Interview mit Bruce Willis

Bruce, warum mussten wir 12 Jahre auf einen neuen Stirb Langsam – Film warten?
Nun, ich habe auf ein gutes Skript gewartet, auf gute Darsteller und auf einen großartigen Regisseur, der es versteht, den Film ins neue Jahrtausend zu bringen und sich dabei gleichzeitig an den Actionfilmen der 80er orientiert.

Was denkst du über Computer und das Internet?
Computer sparen eine Menge Zeit. Ich persönlich denke aber, dass das Internet das Ende der Welt einläuten wird und ich in zehn Jahren in einem Zelt bei Hamburg wohnen werde (lacht). Ich mag es allerdings, mich zu googeln.

Tatsächlich? Wie viele Treffer erreichst du dabei?
Oh, das war nur ein Scherz. Ich googel mich nicht selbst. Ich habe jemanden, der das für mich macht. (lacht)

Hat sich das Alter auf die Darstellung deiner Figur ausgewirkt?
Habt ihr Star Wars gesehen?

Natürlich.
In Star Wars benutzt Alec Guiness den „jedi mind trick“ [Gedankentrick der Jedi] und ich glaube mein Stuntcoordinator hat diesen Trick bei mir angewendet. So habe ich wohl mehr Stunts gemacht, als ich eigentlich hätte machen sollen. Das war so ein bisschen wie als Kind vom Dach meiner Eltern zu springen. Die Stunts im Film sind eigentlich nur die Fortführung dessen. Es macht immer noch eine Menge Spaß. Aber auch meine Darstellung hat sich geändert: beim ersten Film, den wir vor fast 22 Jahren drehten, war ich noch ein totaler Neuling, der keinen Respekt vor der Staatsgewalt hatte.

Wie waren denn die anderen Darsteller?
Justin Long hat seinen eigenen speziellen Sinn für Humor in diesen Film gebracht, der im krassen Gegensatz zum Humor von John McClane stand. [Justin] ist ein lustiger Typ und seine Art von Humor hat diesem Film wirklich geholfen.

Der erste Stirb Langsam Film wurde gerade zum besten Actionfilm aller Zeiten gekürt. Wie findest du das und wie würdest du die anderen Teile einordnen?
Oh, das ist wirklich cool! Der erste Film ist ein richtig guter Actionfilm, kompakt und sehr spannend für seine Zeit. Der zweite ging in eine andere Richtung, der war am Flughafen und die Story war ziemlich konfus. „Stirb Langsam 3“ sollte eigentlich heißen: „Danke Gott dass es Sam[uel L.] Jackson und Jeremy Irons gibt“. Ich denke, dass der vierte sich wieder zurück auf die Qualitäten des ersten Films zurückbesinnt und das, ohne allzu viel CGI zu nutzen. Eine Menge Leute hätten die Stunts des Films wohl komplett im Rechner erzeugt, aber Len [Wiseman; der Regisseur] hat eine Menge Stunts auf traditionelle Weise machen lassen und so haben wir eben diesen Polizeiwagen wirklich in den Hubschrauber gefahren. Ich glaube, dass der Zuschauer diesen Unterschied bemerkt.

Es gibt einen Satz, der McClane berühmt gemacht hat. Kennst du diesen Satz auf Deutsch: Yippie-ki-yay?
Oh, es gibt keine Übersetzung für Yippie-ki-yay motherfucker.

Doch, bei uns heißt es: Yippie-yai-jeah Schweinebacke.
Schweine Backe? (grübelt) Dazu gibt es eine interessante Geschichte: eines abends, während des Drehs zum ersten Stirb Langsam-Film, hatte ich mit einem der Produzenten – ich glaube es war Joel Silver – eine intensive Diskussion darüber, ob es „Yippie-ki-yay“ oder „Yippie-ty-yai“ heißen solle. Und ich sagte: Joel, wann war das letzte Mal, dass du jemanden auf einem Pferd reiten und „Yippie-ty-yai“ rufen gehört hast.

Wieso trägt McClane nicht mehr sein berühmtes Unterhemd, sondern ein T-Shirt?
Len dachte, dass es zu sexy wäre. (lacht) Übrigens, als ich im ersten Film ich unter den Tisch krieche und den Typen darüber erschieße, mit der Kanone genau neben meinem Ohr, fragte mich danach jemand von der Crew, ob ich Ohrstöpsel haben möchte und ich sagte nur: „was hast du gesagt?“ Seitdem habe ich zwei Drittel meines Hörvermögens auf dem Ohr verloren, nur wegen dieser verdammten Szene.

Hat die Paranoia, die nach dem 11. September in den USA herrschte, sich auf den Film ausgewirkt?
Wir hatten ja immer Terroristen als Bösewichte, das ist eines der zentralen Themen der Filme. Wir haben versucht, das nicht auszuschlachten und in diesem Film einen möglichen Terrorangriff, der sich nicht an 9/11 anlehnt – Cyberterrorismus – darzustellen. Letzten Endes ist es nur ein Film, ein Stück Unterhaltung und ich glaube, dass jeder hier und auch die Zuschauer den Unterschied kennen. Was man im Fernsehen sehen kann macht mir allerdings richtig Angst. Mehr Angst als jeder Film.

Wird es noch eine Fortsetzung geben?
Sehr wahrscheinlich! Nach dem ersten Film sagte ich noch „niemals“. Ich kann zwar nicht in die Zukunft sehen, aber ich glaube, dass Fox [das Studio] noch einen machen möchte. Aber die Produzenten sollten sich beeilen, denn meine Knochen werden langsam alt und morsch.

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