Marc Chagall: Expressionist mit surrealistischen Anklängen

Ein Freund lobte Marc Chagall für seine Bilder. Sie seien wie von einem Künstler gemalt. Chagall, der noch gar keine so rechte Vorstellung davon hatte, was ein Künstler sei, war ein Weg aufgezeigt.

Zum ersten Mal, etwa im Alter von 14 Jahren, dachte der russischstämmige Jude daran, die Kunst zu seinem Beruf zu machen. Chagalls ursprünglicher Name lautet Mark Zakharovich Shagal. Geboren wurde er am 24. Juni 1887.

Marc Chagall: Biografie und Daten

Seine Biografie ist ein Trost für aufstrebende Talente. In Sankt Petersburg bewarb er sich zunächst an der Kunsthochschule, wurde aber abgelehnt.

Anstatt dessen besuchte der spätere Expressionist die Schule der Kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste – wo er mit französischen Malern wie Paul Cézanne, Paul Gauguin und Vincent Van Gogh bekannt gemacht wurde – die Privatschule Saidenberg und die Swansewa-Schule. Aus diesem Mann sollte einmal einer der am meisten beachteten Künstler unserer Zeit werden.

Chagall zog 1911 nach Paris. Dort achtete man die russische Kunst damals mehr. Schon zu Lebzeiten bezeichneten ihn seine Kollegen als le poète, und der Schriftsteller Guillaume Apollinaire nannte seine ersten Gemälde 1912 surnaturel. Derselbe gab später dem Surrealismus seinen Namen.

In Paris begegnete er Fauvisten, Kubisten und Orphisten, welche ihn alle beeinflussten. Aus seiner Heimat nahm er die Volkskunst und die jüdische Mystik mit. Daraus entwickelte sich seine surrealistisch anmutende Symbolsprache, die sich in Bildern, Kirchenfenstern und Theaterkulissen gleichermaßen niederschlugen.

Chagall und die Welktkriege

Beide Weltkriege bedeuten große Einschnitte in sein Leben. 1914 konnte er aufgrund der Grenzensperrung nicht aus einem Urlaub in der Heimat nach Frankreich zurückkehren, und 1941 musste Chagall nach Amerika fliehen.

Davor, zwischen 1931 und 1937, bereiste der Expressionist die ganze Welt: von den Niederlanden über Spanien bis nach Ägypten und Syrien. Die Eindrücke flossen in sein bekanntestes Werk ein, seine Bibelillustrationen. Die Bibel war für ihn das poetischste Werk schlechthin. In Amerika fertigte er die Kulissen für Aufführungen von den russischen Ballettstücken „Aleko“ und „Der Feuervogel“. Für Kirchen, Kathedralen und Kliniken in Mainz, Metz und Hadassah entwarf er Glasfenster.

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Chagalls Werk

Chagalls Schaffen blieb von Lebensumständen nicht unbeeinflusst. Der erste Weltkrieg blockierte seine Fantasie, zwang ihn zu realistischen Darstellungen seiner unmittelbaren Kriegserlebnisse im russischen Heimatland. Nach dem Tod seiner ersten Frau konnte er monatelang nicht malen. Er war ein Vollblutkünstler, Leben und Kunst waren für ihn eins.

Noch zu Lebzeiten wurde Chagall zum Ehrenbürger von Vence ernannt, wo er 1985 verstarb. Er war der erste Künstler, zu dessen Lebzeiten ein Museum zu seinen Ehren errichtet wurde. 20 Jahre nach seinem Tod kann man eine Vielzahl von Exkursionen und Ausstellungen zu Chagalls Werken ausfindig machen.

Eine Meinung

  1. Wirklich ein Ausnahmetalent. Ich hatte das Glück, einige seiner Werke auf einer Chagall-Ausstellung in Hannover bewundern zu dürfen. Wer die Gelegenheit bekommt, sollte sich seine Kunst unbedingt einmal in Natura anschauen.

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