Eine Gesamtschule im südenglischen Gosport, die als Hochburg der Schulschwänzer zu zweifelhaften Ehren gekommen ist, will ihre Unterrichtszeiten laut SpOn auf den 24-Stunden-Betrieb aufweiten. Wer will, kann morgens kommen. Wer nicht will, kann nachmittags oder abends kommen oder online lernen, wann er will. Wer gar nichts will, fällt eben durch. In Gosport wird ohnehin schon nicht mehr die Prozentzahl derer genannt, die durchfallen, sondern die der Absolventen. Danach schaffen es in Gosport gerade einmal 19 Prozent der Schüler zum Abschluss der zehnten Klasse.
Offenbar um die Schließung ihrer katastrophalen Einrichtung (mit ungeahnten Folgen für die eigenen Biografie) zu vermeiden, hat die Schulleiterin Cheryl Heron nun publikumswirksam ihre Innovationskraft in den Ring geworfen. Ihre Argumente sind bemerkenswert. So sprächen einige Menschen eben einfach nicht auf Unterricht am Morgen an (??!!). Andere führen halt mitten im Jahr in den Urlaub (??!!!) und könnten daher ebenfalls nicht an den Präsenzveranstaltungen teilnehmen. Wieder andere müssten vormittags auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen (??!!!) und könnten von daher nicht zur Schule gehen. Und in anderen Familien würde eben kein Wert auf Bildung gelegt.
Ja, ist es denn wahr? Weil sich Eltern und Schüler regelwidrig verhalten, werden die Regeln geändert?? Wo soll denn derartiges noch hinführen? Wenn genügend Menschen nicht mehr an roten Ampeln halten, schaffen wir die dann ab? Flexibilisierung des Straßenverkehrs nennen wir das dann? Inkonsequenz treibt seltsame Blüten!
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