Im Alter allein – Gesellschaftserscheinung mit schweren Folgen

In vielen Kulturen werden die Alten geehrt. Sie leben im Kreis ihrer Familie und werden umsorgt. In Deutschland ist schon seit Jahrzenten zu beobachten, dass die Zahl an Mehrgenerationen-Haushalten kontinuierlich schrumpft. Grund hierfür, sind etwa berufliche Umstände, die einen Umzug erfordern. Die große Auswahl an Altersheimen und manchmal auch die Scham sich von seinen eigenen Kindern pflegen lassen zu müssen, führen oft ebenso zu Einsamkeit.

Die Familie lebt hunderte Kilometer entfernt, die Freunde und Bekannten werden immer weniger und so nimmt die Isolation langsam zu. Ändern sich dann auch noch die Lebensumstände, durch Umzug oder Krankheit, können Depressionen und eine Verschlechterung des Allgemeinzustands die Folge sein.
Der plötzliche Verlust des Partners nach einem langen, gemeinsamen Zusammenleben ändert die Lebensumstände urplötzlich dramatisch. Wenn früher der Partner die Hauptbezugsperson war, entsteht nun eine Leere, die niemand Anderes zu füllen vermag. Resignation über diesen Zustand zusammen mit anderen Gründen führen zu einer Vereinsamung.

Altern heißt nicht “ vor Zielen kapitulieren“

Wenn man früher mit seinen Freunden oder dem Partner vielleicht ins Theater ging oder Rad- oder Städtetouren machte, wird das mit zunehmendem Alter schwieriger, da die gesundheitliche Konstitution die Unternehmungslust bremst.

Die schleichende Gefahr bei solchen Überlegungen ist, dass man sich selbst entmutigt. Viele Senioren trauen sich manche Dinge nicht zu und schieben das auf ihr Alter oder ihre Gebrechen. Dies kann zu einer Art von Selbstisolation führen.

Akzeptiert man den Alterungsprozess und beginnt sich selbst realistisch einzuschätzen, kann man Alternativen finden, die zwar die eigene Wissbegier oder Unternehmungslust unterstützen, aber den Körper nicht überfordern. Keiner erwartet von der 70Plus-Generation, dass sie den Mount Everest erklimmt, aber die Pflege von sozialen Kontakten und ein gesundes Interesse an der Umwelt können nur förderlich sein.

Allein sein – Soziale Isolation durchbrechen

Andererseits wurden Menschen auch noch nie so alt wie heute. Heute spricht man von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 75 Jahren bei Männern und 80 Jahren bei Frauen, in Deutschland. Und obwohl die Gesellschaft demographisch gesehen zunehmend überaltert, finden sich viele Senioren alleine wieder.

Verschiedene Institutionen möchten diesem Trend vorbeugen. Mit Begegnungsstätten und Besuchsprojekten soll den Senioren ermöglicht werden, ihre soziale Isolation zu durchbrechen. So gibt es Projekte, die Kinder mit Senioren zusammenführen. Die Kinder werden von ihnen beaufsichtig, etwa während die Eltern arbeiten oder wichtige Dinge erledigen. Nicht alleine sein ist die Devise.

Andere Projekte führen Senioren mit Tieren zusammen. Der Faktor Gesellschaft von Tieren ist nicht zu unterschätzen. Tiere sorgen für Abwechslung im Alltag und fordern Beschäftigung ein, in den meisten Fällen sind sie treue Weggefährten und Kummerkasten, gerade wenn sonstige soziale Kontakte nur sporadisch vorhanden sind.

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