Mehr Freizeit für junge Väter als für junge Mütter

Früher war die Arbeitsverteilung in jungen Familien noch klar aufgeteilt: Während der Mann seinem Job nachging, kümmerte sich seine Frau um Haushalt und Kind. Das ist nun anders – zumindest meinen das junge Väter. Doch die Realität sieht anders aus…


Junge Familien sind offener geworden – typische Geschlechterrollen werden kaum noch gewünscht. Dabei wünschen sich junge Väter immer häufiger intensiver an der Erziehung des Kindes teilzuhaben. Ihr Motiv: Sie wollen es anders und besser machen als ihre eigenen Väter. Das ist vor allem in Westdeutschland ein ziemlich durchgängiges Motiv. Junge Väter wünschen sich aktiver in der Vaterrolle zu sein, mehr mitzukriegen vom Kind und liebevoller zu sein, als sie es selbst erlebt haben. Aber Beobachtungen zeigen, wenn es dann mal real wird, also das Kind geboren ist und etwa die Entscheidung ansteht, weniger im Beruf zu arbeiten, dann gibt es meist eine starke Retraditionalisierung. Selbst die Väter und Mütter, die es sich anders vorgestellt haben, fallen häufig in Muster zurück, die sie eigentlich nicht wollten. Und selbst bei Doppelverdienern zeigt sich immer mehr, dass es am Ende doch die Frauen sind, die sich mehr für die Familie aufopfern als ihr männlicher Gegenpart. Beobachtet man ihr Freizeitverhalten fällt auf: Männer nehmen sich deutlich mehr freie Zeit als Frauen. Und das zeigte nun auch eine Studie aus den USA.

Männer haben doppelt so viel Freizeit

US-amerikanische Forscher ließen junge Doppelverdiener-Paare drei Monate lang Tag für Tag detaillierte Zeitaufzeichnungen über ihre Aktivitäten zu Hause machen. Die Ergebnisse sind aus Frauensicht und vielleicht auch aus damals so motivierter Männersicht ernüchternd: Während es an Werktagen bei der Aufteilung von Hausarbeit sowie Kinderbetreuung und Freizeit zwischen Müttern und Vätern noch einigermaßen ausgeglichen zuging, wendete sich das Blatt an Wochenenden radikal. Da gönnten sich die Männer nämlich doppelt so viel Freizeit wie ihre Partnerinnen.

Die Ergebnisse der Studie beziehen sich zwar nur auf US-amerikanische Paare, doch wer glaubt, dass diese nicht auch auf junge deutsche Paare zu übertragen wären, der irrt vermutlich…

Foto: Thinkstockphotos, iStock, 490581879, DragonImages

Schreiben Sie Ihre Meinung

Ihre Email-Adresse wird Mehrere Felder wurden markiert *

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.