Kommen die Hamburger Behörden der Elbvertiefung nun einen Schritt näher?

Seit 15 Jahren kämpfen die Befürworter für eine Elbvertiefung umsonst. Und dann kam Ihnen im Februar 2017 auch noch der Schierlings-Wasserfenchel in die Quere. Um diese Pflanze für eine Elbvertiefung aus dem Weg zu räumen haben sich die Hamburger Behörden lange Zeit nach einer neuen Heimat für die extrem seltene Pflanze umgeschaut. Diese wäre nämlich durch die anstehenden Baggerarbeiten bei einer Elbvertiefung bedroht gewesen.

Eine Pflanze mit hohen Ansprüchen

Damit die großen Schiffe auch in Zukunft problemlos in den Hamburger Hafen einfahren können, brauchte der Schierlings-Wasserfenchel, eine vom Aussterben bedrohte Pflanze, eine neue Heimat. Diese Heimat fand man nun: Die ehemaligen Trinkwasserbecken in Billwerder Moorfleet gelten für den Schierlings-Wasserfenchel und damit auch für die Elbvertiefung als perfekt. Dabei soll die befestigte Sohle der ehemaligen Trinkwasserbecken herausgenommen und vertieft werden. Anschließend soll über ein bereits bestehendes Grabensystem das Tidesystem angeschlossen werden. Abschließend soll eine Prielstruktur geschaffen werden, um die entsprechenden Lebensräume für die seltene Pflanze entwickeln zu können.

Das alles ist auch notwendig. Denn die ausschließlich rund um Hamburg vorkommende bis zu zwei Meter hohe Wasserpflanze hat hohe Ansprüche. Sie benötigt Ebbe und Flut und steht dabei nur ungerne in Salzwasser.

Der Streit um die Elbvertiefung geht weiter

Seit 15 Jahren kämpfen die Hafenwirtschaftler nun bereits für eine Elbvertiefung um etwa einen Meter auf damit 13,5 Meter Elbtiefe. Doch Umweltverbände klagten bislang erfolgreich gegen diesen Einschnitt in die Natur. Die damals vorgeschlagene Ausgleichsfläche in Wilhelmsburg war für den Schierlings-Wasserfenchel ungeeignet.

Anfang 2018 sollen die Becken wohl gute Lebensbedingungen für das seltene Hamburger Original bieten. Rund eine Million Euro soll der Umbau der etwa sieben Hektar großen Fläche kosten. Und dann kann die Elbvertiefung auch nur losgehen, wenn Umweltverbänden nicht erneut klagen. Zumal laut BUND unklar ist, ob sich der Schierlings-Wasserfenchel hier von selbst überhaupt ansiedeln würde.

Der Streit um die Elbvertiefung ist also auch nach 15 Jahren immer noch nicht zu Ende. Er geht nur in die nächste Runde.

Foto: privat

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