Meniskus oder Miniskus?

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Richtig: Meniskus!

Ich vermute einen sehr einfachen Defekt hinter der Problematik Meniskus-Miniskus. Sprechen Sie das Wort doch einfach einmal flott ein paar mal hintereinander. Stellt sich da nicht irgendwann automatisch ein „Miniskus“ ein? Mir jedenfalls ergeht dies so.

Wissenschaftlich bewiesen ist meine Theorie allerdings nicht. Wissenschaftlich lupenrein ist aber die folgende, richtige Schreibweise: nämlich Meniskus. Auch beim Plural heißt es aufpassen: der neue Duden verweist auf die „Menisken“, auf Wikipedia finden sich auch die „Meniski“.

Über den berühmten Knieknorpel

Es gibt gar nicht so wenige Menschen, die beim Wort Meniskusschäden schon Schmerzen im Knie bekommen. Anatomisch gesehen stellen die Menisken die halbmondförmigen Knorpel im Kniegelenk dar. Insbesondere Sportler oder Leute, die beruflich Tätigkeiten ausüben, die die Knie beanspruchen, haben oftmals Schäden am Meniskus-Apparat.

Besonders prädestiniert für Meniskusverletzungen sind unter anderem Fußball, Tennis, Handball, Skifahren, Snowboard, Basketball, Diskuswerfen, Skateboarding, Rugby, Karate und Radsport. Eine Meniskusverletzung erfolgt meist bei einer intensiven und schnellen Verdrehung des Kniegelenkes oder beim Einknicken. Oder der Knorpel degeneriert und nutzt sich ab.

Die Herleitung des Wortes

Wie so manche Wörter in unserer Sprache findet sich der Ursprung in der klassischen Antike: man hat die anatomisch-medizinische Bedeutung aus dem Griechischen gewonnen. Aus dem Griechischen übernommen bedeutet „μηνίσκος mēnískos“= mondförmiger Körper“, und kommt ursprünglich von „menē = Mond“. Wörtlich und mit etwas Verve übersetzt, bedeutet dies „Möndchen“. Doch auch wenn´s noch so niedlich ist, das mit dem Möndchen: Abstand halten vom Diminutiv Mini. Kein Miniskus, bitte! Eine kleine Eselsbrücke: „Das Knie mach nie Mini“…

Mein Tipp zur Rechtschreibung

Ist einmal mehr Werbung in eigener Sache. Ich kann nur jedem, sowohl Sprachbegeisterten alsauch Hilfesuchenden, wie immer direkt unseren Wörterblog empfehlen. Hier finden Sie sichere Aufklärung bezüglich mancher Sprachmysterien. Und die sprachliche Herleitung finde ich immer ganz besonders interessant. Und natürlich ein immer aktuelles Werk: der Duden!

Duden, der Klassiker.

Hintergundwissen: Meniskus-Verletzungen

Meniskusschäden sind keine Seltenheit. Besonders gefährdet sind Sportlern und Menschen, die ihre Knie berufsbedingt stark beanspruchen sowie auch älteren Menschen, bei denen die Menisken an Elastizität eingebüßt haben. Schäden am Meniskus gehen regelmäßig mit unangenehmen Knieschmerzen einher. Während manche Verletzungen am Meniskus keinen operativen Eingriff bedürfen, ist bei einem Komplettabriss eine Meniskusoperation zumeist unabdingbar, möchte man keine schweren Folgeschäden – wie beispielsweise eine Arthrose – riskieren.

Ursache von Meniskusschäden

Der Meniskus ist eine halbmond- und keilförmige Knorpelscheibe, die sich im Kniegelenk befindet.
Jedes Knie verfügt über einen Außen- und Innenmeniskus. Die vier im menschlichen Körper befindlichen Menisken dienen als Puffer zwischen Oberschenkel- und Unterschenkelkopf, d. h. sie gleichen deren Bewegungen aus, stabilisieren das Kniegelenk und schützen außerdem die Gelenkknorpel. Bei senkrechten Bewegungen des Beines ist eine starke Belastung der Gelenke unproblematisch. Kommt es jedoch zu einer plötzlichen Drehbewegung, werden die Gelenke auf ungewohnte Weise belastet, sodass Meniskusschäden auftreten können.

Die relativ harmlose Form solcher Schäden ist die Meniskusquetschung oder der Anriss des Außen- bzw. Innenmeniskus. Wesentlich problematischer gestaltet sich der Meniskusriss, der zumeist mit einem blutigen Kniegelenkerguss einhergeht. Dabei treten Risse des Innenmeniskus wesentlich häufiger auf als die des Außenminiskus. Bei einem Meniskusriss kann sich das gesamte Kniegelenk verlagern; bleibt er unbehandelt, so kann es zu weiteren Gelenkschädigungen bis hin zur Gelenkarthrose kommen.

Symptome und Behandlung von Meniskusverletzungen

Meniskusschäden äußern sich durch akut auftretende Schmerzen am betroffenen Gelenk. Häufig tritt das Gefühl von Instabilität auf. Geraten die beschädigten Menisken zwischen die Gelenkscheiben, kommt es regelmäßig zu Belastungs- und Bewegungseischränkungen, die mit starken Knieschmerzen einhergehen. Ein Warnsignal für die Schädigung der Menisken sind knackende Geräusche im Knie; in einigen Fällen ist das Gelenk vollständig blockiert und bewegungsunfähig.

Der jeweilige Schaden ist von außen nur schwer zu diagnostizieren. Sowohl bei leichteren Verletzungen, wie der Meniskusquetschung als auch bei einem kompletten Riss des Außen- oder Innenmeniskus können starke Schmerzen bei Belastung und allgemeinen unangenehmen Empfindungen im Kniebereich auftreten.

Während eine Quetschung oder ein Anriss jedoch ohne operativen Eingriff behoben werden können und Medikamente sowie eine Bewegungstherapie ausreichend sind, um eine Heilung herbeizuführen, muss bei einem vollständigen Meniskusriss eine Operation durchgeführt werden. Bei der Meniskusoperation wird eine Teil- oder Vollnarkose verabreicht, sodass der Patient keine Knieschmerzen hat.

Je nach Schädigung, entfernt der Chirurg einen Teil des geschädigten Meniskus oder näht, klammert, bzw. repariert ihn anderweitig. Bei einer Meniskusteilentfernung kann der Patient die Klinik noch am Tag der Operation verlassen und nach etwa zwei Wochen wieder Sport treiben.

Kommt es bei der Meniskusoperation zu einer Klammerung oder wird der Meniskusriss genäht, so bedarf es noch weiterer Schonung, bevor sich der Patient wieder sportlich betätigen darf.

Meniskusverletzungen: rasches Handeln ist unabdingbar

Meniskusschäden treten häufig auf, wenn starke, drehende oder schräg einwirkende Kräfte auf die Knie wirken. Wenn Sie infolge einer unnatürlichen Drehbewegung der Kniegelenke akute Schmerzen verspüren, ist der Gang zum Arzt unabdingbar. Denn sollte ein Komplettabriss des Meniskus eingetreten sein, ist eine rasche Meniskusoperation die einzige Möglichkeit um dauerhafte, schwere Knieprobleme vorzubeugen.

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