Kassensturz: Neuer Umsatzrekord für die DFL

Kassensturz: Neuer Umsatzrekord für die DFL

Christian Seifert war’s zufrieden: Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) konnte einen neuerlichen Bundesliga-Umsatzrekord vermelden. In der Saison 2014/2015 hat der deutsche Profifußball die Drei-Milliarden-Euro-Schallmauer gebrochen und damit den elften Umsatzrekord in Serie aufgestellt. Die 18 Vereine der Bundesliga erwirtschafteten in der letzten Spielzeit zusammen die Summe von 2,62 Milliarden Euro. Auch die 2. Bundesliga konnte ihre Erlöse steigern – und zwar auf 505 Millionen Euro. Das ist mehr, als die obersten Spielklassen in Österreich, der Schweiz und Schottland zusammen umsetzen. Die 36 deutschen Profivereine sorgen für über 50.000 Jobs und führen 980 Millionen Euro Steuern an den Fiskus ab.

Traditionsvereine wollen mehr Geld

Allerdings ist die Zahl der Bundesligavereine, die rote Zahlen schreiben, gestiegen: Sieben Vereine aus der obersten Spielklasse wiesen nach Steuern ein negatives Ergebnis auf, darunter die beiden Nordvertreter Hamburger SV und Werder Bremen. Wohn nicht zufällig gehören beide zu der Fraktion, die künftig Traditionsvereine bei der Verteilung der TV-Gelder besserstellen wollen.

Prinzipiell kann Seifert den Gedanken, die TV-Erlöse nicht ausschließlich vom sportlichen Erfolg abhängig zu machen, nachvollziehen: „Es ist vom Grundsatz legitim, über einen anderen Mechanismus nachzudenken“, sagte der DFL-Geschäftsführer. Gleichzeitig sagte er in Richtung der Traditionsvereine: „Wenn jemand gute Voraussetzungen hat, weil er eine starke Marke, große Fanbasis und lange Historie hat, dann diese Vereine. Mir fehlt dann die Erklärung dafür, warum Mainz oder Augsburg an ihnen vorbeigezogen sind.“

Verliert Sky die Bundesliga-Exklusivrechte?

Außerdem warf Seifert eine Zahl in den Raum, die für Erstaunen sorgte: Etwa sechs Milliarden Euro Umsatz müsse die Bundesliga in zehn Jahren machen, wenn sie weiterhin zu den Top 3 in Europa gehören wolle. Dabei ließ Seifert offen, wo das Geld herkommen solle. Klar ist für den DFL-Geschäftsführer nur, dass sich derartige Wachstumsraten nicht allein mit gesteigerten Medienerlöse erzielen lassen: „Solche Umsatzperspektiven erreicht man nicht, indem alle vier Jahre vor einer Ausschreibung die TV-Anbieter zu neuen Höchstgeboten getrieben werden.“

Seifert strebt bei den Medieneinnahmen aus nationaler und internationaler Vermarktung – die derzeit bei 817 und in der nächsten Saison bei 835 Millionen Euro liegen – ab 2017/18 eine Summe zwischen 1,1 und 1,5 Milliarden Euro an. Derzeit macht die sogenannte „No Single Buyer Rule“ Schlagzeilen – durch sie würde Sky die Exklusivrechte an den Live-Spielen verlieren. Seifert ließ durchblicken, dass sich der TV-Kunde eventuell auf teurere Abo-Gebühren oder auf die Anschaffung eines zweiten Decoders einstellen müsse: „Wer nach einem zweiten Anbieter ruft, der muss hinnehmen, dass er mit einem Abo nicht mehr alles sieht.“ Über die nächste Ausschreibung wird im Anfang Juni entschieden.


Bild: Thinkstock, 140097882, iStock, george tsartsianidis

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