Lomographie: 10 kreative Tipps für schräge Schnappschüsse

Die Schönheit des Unperfekten: Nicht der goldene Schnitt oder die perfekte Ausleuchtung sind es, die beim  Lomographieren interessieren. Stattdessen zählt die Freude am Improvisieren und Spielen. Wer lomografiert, folgt der Devise: Alles kann, nichts muss. Erlaubt ist, was gefällt bzw. Spaß macht. Im Mittelpunkt steht dabei das (authentische) Festhalten besonderer Augenblicke bzw. Stimmungen. Wie auch immer diese aussehen: romantisch/chaotisch/hecktisch/melancholisch/ausgelassen/verträumt und manchmal eben auch verdammt verwackelt.

Lomographie Tipps: Die Top 10

1

Flowmographie als Lebenseinstellung

Witzige Lomographie-Tipps wie die zehn goldenen Lomo-Regeln vermitteln einen ironischen Eindruck davon, was gemeint sein könnte, wenn von der Lomographie als Lebenseinstellung die Rede ist. Jede dieser Lomo-Regeln besagt im Grunde dasselbe: Lomographie „passiert“ einfach, und zwar im Idealfall nebenher. Für Lomographen finden sich die interessantesten Motive quasi „im Vorbeigehen“. Die Idee dahinter: Gerade wenn sich die Kamera beim Aufspüren solcher Szenarien dezent im Hintergrund hält, lassen sich (zwischenmenschliche) Momente viel unverfälschter und intuitiver festhalten.
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2

Nie ohne Lomo aus dem Haus!

Das ist einer der wichtigsten Lomographie-Tipps für Anfänger: Gehen Sie niemals ohne Lomo-Kamera aus dem Haus. Denn die interessantesten Schnappschüsse passieren Ihnen im Alltag. Oder? Nicht ganz! Denn eigentlich sind es ja nicht die „Schnappschüsse“, die Ihnen passieren, sondern die jeweiligen „Situationen“. Bleiben Sie deshalb mit dem Gefühl und Blick immer auch in der Situation. Die einzige Aufgabe der Lomo-Cam sollte es sein, diese Situationen und Momente für Sie festzuhalten. Ungünstig wäre es nur, wenn sie im entscheidenden Augenblick zu Hause läge.

3

Überraschen Sie sich selbst!

Das ist gar nicht so einfach: Nicht denken, sondern knipsen. Beim Lomographieren geht es vor allem darum, sich selbst zu überraschen. Wer intuitive Fotos schießen möchte, benötigt weder den inneren Zensor noch den Blick durch den Sucher. Stattdessen einfach Kamera draufhalten und abdrücken. Das braucht natürlich etwas Übung, nicht zuletzt, da viele Menschen daran gewöhnt sind, dass nur „Perfektes“ und „Vollständiges“ es wert ist, festgehalten zu werden. Ist diese (kultur-)ästhetische Hemmschwelle aber erst einmal überwunden, kann munter drauf los geknippst werden. Empfehlung: Toll gelingen die berühmten Lomo-Schnappschüsse aus der Hüfte.

4

Finden Sie Ihren Lomo-Film!

Es ist wichtig, dass Sie beim Lomographieren einen Film benutzen, der Ihnen liegt und gefällt. Wie aber können Sie herausfinden, welcher Film beim Lomographien am besten funktioniert? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Experimentieren Sie deshalb ruhig mit verschiedenen Filmen. Wenn Sie nach einer Weile einen Film gefunden haben, der Ihnen besonders zusagt, versuchen Sie, für längere Zeit bei ihm zu bleiben: Denn die Stärken und Schwächen werden sich Ihnen erst nach einer ganzen Weile zeigen. Funfaktor: Gerade solche Eigenheiten können Sie beim Lomographieren gezielt für sich zu nutzen.

5

Lomographieren mit bunten Plastikfiltern

Die Welt ist bunt! Aber manchmal eben nicht bunt genug. Hier ein einfacher und wirkungsvoller Trick, um Ihren Outdoor-Fotos ein wenig Farbe zu verpassen: Benutzen Sie dafür ein transparent-getöntes Stück Plastikfolie und kleben Sie es vor den Schlitz der Lomo-Kamera. Empfehlung: Die besten Fotos gelingen bei gleißendem Sonnenschein. Bei der späteren Entwicklung sollten Sie aber bedenken, dass sich durch den Farbfilter die Belichtungszeit verlängert.

6

Lomographie: Filme am besten selbst entwickeln

Gerade beim Lomographieren lohnt es sich, die ständig vollgeknipsten Filme zu Hause selbst zu entwickeln. Exzessive Lomographie geht sonst schnell ins Geld. Außerdem sparen Sie so Zeit und Nerven, und gewinnen die Chance, auf den Entwicklungsprozess individuell Einfluss zu nehmen. Beim Experimentieren mit Belichtungszeiten und chemischen Hilfsmitteln sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Wenn Sie zu Hause die Möglichkeit haben, dann organisieren Sie sich das entsprechende Zubehör (Entwicklungstank, Entwickler, Fixierer und Scanner). Scheuen Sie sich nicht, Sie können praktisch wenig falsch machen.

7

Schön verwaschen: Eine Runde im Geschirrspüler

Wundervolle und sehr überraschende Effekte erhält man mit einem sehr einfachen Trick – durch die Manipulation des leeren Fotofilms mit Geschirrspüler. Dafür braucht man:

  • 1 Filmrolle Kodak Ektachrome E 200 35mm
  • 1 Runde im Geschirrspüler
  • 1 Dunkelkammer (Badezimmer geht auch)
  • 1 Fön (alternativ viel Zeit zum Trocknen)

Den leeren Fotofilm zum Besteckkasten in den Geschirrspüler packen, so dass er nicht wie wild in der Spülmaschine herumfliegt. Eine schöne Extra-Portion Spüli in die Maschine geben, und los geht's! Direkt nach dem Geschirrspülgang ordentlich mit eiskaltem(!), klarem Wasser durchspülen. Jetzt gehts in die Dunkelkammer: Schleimigen Filmstreifen aus dem Kanister ziehen und 10 Minuten lang trocken fönen. Fertig: Jetzt können Sie den Fotofilm laden und losknippsen.

8

Silhouetten-Double: Zwei Bilder übereinander

Mit einer Lomo-Kamera sollte man sich unbedingt auch mal an einen doppelten Schnappschuss wagen. Wenn Sie das nächste mal bei Sonnenschein draußen fotografieren, knipsen Sie doch mal einen Menschen exakt gegen die Sonne (und zwar so, dass die Sonne genau hinter dem Kopf der Person steht). Spulen Sie danach aber nicht zum nächsten Bild weiter. Jetzt suchen Sie sich ein Motiv, dass später in der Silhouette zu sehen sein soll. Nach diesem Foto jedoch wieder spulen. Lassen Sie sich überraschen! Tipp: Besonders gut gelingen solche Doppelbelichtungen mit Kameras, welche einen MX-Schalter haben. Aber auch Modelle wie die Lubitel+ oder die Diana Mini sind geeignet, da bei ihnen Filmtransport und Auslöser getrennt verbaut sind.

9

Wunderschöner 50er Jahre Effekt: Manipulation mit Allzweckreiniger

Umwerfend verträumte Farbspielereien von zarter Blässe bis hin zu sanften Tönungen erhalten Sie durch die Manipulation des Fotofilms mit Allzweckreiniger.

  • 1 Filmrolle Agfa CT Precisa 100 35mm
  • 1 Martini Shaker
  • 30 ml Allzweckreiniger
  • 250 ml kochendes Wasser
  • 1 Dunkelkammer
  • 1 Haartrockner

Leere Filmrolle in den Martini-Shaker werfen, erst kochendes Wasser und dann Allzweckreiniger hineingeben. Jetzt fest verschließen und vier bis fünf Minuten kräftig schütteln. Im Anschluss den Film sofort mit eiskaltem(!) Wasser abspülen. Danach wie gehabt den Film gründlich trocknen (siehe oben).

10

Experiment 4: Manipulation mit Cola, Essig und Medikamenten

Lomographie-Tipps für Fortgeschrittene: Stylische Flecken und unvorhersehbare, interessante Verfärbungen erhält man mit der folgenden Mischung aus Hustensaft, Essig, Cola und allem, was die Hausapotheke so hergibt:

  • Legen Sie den Fotofilm längs in ein ausreichend großes Behältnis, z. B. eine große Tasse
  • Befüllen Sie das Gefäß nun bis zur Hälfte des Films mit Hustensaft
  • Gießen Sie bis so viel Essig nach, dass der Film vollständig bedeckt ist
  • Ergänzen Sie die Mischung mit einer Prise Salz, Cola/Limonade, Aspirin, Vitamin-Brausepulver und Allergietabletten
  • Lassen Sie den Film mindestens einen Tag lang in der Mischung schwimmen

Achtung, nicht wundern! Die Mische entwickelt einen fürchterlichen Geruch. Aber Tapferkeit lohnt sich, denn die Resultate sind ziemlich faszinierend.

Tipps und Hinweise

  • Es wird deutlich: Beim Lomographieren ist vieles möglich. Gerade auch das Herumprobieren mit kleinen, chemischen Experimenten führt oft zu ungewöhnlichen Ergebnissen. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und versuchen Sie z. B. auch Manipulationen mit Zi
    tronensaft, Backpulver oder Kaffee …
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