Kleine Stop-Motion-Kunstwerke aus Lego: Brick-Filme

Darth Vader schnauft wie eh und je in seinem schwarzen Anzug und schwingt sein rotes Laserschwert. Doch der Herr des Todessterns wirkt eigenartig kantig. Was ist los? Statt von einem Schauspieler aus Fleisch und Blut wird Darth Vader im Film „The Han Solo Affair“ von einem Lego-Männchen verkörpert. Das etwa drei Minuten lange Video ist ein sogenannter „Brick-Film„: Dabei übernehmen Spielfiguren die Hauptrollen und auch die Umgebung ist aus Lego-Steinen gebaut. Der Name leitet sich vom Englischen Wort „Brick“, Baustein ab.

Brick-Filme: Kunstwerke aus Einzelbildern

Diese Art von Filmen erfreut sich großer Beliebtheit: Das vorgestellte Star Wars-Video wurde auf Youtube schon über 1,7 Millionen angesehen. Die Clips werden im sogenannten „Stop-Motion“-Verfahren hergestellt. Ein Beispiel: Per Fotokamera wird ein Bild von Darth Vader geschossen. Dann wird die Szene minimal verändert und man macht eine weitere Aufnahme. Die Filmemacher wiederholen diesen Vorgang viele Male und fügen die Bilder am Rechner zusammen. Da jedes Foto ein wenig anders ist als das vorherige, entsteht aus den Einzelaufnahmen eine flüssige Animation und es sieht so aus als würde der Lego-Vader tatsächlich herumlaufen. Brick-Filmer verwenden meist 12 oder 15 Bilder pro Sekunde Film. Im Fernsehen und Kino werden 24 Bilder pro Sekunde verwendet, aber das wäre bei der Stop-Motion-Technik zu aufwändig.

Lego erkennt den Trend: Das offizielle Set zum Produzieren von Brick-Filmen

In Deutschland gibt es eine eingeschworene Gemeinde von Brickfilmern. So tauschen sich viele Lego-Filmer auf www.brickboard.de über ihr Hobby aus. Auf der Seite gibt es Tipps für die richtige Belichtung, Fragen zu Kameras und den besten Schnittprogrammen. Stolze Hobby-Filmer posten ihre Projekte und tauschen Lob sowie Anregungen aus.

In Deutschland gibt es mit „Steinerei“ auch ein Brickfilm-Festival, das jedes Jahr in anderen Städten abgehalten wird. Dabei wählen Brickfilmer eine Jury aus Schauspielern, Journalisten und Animationsexperten sowie das Publikum den Lego-Film des Jahres. Gewinner des Jahres 2008 war beispielsweise der Film „Weltraffer“, das die Geschichte der Erde in vier Minuten zusammenfasst, inklusive Französischer Revolution und Berliner Mauer.

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Als erster Brickfilm wird „The Magic Portal“ angesehen, den ein australischer Lego-Fan in den 80er Jahren drehte. Als der Trend populärer wurde, sprang auch der Lego-Konzern auf den Zug auf. Im Jahr 2000 verkaufte die Firma das „LEGO Studios Steven Spielberg MovieMaker Set“, das jedem Lego-Fan mit Regie-Ambitionen die nötigen Werkzeuge in die Hand gab um selbst einen Film zu produzieren. Dies machte die Brick-Filme noch populärer. Youtube gab der Szene einen weitere Schub, da es nun noch einfacher war, die Videos einem breiteren Publikum zu präsentieren. Die Genres im Brickfilm sind so vielfältig, wie im richtigen Filmgeschäft: Es gibt Literaturverfilmungen, erste 3D-Streifen, Musikvideos, Actionfilme, erstaunlich viele Remakes und sogar Lego-Pornos.

Die Verfilmung „Die Helden von Bern“ über den WM-Triumph der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft von 1954 wurde sogar von Spiegel Online als „einer der schönsten Fußballfilme überhaupt,“ bezeichnet.

Einen eigenen Brick-Film zu produzieren ist nicht schwer. Alles was Sie brauchen, ist eine Digitalkamera, einen Computer mit Schnittprogramm (auf vielen PCs vorinstalliert) und natürlich noch eine Kiste mit Lego-Bausteinen. Anleitungen und Tutorials gibt es im Internet zuhauf.

Möge der Lego-Baustein mit euch sein!

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