Kriegerin: brutaler Einblick in die rechtsradikale Szene

Marisa (Alina Levshin) sieht sich als „Kriegerin“ mit ihrem Feather-Cut und den Nazi-Tätowierungen: Wenn sie an der Kasse des Supermarkts ihrer Eltern es ablehnt, Ausländer zu bedienen, ist dies nur ein Bruchteil ihres Willens, ihre rechtsradikalen Ansichten in die Öffentlichkeit zu tragen; sie schreckt auch nicht vor offenen Provokationen und brutalen Gewalteskalationen zurück.

Kriegerin: Spielfilmdebüt über die rechtsradikale Szene

Ihre Umwelt in der nicht weiter genannten ostdeutschen Kleinstadt besteht aus Gleichgesinnten, Sympathisanten oder zumindest wohlwollend Wegschauenden, ihre ideologische Rechtfertigung wird ihr nicht nur von ihrer Gruppe geliefert, sondern vor allem von ihrem Großvater Franz (Klaus Manchen). Svenja (Jella Haase) ist derweil eine gute Schülerin aus spießigem Elternhaus, die sich aus Frustration in die Gruppe um Marisas Freund Sandro (Gerdy Zint), der soeben aus dem Gefängnis entlassen wurde, drängt. Die Parolen werden lauter, der Hass immer größer und doch entdeckt Marisa, dass ihre Ablehnung bislang nur abstrakt und aus der Ferne funktionierte – als der Flüchtling Rasul (Sayed Ahmad Wasil Mrowat) aus Afghanistan ausgerechnet ihre Hilfe benötigt, trifft sie folgenschwere Entscheidungen.

„Kriegerin“ ist der ambitionierte Abschlussfilm von David Wnendt an der Potsdamer Filmschule: Mit genauen Beobachtungen, ungeschönt und brutal, arbeitet er nicht nur die Klischees über Neonazis ab, sondern versucht auch, das Umfeld zu beleuchten, in dem rechtsradikales Gedankengut weitgehend ungestört gedeihen kann. Zu Beginn der Dreharbeiten kaum beachtet, hat das Thema in der letzten Zeit eine erneute Brisanz bekommen, durch die gerade die gewaltbetonten Szenen im Drama geradezu erschreckende Aktualität bekommen.

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Drama von bedrückend-aufwühlender Aktualität

David Wnendt bekam für sein Drehbuch, Alina Levschin für ihr Schauspiel den „Förderpreis deutscher Film“ verliehen, während sie auch beim 35. internationalen Film Festival in Sao Paulo als beste Hauptdarstellerin und „Kriegerin“ mit dem „First Steps Award“ ausgezeichnet wurde. Als Koproduzent konnte das ZDF/Das kleine Fernsehspiel gewonnen werden. Am 19. Januar 2012 kommt das aufwühlende Spielfilmdebüt in die Kinos.

Kriegerin
Buch und Regie: David Wnendt
Mit: Alina Levshin, Jella Haase, Gerdy Zint, Sayed Ahmad Wasil Mrowat, Klaus Manchen, Luicas Steltner
Produktion: Mafilm GmbH, ZDF/Das kleine Fernsehspiel
Kinostart: 19.01.2012

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