Lieferantenkredit ausrechnen und Zahlungsaufschub gewähren

Der Lieferantenkredit ist im Prinzip das Gegenteil vom Skonto. Bei letzterem wird dem Kunden durch den Lieferanten ein Preisnachlass von einigen Prozent gewährt, wenn er innerhalb einer kurzen Frist zahlt. Tut er dies nicht, so gibt es ein weiteres, oftmals längeres Zahlungsziel, nach deren Ende dann der gesamte Preis zu zahlen ist.

Hierfür werden dann Zinsen fällig, die auf das Jahr und das Zahlungsziel gerechnet dann die letztliche Summe ergeben. Dies erlaubt es dem Kunden zwar länger mit seinem Geld zu arbeiten und unter Umständen darauf zu warten, dass die eigenen Kunden zahlen, andererseits wirkt sich dieses Ausreizen der Zeit auch auf die Höhe des Rechnungsbetrages aus.

Beim Lieferantenkredit handelt es sich um einen Zahlungsaufschub

Um den Lieferantenkredit auszurechnen, ist eine einfache Formel notwendig, die sich aber von Mal zu Mal auch unterscheiden kann, denn die Zinsen bei Ausreizung des Zahlungsziels werden entweder abschlägig gerechnet vom Umsatz mit Zielpreisen oder aber aufschlägig zum Umsatz mit Barpreisen.

In ersterem Fall würde eine Formel „Zinsen = Beschaffungsmenge x Zielpreis x Abschlagsatz“ lauten, im zweiten wird „Zielpreis“ mit „Barpreis“ ersetzt und der „Abschlagsatz“ wird zum „Aufschlagsatz“.

Der Zinssatz für einen Lieferantenkredit wird derweil so ermittelt:
Effektiver Jahreszinssatz = Skonto x 360 Tage/ (Zahlungsziel in Tagen – Skontofrist in Tagen)

Dadurch ergibt sich häufig die Situation, dass ein Händler zwar mehr Zeit hat, bis er bezahlen muss und das hierfür bereit gestellte Geld auf diese Weise länger anderweitig einsetzen kann, aber durch die Aufnahme eines regulären Kredits (beispielsweise eines Kontokorrentkredits) für den gleichen Zeitraum deutlich weniger Zinsen zahlen müsste.

Zinsen werden bei Ausreizung des Zahlungsziels fällig

Der Lieferantenkredit ist also nur dem Namen nach ein Kredit. In Wirklichkeit handelt es sich um einen Zahlungsaufschub, der dazu genutzt werden kann, mit der Rechnungssumme weitere Geschäfte zu tätigen. Andererseits wird durch die Gewährung von Skonto ermöglicht, eine geringere Summe zu zahlen, wovon beide Vertragspartner profitieren können. Jeder Unternehmer muss also von Fall zu Fall entscheiden, welche Herangehensweise sinnvoll ist.

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