Highlights der Motorworld Classics Berlin 2019

Ja, selbstverständlich gab es jede Menge Benze bei der Motorworld Classics Berlin 2019 zu sehen. Aber das waren längst nicht die einzigen Hingucker auf der erstmal zusammen mit der „Boot & Fun“ abgehaltenen Oldtimermesse.

John D’Agostino, Star der US-Customizer-Szene, kürte am Freitag, den 22. November das edelste Fahrzeug der Messe mit seinem begehrten „Chrystal Award of Excellence“. Prämiert wurde ein Ford Sedan von 1929 mit 300 PS, ein klassischer Hot Rod von Crank it! US Cars & Customs, der mal edel in Hochglanz-Schwarz und nicht im ewigen Rat-Look auftrat. Da war die Freude für Inhaber Jamie Faulkner, der noch einen aufgeladenen Methanol-Dragster und einen weiteren Camaro mit die Viertelmeilenhatz dabei hatte, natürlich groß. Einige Meter weiter löste ein 58er Edsel Corsair so manche Vagina-Monologe aus, die allerdings fehl am Platz waren: Es war nicht das Kühlergrilldesign, das prüde Amerikaner auf die Palme gebracht hatte, sondern vielmehr eine handfeste Wirtschaftskrise, die damals allen amerikanischen Mittelklasse-Anbietern bemerkenswerte Absatzeinbußen gebracht hatte.

US-Cars lockern die Oldtimermesse auf

Überhaupt waren historische US-Cars reichlich bei der Motorworld Classics Berlin vertreten – sei es ein Chevrolet C10 Custom Deluxe mit Hardtop und langem Radstand, sei es ein 57er Buick Special, sei es ein ganz gewiss nicht wegen seiner lächerlichen Fahrleistungen unsterblicher DeLorean DMC12? Die Oldtimermesse am Funkturm hatte für jeden US-Geschmack etwas dabei, nicht nur feinstes Detroit Iron: In einem in mühevollster Handarbeit auf Hochglanz polierten Alu-Trailer des legendären Herstellers Airstream brutzelten saftige Burger und andere handfeste Leckereien. Wer Luxus bevorzugte, hatte es auch nicht schwer – ein 60er Cadillac Cabrio zeigte wahre Größe, ein Buick Boattail-Riviera allerschärfste Kurven und ein sagenhaft absurdes Boutique Car Marke Tiffany eventuelle Schwierigkeiten in Punkto Stilsicherheit.

Noch mehr Amis bei der Motorworld Classics Berlin

Pony Car Fans fanden gleich drei Legenden auf engstem Raum: ein wirklich prächtiger Plymouth ‘cuda, ein nicht gänzlich überzeugender Dodge Challenger vom gleichen Anbieter oder ein Nachbau des immerzu klugscheißenden Pontiac Trans Am-Derivats K.I.T.T. aus der TV-Serie Knight Rider gleich gegenüber. Ein paar Schritte weiter dann ein zum Billard-Tisch degradierter Mustang und ein sensationell herausgeputzer Chevrolet Camaro RS/SS, ebenfalls in strahlendem Rot. Doch lieber eine Corvette C1, ein rallye-erprobter Studebaker Power Lark oder eine wilde Cobra Mk IV? Etwas moderneres als die Heckschleuder aus Shelbys Schlangengrube wäre genehmer? Vielleicht ein Ford GT40? Ein Nachbau zwar, aber zum Filmstart von „Le Mans 66“ natürlich bestens vom Timing her. Bodenständiger als die Mittelmotor-Rakete kam da auf alle Fälle ein matter Oldschool-Rod mit Flattie-V8.

Den Berliner Bären aufbinden

Zudem hat die Motorworld Classics Berlin 2019 besondere Exponate mit den Berliner Bären ausgezeichnet. In fünf Kategorien – ganz berlinerisch und mit einem Augenzwinkern – verlieh sie die Auszeichnungen für „Dit Originalste“ einem Barkas B1000, der als Unfallaufnahmewagen der Volkspolizei aus der DDR erst 1990 in den Dienst gestellt und 1991 bereits wieder berentet wurde, von Comco Autoleasing. „Dit Seltenste“ wurde ein MT77-Rennwagen, den die Rennstrecke Schleizer Dreieck mitgebracht hatte, „Dit Knuffigste“ ein Glas Goggomobil TL 400 aus dem Jahr 1958 vom Glas Automobilclub International. Gewinner der Kategorie „Dit Beste“ war ein außergewöhnlicher Matford V8-48 des Baujahrs 1936 aus dem Elsass, den Haller Klassische Automobile ausstellte, und als „Bester Clubstand“ wurde der Fotospot, der das Publikum wunderbar einbezog, von der Motoren-Veteranen-Gemeinschaft (MVG) mit prämiert.

Bilder: ©Arild Eichbaum


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