Operation Schönheit: Jung für immer mit Botox, Body-Contouring und Saugglocken-BH

Eines ist klar. Früher oder später muss man sich fragen, ob man die Errungenschaften der modernen plastisch-ästhetischen Chirurgie als Anti Aging-Strategie für sich nutzen will oder ob man der Natur ihren freien Lauf lässt. Beide Entscheidungen verdienen Respekt. Wirklich! Da ich aber definitiv nicht zu der "In Würde altern"-Fraktion gehöre, ist mein Interesse an Medical Beauty-Dienstleistungen entsprechend groß. Allerdings plane ich in nächster Zeit keinen Eingriff dieser Art. Der Grund: Noch gefällt mir mein Gesicht so, wie es ist. Sollte ich mich jedoch irgendwann dafür entscheiden, wäre mir ein natürliches und harmonisches Ergebnis wichtig. Und das scheint heute möglich zu sein. Voraussetzung dafür sind das Know-how, die Erfahrung und das ästhetische Verständnis des Facharztes/der Fachärztin. Wer den Richtigen bzw. die Richtige finden will, sollte vorab Bescheid wissen, was ihn erwartet, denn nur so kann man auch die richtigen Fragen stellen. Next point.

Meiner Meinung nach ist die moderne Schönheitschirurgie eine durchaus sinnvolle Ergänzung kosmetischer Maßnahmen. Irgendwann stößt nämlich leider auch die beste Creme der Welt an ihre Grenzen. Warum also unter hängenden Augenlidern, ausgeprägten "Merkel-Falten" (Sorry, Frau Bundeskanzlerin!) oder hängenden Hautpartien leiden, wenn es eine Alternative gibt? Ich persönlich kann den teils stattfindenden "Feldzug" gegen die plastisch-ästhetische Chirurgie weder verstehen noch finde ich es hilfreich. Dafür ist dieser Fachbereich der Medizin viel zu faszinierend. Deshalb möchte ich an dieser Stelle eine Lanze für die 650 Fachärzte für plastische und ästhetische Chirurgie sowie Chirurgen mit Teilgebiet plastische Chirurgie brechen, die jeden Tag bundesweit im Dienste der Medical Beauty stehen. Sie kämpfen nicht gegen Ebola oder Krebs, "nur" gegen Falten, Fettpölsterchen oder Hängebrüste. Doch damit steigern sie im Idealfall die Lebensqualität derjenigen Patienten, die sich in ihre Hände begeben. Was viele nicht wissen: "Echte Schönheitschirurgen" haben eine mehrjährige Facharztausbildung absolviert, damit sie Damen und Herren auf eigenen Wunsch hin verjüngen und verschönern können. Wir sprechen demnach nicht über eine Pille-Palle-Lifestyle-Medizin light, sondern eine chirurgische Disziplin, die auf den vier Säulen Ästhetische Chirurgie, Rekonstruktive Chirurgie, Verbrennungschirurgie und Handchirurgie beruht. Sind Sie jetzt beeindruckt? Ich hoffe, ja. Next point.

Chirurgisches Anti Aging ist wie gesagt eine Option, um auch jenseits der 50, 60 … gesund, frisch und altersentsprechend schön auszusehen. Wer sich wie ich intensiv mit den vielfältigen Möglichkeiten beschäftigt, dem wird klar, dass die "Operation Schönheit" keine Bagatelle ist. Selbst eine "ach-so-einfache" Botox-Spritze kann riskant sein, denn spritzt der Arzt an die falsche Stelle, kann es passieren, dass das Augenlid (vorübergehend) hängt. Andere Faltenfüller wie Kollagen oder Hyaluronsäure gelten ebenfalls als relativ unproblematisch, doch können beispielsweise allergische Reaktionen nicht ausgeschlossen werden.

Eine neuere Methode zur Faltenbehandlung ist die Eigenfett-Unterspritzung, über die Focus ebenfalls berichtet. Für diesen Eingriff saugt der Arzt Fett aus den Oberschenkeln oder dem Bauch ab. Diese Masse wird aufbereitet und anschließend in das Gesicht gespritzt. Klingt unkompliziert, nicht wahr? Doch die Methode ist keineswegs so einfach, wie sie klingt. Das Verfahren ist aufwändig und anspruchsvoll. Ein kleines Manko gibt es auch: Bislang fehlen Langzeitstudien. Die Umverteilung der Fettreserven kann Frauen sogar zu einem schöneren Busen verhelfen. Ende Juli diesen Jahres hat der Chirurg Roger Khouri aus Miami/Florida auf einem Kongress in Berlin eine entsprechende Methode vorgestellt, die er "Liposculpturing" nennt. Das Prinzip: Unerwünschte Fettpölsterchen werden aus Beinen, Bauch und Po abgesaugt. Daraus formt der Facharzt dann einen neuen Busen. Alles easy? – von wegen. Die Patientin muss beispielsweise vier Wochen vor dem Eingriff einen speziellen Saugglocken-BH tragen, der aus einem Science Fiction-Film zu kommen scheint. Dieser Expander dehnt die Haut bereits auf die nächste Körbchengröße. Das Verfahren kommt nicht für alle Patientinnen in Frage. Bei zu viel überschüssiger Haut geht es auch mit Liposculpturing nicht ohne Schnitte bzw. Narben. Aha! Schönheitschirurgie bedeutet nicht, dass man über Nacht schön wird. Merke: Ohne blaue Flecken, Blutergüsse, Schwellungen und Narben geht es in der Regel nicht. In letzter Zeit war viel von "minimal-invasiven" endoskopischen Verfahren die Rede. Sie versprechen kleinere Eingriffe mit kürzeren Narben. Kritische Stimmen sprechen hier eher von einem Marketing-Gag. Der Grund: Zwar sind nur kleine, unauffällige Schnitte notwendig, um die benötigten Geräte und optischen Helferlein einzuführen, doch unter der Haut sollen die Verletzungen größer als bei großen Facelifts sein. Und wie steht es mit "Mini-Facelifts"? Die funktionieren offensichtlich nur auf Teilbereichen und sind eher für junge Patienten mit entsprechend minimalen "Problemen" zu empfehlen. Die Ergebnisse scheinen so bescheiden zu sein, dass Mini-Facelifts unter Experten als wenig effektiv gelten. Es kommt hinzu, dass für wirkliche hautverjüngende Effekte auch die Halspartie gestrafft werden muss. Und das geht nicht ohne weitere Schnitte unterhalb des Kinns. Muss überschüssige Haut entfernt werden, sind größere Schnitte unvermeidlich. Es scheint, als wären Vokabeln wie "Mini-Lifting" oder "minimal-invasiv" nur ein Mittel, um Ängste bzw. Hürden bei den Patienten abzubauen. Ein guter Chirurg wird deshalb aus den genannten Gründen so offen wie möglich sein und den Eingriff nicht klein reden.

Viele Hoffnungen, aber auch Irrtümer verbinden sich mit Fettabsaugungen (Liposuktion). Moppelig in den OP und rank und schlank wieder raus? Leider muss ich auch diesen Traum zerstören. Der Eingriff selbst ist alles andere als einfach. Nach einer Fettabsaugung muss man überdies mit einer monatelangen Heilung rechnen. Auch muss in den ersten Wochen nach dem Eingriff ein eng angliegendes Korsett getragen werden, das bestimmt alles andere als sexy ist. Eine Fettabsaugung ist zudem keine Alternative zu Sport und Diät. Mediziner müssen regelmäßig übergewichtige Patienten wegschicken, die glauben, die Liposuktion würde alle Probleme lösen. Am Gesundheitszustand des Patienten ändert sich nichts, lässt uns der Hamburger Mediziner Hartmut Meyer wissen, da Ärzte nur das Fett direkt unter der Haut absaugen können. Etwaige krankmachende Fettmassen bleiben zwischen den Organen. Aber es kommt noch dicker: Wer nach dem Eingriff wieder seinen unvernünftigen Lebensstil aufnimmt, der füllt seine Fettdepots wieder auf. Somit wäre der Effekt der Fettabsaugung nur kurzfristig. Bei Preisen von bis zu 6000 Euro für einen Eingriff sollte man sich wirklich gut überlegen, ob man nicht vorher zu einem Ernährungsberater geht und sein Leben umkrempelt. Von den Risiken einer Fettabsaugung – große innere Wunden, Taubheitsgefühl im operierten Hautarea
l, Blutungen usw. – ganz zu schweigen. 

Fazit: Mit Hilfe des chirurgischen Anti Agings kann man der Schwerkraft trotzen und Hautalterungsprozesse reduzieren. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Tödliche Zwischenfälle gab es auch bei Beauty-OPs. Constance Neuhann-Lorenz, Präsidentin des internationalen Komitees für Qualitätssicherung (IQUAM) innerhalb der plastisch-ästhetischen Chirurgie, sagt deshalb zu Recht: "Man hat nur einen Körper, nur ein Gesicht. Man sollte es nicht leichtfertig in fremde Hände geben – und sehr genau darauf achten, wessen Hände es sind." Anders ausgedrückt: Trau – schau – wem!

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