Pawel Althamer: Kunst der Beklemmung

Althamer wurde 1967 in Warschau geboren. Seine Skulpturen und Installationen erreichten schnell eine hohe Bekanntheit und sind heute bereits Teil des Kunstkanons im Bereich dreidimensionaler Darstellung.

Auch in Sachen Materialien ist Pawel Althamer einfallsreich. So schuf er ein Selbst-Portrait aus Gras, echtem Haar und Pflanzenfasern („Selbstporträt und Porträt der Frau des Künstlers“), 2002, das ihn nackt darstellt und das er in Form eines aufblasbaren Aerostats durch den Mailänder Park Sempione fliegen ließ.

Ebenfalls sieht man auf Ausstellungen Miniaturen von ihm, wie er z. B. als Figur essend in einem kleinen Koffer zu wohnen scheint. Hier ist die Kunst der Beklemmung zumindest physisch sichtbar, weil das Dargestellte eingeengt ist. In seinem Kunst-Bereich geht es jedoch nicht nur aktiv um das Kunstobjekt, sondern ebenfalls um die beklemmende Situation oder die Beklemmung, die ein Betrachter empfindet.

Althamers Kunst und Selbst-Installationen

Eine Art Selbst-Installation nahm Pawel Althamer vor, als er rauchend in eine Wanne stieg, sich mit darin enthaltenen Exkrementen einrieb, während im Hintergrund religiöse Lieder erklangen.

Die Übergänge zur Performance Art sind hierbei also fließend. Beklemmend kann dabei sicherlich wirken, dass sich Ausstellungsgäste auf Grund einzelner Aspekte des Gezeigten beklemmt fühlen, z. B. gegenüber der Nacktheit, der Exkremente oder der religiösen Texte in diesem Zusammenhang.

Eine stille Performance ist es, wenn Althamer seinen neugeborenen Sohn als kleines, holzfarbenes Modell 2006 auf ein schmales hölzernes Podest in 1 Meter Höhe packt, wodurch die Zerbrechlichkeit, Empfindsamkeit und Gefährdung des Modells enorm gesteigert wird und beinahe eine empathische Reaktion der Betrachter provoziert wird.

Jude Law und Althamer

Seinen neueren Projekten verhalf u. a. die Bekanntheit Jude Laws zu einem Schwung, der als Komparse in einem seiner „Real Time Movies“ (Echtzeitfilme) 2007 Fisch kauft und das Besondere in alltäglichen Momenten zeigt (bewusstes Erleben). Daher warb Althamer auch mit eben den Worten für die Ausstellung in der Tate Modern – „Komm, Schau, Erlebe“ – (Come, See, Experience).

[youtube RHATOtWR5e8]

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.