Messerevue: Motorworld Classics Berlin 2018

Vom 4. bis zum 7. Oktober 2018 lockte die Motorworld Classics Berlin abermals mehr Besucher an als im Vorjahr: Mit 31.300 waren rund 2.800 Gäste mehr erschienen als 2017. Highlights und Neues gab es bei der vierten Auflage der Oldtimer-Messe reichlich.

Zu den besondere Raritäten der Automobilgeschichte gehörte das kleinste Auto der Welt, der von der Peel Engineering Company auf der Isle of Man gebaute Peel P50. Zwischen 1961 und 1963 entstanden rund 120 Exemplare des 132 cm langen, rund 100 cm breiten und 117 cm hohen Dreirades. Der nur mit einer Tür, einem Scheibenwischer und einem Scheinwerfer versehene Kleinstwagen nimmt einen Fahrer und eine Einkaufstasche auf und wurde konzipiert, um bei minimalen Unterhaltskosten dem britischen Wetter ein Schnippchen zu schlagen. Die auf der Motorworld Classics Berlin präsentierte Knutschkugel gehört dem PS.Speicher aus Einbeck und trägt die Produktionsnummer 1. Damit ist er aller Wahrscheinlichkeit nach der erste Peel P50 der Welt.

 

Brennabor zu Gast bei der Motorworld Classics Berlin

Auch regionale Produkte waren zu bestaunen: In den 1920er Jahren stellten die Brennabor-Werke aus Brandenburg a.d. Havel den größten Automobilhersteller der Weimarer Republik dar. Die 1905 aufgenommene Fahrzeugproduktion des Unternehmens genoss in den Roaring Twenties ihre Blütezeit. Der 1. Brennaborverein Brandenburg a.d. Havel erinnerte auf der Motorworld Classics Berlin unter anderem mit einem Brennabor Typ R von 1926 an diese goldenen Zeiten. Deutlich südlicher beheimatet war der BMW M1 mit Bemalung von Andy Warhol. Das Art Car aus dem Fundus des BMW Museums und gehörte zu den spektakulärsten Exponaten der Oldtimer-Messe. 1979 eroberte der der Rennsportwagen – laut Warhol „im Stile eines abstrakten Impressionisten mit Feldern von Regenbogenfarben“ in Le Mans den sechsten Platz.

 

Volkswagen – bauen und schauen

Mit einer Live-Auktion wartete die Motorworld Classics Berlin 2018 in Halle 16 nicht mehr auf. Stattdessen durften die Besucher dort beim Live-Event vom „Das Altblechwerk“ Profis über die Schulter schauen. Inhaber Sven Dühring brachte zur Oldtimer-Messe eine geschweißte und lackierte Karosserie eines 1977er Volkswagen Golf 1 mit. Der dazugehörige 1,5-l-Motor mit 51 kW baute Dühring in Einzelteilen vor Ort mit sämtlichen Dichtungen und Lagern an einem Motorständer neu auf. Weitere Volkswagen zu bestaunen gab es beim ersten VW-Bus-Treffen. Organisiert von der Interessengemeinschaft VW Bus T3, IG T3, waren die Besitzer der Typen T1, T2, T3 aufgerufen, am 6. Oktober 2018 unter dem Funkturm zusammenzukommen.

 

Picknick mit Aussicht im Sommergarten

Kaiserwetter herrschte beim Picknick im angelegten Sommergarten unter dem Berliner Funkturm. Besitzer von Old- und Youngtimern sowie klassischen Motorrädern genossen freien Eintritt und konnten ihre Schätze dort in Szene setzen. Mit dem samstäglichen „Concours de Nonchalance“ bat die Motorworld Classics Berlin am den Nachwuchs ins Rampenlicht. 25 junge Klassikerfahrer, die zusammen mit ihren Fahrzeugen höchstens 60 Jahre zählen, nahmen an der Premiere teil und stellen ihre Youngtimer und Oldtimer (Baujahr 1998 und älter) im Sommergarten am Springbrunnen vor dem Palais am Funkturm aus. Eine Jury kürte die Gewinner des ersten „Concours de Nonchalance“, die Prämierung der siegreichen Fahrzeuge erfolgte im dann Palais.

 

Künstlerische Darbietungen auf der Oldtimer-Messe

Künstler fehlten auf der Motorworld Classics Berlin auch nicht: „Die Ladys“ trällerten Songs wie „Bei mir bist Du scheen“ oder „Mr. Sandman“. Die drei „Herr‘n von der Tankstelle“ unterhielten mit Ohrwürmern wie „Veronika, der Lenz ist da“ oder „Mein kleiner grüner Kaktus“, das Berliner Rufus Temple Orchestra mit 20er-Jahre-Klassikern. Ferner war der Hauptmann von Köpenick in den Messehallen unterwegs. Zudem gab es Talkrunden mit Wartburg-Charity-Fahrern, Axel Schulz, Heidi Hetzer sowie Experten zu Aussichten und Möglichkeiten des zukünftigen Oldtimer-Marktes. Alles in allem mal wieder eine gelungene Veranstaltung mit reichlich Abwechslung und Kurzweil.

Bilder: ©Arild Eichbaum

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