History Matters

Die Nationalbibliothek Großbritanniens hat dennoch das britische Volk aufgerufen, ihren 17. Oktober 2006 für das Projekt "History Matters – One Day In History" zu protokollieren. In Kooperation mit der britischen Kulturerbe-Stiftung, dem National Trust, aufgezogen, soll das Projekt einen "Schnappschuss des alltäglichen Lebens zu Beginn des 21. Jahrhunderts" liefern und ein "faszinierendes Archiv der Sozialgeschichte" sein [via heise ]. Die BBC bezeichnet das Projekt mittlerweile als "Britain´s biggest blog". Nach Angaben des Senders haben am 17.10.2006 bis zum frühen Abend bereits mehr als 8.000 Briten ihren Tagebucheintrag abgegeben. Redaktionsschluss ist der 31. Oktober 2006.

Die das Projekt begleitenden Historiker schwärmen von der Aussagekraft der Einträge. Allerdings mit dem Fokus auf "in ein paar hundert Jahren". Der Historiker Cannadine äußerte sinngemäß: "Das Wunderbare an diesen Einträgen ist, dass wir heute noch gar nicht wissen können, was daran in der Zukunft interessant sein kann. Vielleicht werden zukünftige Historiker erstaunt sein, dass wir am 17. Oktober 2006 noch Fleisch gegessen haben und private Kraftfahrzeuge gefahren sind."

"Was für ein verkopfter Mist." rufe ich in mich hinein. Als gäbe es nicht schon genügend Blogs mit dem Fokus auf Belanglosigkeit. Muss da von offizieller Seite und aus Steuergeldern finanziert unbedingt noch einer draufgesattelt werden? Schaut man sich die Einträge stichprobenartig an, werden die übelsten Befürchtungen Realität.

Die Briten regen sich darüber auf, dass England im Fußball gerade keine Rolle spielt. Sie denken über den Wiedereinmarsch nach Indien nach, weil England im Cricket gegen Indien unterlegen ist. Sie bedanken sich für den fortdauernden Irakeinsatz bei ihrem aktuellen Premier. Sie freuen sich darüber, dass man in Pubs nunmehr durchsaufen kann. Und natürlich der Dauerbrenner, die Abwanderung von Produktionsstätten ins Ausland, findet auch ausreichend Raum. Nichts also, was nicht in unzähligen bestehenden Blogs bereits x-mal thematisiert ist.

Ein Gutes hat das Projekt aber. Es kostet britische Steuermittel und nicht unsere…

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