Klose bleibt in Bremen- mit den Bayern ist er sich wohl trotzdem einig

Glaubt man dem SZ-Artikel von gestern abend von Phillip Selldorf und Christoph Kneer, hatte Klose mit den Bayern zwei possible Varianten ausgearbeitet: Entweder er kommt schon zur nächsten Saison und wird per exorbitanter Ablöse (15 Mio.) von Werder losgeeist, oder er wechselt erst, für den Fall, dass Werder ihn nicht sofort ziehen lässt, zur Saison 2008/09. 

Hoeneß wird darauf vertraut haben, dass Allofs einen Spieler, der per Vorvertrag deutlich macht, dass er den Verein verlassen will, ziehen lässt und knurrend die Ablöse einstreicht. Hat mit Ismael etc. ja auch geklappt. Auf kicker.de war allerdings schon nachzulesen, dass Werder gerne bereit ist, an Klose das Exempel dafür zu statuieren, dass die Bremer nicht mehr jeden Spieler ziehen lassen müssen, wenn die Kohle einigermaßen stimmt. Geschäftsführer Manfred Müller:

"Anders als früher sind wir heute nach dreimaliger Teilnahme an der Champions League und der Aussicht auf das 4. Mal nicht mehr gezwungen, Spieler abzugeben, um ein bestimmtes Budget zu gestalten"

Dazu Allofs ergänzend:

"In der heutigen Zeit muss man auch einmal einen Spieler ablösefrei ziehen lassen"

"Muss" könnte man auch durch "kann" ersetzen.  Dass Klose ausgerechnet heute mit der Sprache rausrückt, spricht dafür, dass Werder ihm und Bayern deutlich gemacht hat, dass sie auf die Kohle nicht angewiesen sind und lieber noch ein weiteres Jahr auf Kloses sportliche Dienste bauen. Ein weiteres Indiz: Werder ließ sich mit seiner Pressemitteilung bis 16:14 Uhr Zeit, der SZ-Bericht war gestern um 19:12 online. Viel Zeit, um Fronten zu klären.

Im heutigen SZ-Beitrag zum Thema äußert sich Ralf Wiegand skeptisch gegenüber Kloses Zukunft in Bremen. Dazu holt er weit aus, bezeichnet das Verhältnis zwischen Klose, Fings und Diego als gespannt und von Neid geprägt:

Der kleine Brasilianer war schon als Zögling Peles und Freund von Real Madrids Talent Robinho angekündigt worden und galt nach den ersten Auftritten sofort als kommender Superstar – in einem Team, in dem die raren Superstarplätze schon mit dem vom deutschen Sommermärchen berauschten WM-Torschützenkönig Klose und dem WM-Zweikampfkönig Torsten Frings besetzt waren. Kloses Umfeld soll sich schon früh in der Spielzeit bei Werder über die egoistische Spielweise des neuen Ideengebers beklagt haben, der weniger auf ihn eingehe als früher der viel schneller abspielende Franzose Johan Micoud. Auch Frings mochte so ohne jede Gegenwehr keinen neuen Gott neben sich haben

Quintessenz: Ob das gut geht, Klose bei Bremen mit Bayern vor Augen, dazu in einer offenbar nicht völlig intakten Mannschaft? Wie Werders Fans auf Meldungen, ihr einst liebster Spieler wechsele zum FCB, reagieren, nun ja, das kann sich wohl jeder vorstellen. Miroslav Klo$e gehört da noch zu den netteren Bezeichnungen.

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