‚Mensch, Paul!‘ – noch ein Paul Roman von Anette Göttlicher

Da ist er wieder, der Herr Kopfverdreher. Und zwar in Gestalt eines Familienpapis, der gerade erst in Maries Straße eingezogen ist. Und auch noch genau gegenüber. Dabei hatte Marie den Hallodri eigentlich bereits so gut wie komplett aus ihrem Leben mit Jan und dem Nachwuchs verbannt.

„Mensch, Paul!“ noch ein Paul Roman von Anette Göttlicher

Und es kommt wie es in einem der Paul Romane einfach kommen muss. Auch in „Mensch, Paul!“ wird Marie wieder schwach. Zumindest im Geiste. Was man ihr auch nicht wirklich vorwerfen kann, denn der Herzensbrecher weiß, wie er vorgehen muss, um eine Frau durcheinanderzubringen. Und zwar – und das ist nach wie vor seine Spezialität – eben nicht nur eine. Die einzige, die davon irgendwie gar nichts mitbekommt, ist Natalie, seine Lebensgefährtin, mit der sich Marie dummerweise angefreundet hat, bevor Jan ihr bereits einmal einen Seitensprung mit Paul verziehen hat. Auf ein zweites Mal war also nicht zu hoffen. Marie steckt in einer Zwickmühle…

Die Paul Romane lassen in Sachen Spannung deutlich nach

Anette Göttlicher, hat ihren ersten Roman aus der Reihe, „Wer ist eigentlich Paul?“, aus einer Kolumne entwickelt,  die auf Cosmopolitan.de erschien und „Maries Tagebuch“ hieß. Und die ersten drei Bände wurden ein wirklicher Erfolg. Inzwischen ist bereits Band 5 ertschienen. Und es sollte jetzt auch mal der letzte sein, denn es beginnt spätestens jetzt langweilig zu werden. Wie naiv kann Frau sein, dass sie nicht irgendwann mal merkt, dass dieser Typ Mann was zum Spaßhaben und nichts fürs Leben ist?

Göttlichers Schreibstil ist so, wie man es von ihr erwarten darf: Leicht, in sich logisch und durchaus auch mal amüsant. War aber in früheren Büchern definitiv auch schon besser und vor allem abwechslungsreicher, weil ironischer. Besonders abtörnend sind die pseudoerotischen Stellen. Aber auch die Tatsache, wie wenig selbstkritisch Marie damit umgeht, dass ihre Freundinnen aus ihrem Leben verschwunden sind und sich dabei nur selbst leid tut und wie sie immer wieder versucht, sich einzureden, dass der tägliche Eintopf mit dem extrem langweilig wirkenden Jan und Kleinkind besser schmeckt als Sushi, ist ermüdend. „Mensch, Paul!“ ist ein Buch, das man lesen kann, das man aber sicher nicht gelesen haben muss.

Anette Göttlicher: „Mensch, Paul!“, erschienen bei Ullstein im Juni 2011 als Taschenbuch, 315 Seiten zu haben für 8,99 Euro.

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