Leo Baeck vs. James Bond

Simon Winders Buch über 007 ("The Man Who Saved Britain") nennt Isaac Chotiner in der Book Review der NY Times achtungsvoll "geopolitische Kunstkritik". Welche postkolonialen Scharten da ausgewetzt wurden, sagt er auch: "Nostalgie machte nur einen Teil von Bonds Wirkung aus, erklärt uns Winder. Der Niedergang des Empires "hatte einen Identitätsverlust zur Folge der durch die Action-Literatur der 50er kompensiert wurde". Natürlich gab es auch weniger sublime Gründe für Bonds Popularität: Schnelle Autos, Luxus und Fetschisierung von Nahrungsmitteln in Zeiten der Rationierung und natürlich Sex. Ein konservativer Held im Auftrag der britischen Sache in der Welt traf den Zeitgeist genau." Mit Sex hat das nichts zu tun, aber. Ebenfalls in der Book Review schildert die Schriftstellerin Cythia Ozick eindrucksvoll ihre ethische Bekehrung durch Leo Baecks Essay "Romantische Religion": "In meiner Jugend stand ich auf "Weltschmerz, Schwärmerei, Welttrunkenheit", diese entfesselten wagnerianischen Emotionen … Durch Baecks Revision des romantischen Zaubers – seines Jubels, seiner Trauer und seiner illusorischen Schönheit – erschien mir das alles nur noch abstoßend … Wo führte das auch hin? Zu Eitelkeit, Größenwahn und ins Delirium. Das war Dionysos. Ich wählte Rabbi Baeck."
 

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