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    Start » Gesetzliche Rente: Immer mehr Deutsche glauben nicht, dass sie bis zum Renteneintritt arbeiten können
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    Gesetzliche Rente: Immer mehr Deutsche glauben nicht, dass sie bis zum Renteneintritt arbeiten können

    28. Juni 20232 Minuten Lesezeit

    Arbeiten bis 67? Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland halten ein Erwerbsleben bis zur Rente für unwahrscheinlich. Laut einer aktuellen Studie macht das politische Forderungen nach einem höheren Rentenalter zunehmend unrealistisch.

    Mehr als ein Viertel haben Zweifel daran, dass sie durchhalten

    Laut einer Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf glauben 20 Prozent der Beschäftigten in Deutschland nicht daran, es bis zu ihrem Renteneintrittstermin zu schaffen. Fast 7 Prozent sind sogar der Meinung, dass sie es auf keinen Fall schaffen.

    Große Unterscheide zwischen Arbeitenden, Angestellten und Beamten

    Die Studie zeigt auch, dass zwischen den einzelnen Arten der Beschäftigung in Bezug auf das Erreichen des Renten- und Pensionsalters große Differenzen bestehen. So geben 38 Prozent der befragten Arbeiterinnen und Arbeiter an, dass sie auf keinen Fall bis zur Rente erwerbsfähig bleiben können oder daran zweifeln.

    Bei den Angestellten sind das etwa 25 Prozent, und bei den Beamtinnen und Beamten etwa 17 Prozent.

    Generell empfinden 43 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Arbeitssituation als stark belastend, und 59 Prozent sogar als sehr stark belastend – so die Umfrage des WSI.

    Mögliche Anhebung des Rentenalters trifft auf die Realität des Arbeitsverhältnisse

    Laut den Autoren der Studie zeigen die Zahlen, dass die Forderungen nach einer Anhebung des Rentenalters an der belastenden Arbeitsrealität der Beschäftigten vorbeigehen. Sie schlagen vielmehr vor, dass die Unternehmen durch optimierte Arbeitsbedingungen dafür sorgen, dass die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern länger im Job bleiben können.

    Das sehen auch Betriebs- und Personalräte so, die im Rahmen der WSI-Studie ebenfalls befragt wurden. 40 Prozent von ihnen bewerten die Anstrengungen der Betriebe in Bezug auf verbesserte Arbeitsbedingungen mit der Schulnote „Ungenügend“ oder sogar „Mangelhaft“. Lediglich 28 Prozent der Arbeitnehmervertreter bewerten die Bemühungen der Unternehmen mit einem „Ausreichend“.

    Probleme im Hintergrund: Fachkräftemangel und steigende Ausgaben der Rentenversicherung

    Die potenziell sinkende Anzahl an Arbeitnehmern, die noch bis zum Renteneintritt arbeiten können, ist deswegen relevant, weil es den Generationenvertrag des Rentensystems belastet.

    Einerseits nimmt durch den massenhaften Renteneintritt der Baby-Boomer-Generation in den nächsten Jahren die Anzahl der Fachkräfte stark ab, andererseits sinkt zeitgleich die Anzahl junger Erwerbstätiger. Dadurch bekommt die gesetzliche Rentenversicherung immer mehr Finanzierungprobleme, denn mit der steigenden Lebenserwartung in der Gesellschaft verlängert sich die durchschnittliche Bezugszeit der Renten – was die Ausgaben erhöht, bei sinkenden Einnahmen in die Rentenkasse.

    Bildnachweis: Pixabay, 4006754, wir_sind_klein

    Anhebung des Rentenalters früher Renteneintritt Generationenvertrag Gesetzliche Rente Hans-Böckler-Stiftung Renteneintritt Rente mit 63 Umfrage Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI)

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