Mit der Digitalisierung verhält es sich wie mit dem Wasser

In sechs Jahren werden wir die Köpfe schütteln über die Vorstellung, daß wir es jemals aushielten mit der Rotation der Radiosender, die nurnoch wenige hundert Titel umfaßt. Wortbeiträge bekommen wir dann per Podcast, das Hintergrundgedudel kann der iPod Shuffle übernehmen – und das sogar besser. Soweit die Prophezeiung von Tim Renner, mit der er sich aber nicht wirklich weit aus dem Fenster lehnt. Studien haben längst nachgewiesen, daß die Radionutzung bei Jüngeren abnimmt. Bei Verlagen kann man davon ausgehen, daß sie Produkte und Geschäftsmodelle ändern, wenn sich die Mediennutzung verändert – man sehe sich die mal mehr, mal weniger hektischen Bemühungen der Medienkonzerne an, zwonullig zu werden. Aber kann das Radio das auch so leicht? Wohin mit den Inhalten? Werden die Nachrichtenredaktionen zu Zulieferern der multimedialen Inhalte großer Websites? Machen all die Morningshow-Moderatoren ihren eigenen kleinen, downloadfinanzierten Podcast auf? Lustig, daß gerade jetzt mit der Sendung "Trackback", die das Spreeblick-Team für Radio Fritz macht, Blogo- und Podcastosphäre ins Broadcasting-Radio einziehen. 

Ebenfalls bei Spiegel Online läuft übrigens gerade eine Umfrage zur Zukunft der Musikindustrie. Dauert 10 Minuten, ist glaubhaft anonym und hilft vielleicht sogar – ein Großteil der Fragen dreht sich nämlich um Preise und Preisakzeptanz bei CD-Alben. 

» Tim Renners Gastbeitrag bei SpOn

» Umfrage "Zukunftsmusik" 

» Aus der Wiedervorlage: Das ZEIT-Dossier "Rettet das Radio" (Februar 2005) 

[Disclaimer: Ich schreibe gelegentlich für Spiegel Online. Dieser Eintrag hat damit nix zu tun. Ich sach' ja nur.] 

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