ist jedoch, dass R.E.M. zu den großen amerikanischen Bands der 80er und 90er gehörten, die über mehrere Generationen hinweg absolute Klassiker kreiert haben und – hört man sich ihre Retrospektiven einmal genauer an – musikalisch mehr als nur dahingezupfte Radiopopsongs bieten konnten. Wer R.E.M. Songs unter Wert verkauft, der hat einfach nicht genau hingehört oder will es nicht wahrhaben, dass auch eine kommerziell erfolgreiche Band als Wegbereiter vieler neuer Genres und Bands gezählt werden kann. Daher drücken wir uns sehr wohl eine Träne aus dem Auge und werfen einen Blick zurück auf das große Werk von Michael Stipe, Bill Berry, Mike Mills und Peter Buck.

R.E.M. Songs: Die Top 10

1

Nightswimming (1993)

Auf dem legendären „Automatic for the People“ Album war neben dem beliebtesten Soundtrack für Betroffenheitsfernsehen „Everybody Hurts“ auch das wundervoll unaufdringliche „Nightswimming“, eine Sammlung aus Erinnerungen, pubertäre Unsicherheiten und eine allgemeine Melancholie, die mit dem immer präsenten Piano an eine Zeit der Unschuld erinnert, die der Betrachter immer noch herbei sehnt. Was passt wohl besser zur Trennung einer Band, die uns durch genau diese Zeit begleitet hat?
[youtube Qx9br5ISRpo]

2

Radio Free Europe (1981)

„Radio Free Europe“ war die erste Single der Band, damals hatte Michael Stipe auch noch Haare, die wenigsten würden ihn mit Lockenkopf erkennen, aber er war es, wirklich, ehrlich. Die Mischung aus Garage und Pop würde die Jahre hinweg unzählige andere Alternative Bands inspirieren, „Murmur“ war außerdem noch getrieben von eher rohen Songs, die man kaum mit den genau durchdachten Strukturen der späteren Werke vergleichen kann. Genau das macht aber den Charme der frühen R.E.M. Songs aus.
[youtube KA57Pafq_NU]

3

Orange Crush (1988)

1988, als der Krieg vor allem in den Medien mehr als verdrängt wurde, veröffentlichten R.E.M. „Orange Crush“, in dem es um einen erfolgreichen, jungen Absolventen geht, der sich für das Militär einschreibt und in den Krieg geschickt wird. „Orange Crush“ wird in Verbindung mit „Agent Orange“ gebracht, eine biologische Kriegswaffe, die im Vietnam Krieg verwendet wurde und dort noch heute genetische Auswirkungen auf die Bevölkerung hat. Gewissen und die ignorante Naivität der oftmals viel zu jungen Soldaten wird hier in einem sehr eigenen R.E.M. Sound verarbeitet. Auch das Cover der Editors lässt sich nicht zuletzt durch Tom Smiths eindrucksvolle Stimme hören.
[youtube ToVIlrfpBAA]

4

It's the end of the world as we know it (1987)

Wir lieben diesen Song, Michael Stipe liebte ihn wohl nur bedingt, da die Wortgewalten im Schnellschußverfahren schnell einmal durcheinander geraten, aber egal, das kritische Lied kann gleichwohl als Position der Generation X in ihrer Gegenwart gesehen werden, die Auseinandersetzung mit einer zerbröckelnden Gesellschaft, die aber überraschenderweise dennoch völlig ok zu sein scheint.
[youtube o-bokeh9rDo]

5

What's the Frequency Kenneth? (1994)

Eigentlich war „Monster“ im Jahre 1994 kein großer Erfolg, was wahrscheinlich auch daran lag, dass es eher als kompaktes Album im Durchlauf funktionierte und weniger „Hitsingles“ zu verzeichnen hatte. Dennoch machte es „What's the Frequency Kennth?“ in die Charts und letztendlich in die Herzen der größten Fans und wie sehr kann man mittlerweile mitfühlen, geht es in dem Song doch um einen Mann, der versucht, herauszufinden, was die Jugend so bewegt. Natürlich kommt er zu keinem Schluss, gerade die Generation X Jugend war ja getrieben von ihrer Ziellosigkeit. Die Generation Z ist allerdings auch nicht viel weiter gekommen…
[youtube luuqhAS0x6o]

6

The One I love (1987)

In der langen Liste der Songs, deren Sinn völlig missverstanden wurde, ist „The One I love“ ein zynisches Werk über eine lieblose Beziehung, in der man sich nur ausnutzt, um seine Zeit zu vertreiben und irgendwie voran zu kommen. Im Gegensatz zu vielen anderen R.E.M. Songs wird das Tempo hier ein wenig angezogen und erinnert sogar ein wenig an die leichteren 90er Jahre Grungesongs.
[youtube Cvt-VjLFXUE]

7

So. Central Rain (1984)

Besonders der Chorus ist wohl Grund dafür, dass der Song in dieser Liste gelandet ist, die erschöpft vorgetragenen Strophen werden durch das emotionale „Sorry“ zu einem Gefühl, das wir wohl alle schon gehabt haben. 1984 fand sich der Song auf „Reckoning“ ein und erinnert an ernüchternde Sonnenaufgänge, in denen die Fehler der letzten Nacht liegen.
[youtube HnElW72_VP0]

8

Cuyahoga (1986)

Ein wenig bekannter, dafür persönlicher Liebling unter den R.E.M. Songs ist „Cuyahoga“, vom 1986er Album „Lifes Rich Pageant“. In dem Song geht es um ein Umweltbewusstsein, der stark verschmutzte Cuyahoga River in Cleveland, Ohio fing tatsächlich diverse Male Feuer und stand dabei in diesem Song für die erschreckenden Konsequenzen der Umweltverschmutzung.
[youtube APn_r6_VLCo]

9

Man on the Moon (1992)

In Erinnerung an den großartigen Comedian Andy Kaufman, dessen Biopic (mit Jim Carrey als Kaufman) auch den Titel dieses Songs trug, geht es in „Man on the Moon“ vorwiegend um „den letzten Streich“ Kaufmans, dessen Tod durch Krebs von vielen immer noch als sein ultimativer letzter Gag gesehen wird, ebenso wie – so Stipe – die Mondlandung nur gefaked war.
[youtube 1hKSYgOGtos]

10

Losing my Religion (1991)

Jaja, wir alle haben ihn schon viel zu oft gehört, aber als „Losing my Religion“ im Jahr 1991 auf dem Album „Out of Time“ erschien, war es für viele Musikfans eine Offenbarung und der Durchbruch für die Band. Um Religionskritik geht es hierbei jedoch nicht, da die Phrase „losing ones religion“ in den Südstaaten so etwas wie „Seine Geduld verlieren“ bedeutet. Der Song selbst ist ein Liebeslied, in dem es um die unerwiderten Gefühle und die Ungeduld geht, die einen in den Wahnsinn treiben können.
[youtube JEPUk8UJAVw]

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