Hotelklassifizierung: Wie werden die Hotelsterne vergeben?

Die Einteilung in einzelne Kategorien erfolgt in Deutschland ebenso wie in anderen Ländern nach Hotelsternen.

Seit 1996 wird diese Hotelklassifikation in Deutschland auf freiwilliger Basis der Hotellerie vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (kurz: DEHOGA) oder seit 2010 durch vom europäischen Verband „Hotelstars Union“ durchgeführt. Diese Klassifikation hat drei Jahre Gültigkeit und ist kostenpflichtig.

Eine Hotelklassifizierung in Form von Sternen ist kein Muss

Der typische Hotelgast wünscht in der Regel einen sicheren und transparenten Überblick in Bezug auf Leistungs- und Qualitätsspektrum. Die Kriterien für die Sternekategorie nach „DEHOGA“ wie auch „Hotelstars Union“ geben dem Gast einen problemlosen und schnellen Vergleich für seine Entscheidung. Zertifizierte Beherbergungsbetriebe erreichen über ihren „Sternencharakter“ eine deutliche Positionierung und einen klaren Wettbewerbsvorteil. In- und ausländische Reisende suchen und wählen ihren „Schlafplatz“ außerhalb der Kettenhotellerie nach verlässlichen Kriterien aus.

Und letztlich: Sterne in der Hotellerie sind vom Gast anerkannte Charakterisierungsmerkmale des Dienstleistungspakets eines Hotels. Diese Charaktereigenschaften sind insbesondere bei digitalen Buchungssystemen von größter Bedeutung, denn nur so lassen sich Hotels problemlos und prägnant in jene Listen, Tabellen und knappen Rahmen einfügen, die Grundlage für Buchungsentscheidungen sind.

Bei meinen Reisen entdecke ich aber auch Hotels, welche sich dieser kostenpflichtigen Klassifikation nicht angeschlossen haben, weil sich diese z.B. nicht einordnen wollen bzw. nicht einordnen lassen. Das Schlosshotel Münchhausen in Aerzen nimmt zwar am „sternenreichen Firmament“ keinen Platz ein – hätte aber durchaus in Ausstattung und Qualität das deutsche Maximum Fünfsterne-Superior verdient.

Zukünftig noch mehr Kundenorientierung und mehr Europa

Das erste ausdefinierte Sterne-System ist 1979 in der Schweiz entstanden. Es folgten einige Jahre später Österreich und Deutschland. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) führte 1996 ein System ein, welches wesentlich mehr Kriterien enthielt als jenes der Schweiz. Diese Klassifizierung beeinflusste in den Folgejahren maßgeblich die Ausgestaltung des länderübergreifenden Sternesystems der Hotelstars Union. In vielen europäischen Ländern erfolgt eine Hotelklassifizierung durch eine Behörde oder einen Fachverband. Klare und gesetzliche Vorgaben gibt es in Belgien, Dänemark, Griechenland, Italien, Malta, Niederlande, Portugal, Spanien und Ungarn.

2010 haben die Hotelverbände aus Deutschland, Niederlanden, Österreich, Schweden, Schweiz, Tschechien und Ungarn 2010 das gemeinsame Klassifikationssystem „Hotelstars Union“ mit dem Ziel gegründet, den verursachten „Sternestaub“ zu bereinigen und für mehr gemeinsame Klarheit zu sorgen.
Die Klassifizierung der „Hotelstars Union“ enthält 21 Grundprinzipien mit einem umfangreichen Kriterienkatalog, welcher 270 einzelne Positionen verschiedener Kategorien enthält.
Neu und spannend ist die Tatsache, dass der Gast in die künftigen Verfeinerungen und Entwicklung der Charakteristik einbezogen wird. Mittels Gästebefragungen werden die Erwartungen und Ansprüche der Hotelgäste ermittelt und in das System eingearbeitet. Im Zielfokus liegen ganz klar „Qualitätsmanagement, Wellness und u.a. auch der Schlafkomfort.

Einteilung der Hotelklassifizierung

Nach meiner Erkenntnis setzt das deutsche „Sternesystem“, verglichen mit der Klassifikation anderer Länder, höhere Maßstäbe. Deutsche Ordnung eben!
Bei genauer Betrachtung der Kriterien fällt zudem auf, das die Einteilung der Hotels in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich erfolgt. Ein Hotel in den Großstadtregionen wie Hamburg, Berlin, Frankfurt etc. haben meist eine höhere Sterne-Bewertung als vergleichbare Hotels in den sogenannten Flächenstaaten wie z.B. Bayern oder Mecklenburg-Vorpommern. Dies ist bedingt dadurch, dass die Serviceanforderung von Geschäftsreisenden in den Städten insgesamt höher ist. So wird z.B. ein 24-Stunden-Service in Urlaubsregionen selten eingefordert.

Die Hotelklassifizierung erfolgt nach strengen Maßstäben: Der Nachweis für Mindeststandards ist für Hotels unabdingbar. Diese Parameter erfolgen nach verschiedenen Kriterien und geben Aufschluss über das Gebäude, das Zimmer- und Raumangebot, die Einrichtung und deren Ausstattung. Auch Serviceleistungen, Qualitätsmanagement und Freizeit- bzw. Wellnessangebote innerhalb des Hotels sind maßgeblich für die Einteilung.

Weitere Informationen zu den Kriterien und zum Ablauf der Klassifikation finden Sie hier!

2 Meinungen

  1. Sehr informativer Artikel. Ich glaube, die wenigsten Leute wissen, welche Kriterien für die Vergabe der Sterne maßgeblich sind. Da werde ich doch auf meinem Blog http://5sternewellness.com auch mal einen Artikel schreiben.

  2. Das ist wirklich interessant, hab mir öfters darüber Gedanken gemacht!

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