Herbst und „Hausmitteilung“

Als Rechtfertigung sollte der Name des Portals herhalten dürfen, germanblogs – Deutsch überall, in meinem Fall im amerikanischen Ausland. Dennoch, im Vergleich mit meinen Kollegen des Portugal (http://portugal.germanblogs.de/) und Wales Blog (http://wales.germanblogs.de/) zum Beispiel, gibt es bei mir weniger Infos zu Land und Leuten. Deshalb habe ich mich entschieden, von nun an öfter von Reisen und Ausflügen zu berichten, die mit Amerika zu tun haben und nicht nur mit deutschen Schriftstellern/Regisseuren/Musikern in den USA. Hiermit verspreche ich keine Regelmässigkeit und ich sage auch gleich, ich kann keine Unmittelbarkeit bieten. Meine Reisen nach New York liegen ein Jahr zurück (dafür fuhr ich 1 – 2 mal im Jahr vier Jahre hintereinander), ich würde also ‚aus dem Archiv‘ schreiben. Die Stadt ist aber wegen ihrer Nähe zu Boston sehr wichtig für mich oder überhaupt für viele Neuengländer. Es ist von der Sache her kein Problem, zu einer Aufführung nach New York zu fahren. Nur empfehle ich dazu die öffentlichen Verkehrsmittel, denn Parken in NYC ist kein Spass und eine enorme zusätzliche Ausgabe. Details folgen in einem späteren Eintrag.

Nun wieder was zeitlich Naheliegendes: der Herbst ist nicht nur da, er geht schon wieder mit Riesenschritten seinem Ende entgegen und auf den Winter zu. Und damit willkommen Kälte und Schnee! Wer hat es wieder mal als erstes bemerkt und uns wissen lassen?! Richtig, Starbucks! Pünktlich zum Monatsbeginn bietet die Kaffeekette wieder ihre beliebten Holiday Favorites an, in roten Pappbechern mit Schneesternen und Schlitten, Schneemann und warm verpackten Leuten bedruckt. Holiday Favorites sind also Kaffee mit Pfefferkuchengeschmack, Pfefferminz Mocha und Kaffee mit Eierpunsch (Egg-nog) ohne Alkohol versteht sich.

Zum Herbst gehört auch der Truthahn zu Thanksgiving, auf den der örtliche Supermarkt seit Wochen vorbereitet. Für jede 25 Dollar, die der Kunde ausgibt, erhält er einen sogenannten Turkey Point. Hat er 16 zusammen (also 400 Dollar ausgegeben), bekommt er einen (toten, gefrorenen) Truthahn plus Zutaten geschenkt. Der Supermarkt ist dekoriert mit Luftballons, auf denen die Truthähne noch sehr lebendig herumlaufen. Zeitschriften locken mit Kochrezepten und dem ultimativen Nachtisch fürs Thanksgiving dinner. Das ist so die Zeit im Jahr, in dem Alleinstehende und internationale Studenten nervös werden … hat sie jemand zum Truthahn(fr-)essen eingeladen?

Ich hatte schon im ersten Jahr Glück. Einer meiner Professoren hatte mich eingeladen. An diesem Tag trifft sich die ganze Familie, Kinder, Kindeskinder. Alle reisen meilenweit, teilweise von einem Ende des Landes zum anderen. Thanksgiving ist die Zeit der Fluggesellschaften und vollen Autobahnen schlechthin. Je nach Tradition der Familie ist das eine ‚geschlossene‘ Angelegenheit und kann für den Fremden unangenehm oder gar langweilig werden (wenn nur Familienangelegenheiten besprochen werden). Aber gleichzeitig nutzen ein paar Familien auch die Möglichkeit, ihr Haus Freunden und Bekannten zu öffnen. Die erste Thanksgiving Feier, die ich besuchte, war so ein offenes Haus. Und ich habe gleich eine Lektion in Klischeees erhalten: „meine" Familie setzte sich nämlich nicht gmeinsam an einen Tisch und läutete das grosse (Fr-)Essen ein, sondern bot stattdessen alles an einem Büfett an.

(Fortsetzung folgt)

Keine Meinungen

  1. Guter Film nach Deiner Beschreibung, „Die Rebellion“, werde ich mir merken,Annette Strauch vom Wales Blog.

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