Als ich einen kräftig aussehenden jungen Mann an einem belebten Treppenaufgang aufforderte, mir zu helfen, sah sich der panisch um und entdeckte, dass neben ihm ein Bekannter stand. Und anstatt mir selbst zu helfen, meinte der junge Mann, auf seinen Bekannten zeigend: „Er macht das!“ Der nun seinerseits Aufgeforderte machte zwar auch einen blöden Spruch, half aber immerhin, ohne aufzumucken. Kann passieren dachte ich…
Genervt vom öffentlichen Personennahverkehr
Als ob dieses Erlebnis noch nicht reichen würde, fuhr die Bahn, in der ich dann endlich samt Kind und Kinderwagen stand (einen Sitzplatz gibt’s für Mütter natürlich nicht!) nicht einmal durch. Immerhin kam ich aus dem Zug ohne Hilfe raus und in die nächste Bahn rein – dank erhöhtem kinderwagenfreundlichen Bahnsteig. Allerdings gibt es an meiner Endhaltestelle lediglich eine Rolltreppe, die zum Bahnsteig hinführt, aber nicht wieder hinunter. Folglich stellte ich wieder die Frage aller Fragen: „Können sie mal mit anpacken?“. Mein Opfer diesmal: Eine Frau. Nicht, weil ich mir von einer Geschlechtgenossin mehr Hilfe erhoffte, sondern, weil einfach kein Mann in der Nähe war. Und wieder blickte die Gefragte über die eigene Schulter – zur Freundin und meinte: „Mach du mal!“
Unfreundliche Mitmenschen
Das gibt es doch nicht, dachte ich. Dieselbe Reaktion am selben Tag, unabhängig davon, ob ein Mann oder eine Frau angesprochen wurden. Einfach unglaublich. Nun bin ich sowieso kein großer Fan des öffentlichen Personennahverkehrs, aber Reaktionen wie diese machen es nicht gerade leicht, das Auto stehen zu lassen. Bemerkenswert: Freiwillig geholfen hat niemand. Die Idee mit dem Bahnfahren habe ich erst einmal geknickt, vielleicht fahre ich beim nächsten Mal wieder Bus, da ist man immerhin nicht auf Hilfe angewiesen. Ach ja, und zum Glück bin ich glückliche Besitzerin eines alten Kleinwagens.
