Goethe vergoogelt

Also fangen wir mal an: Eine Suche mit »inauthor:goethe« und der Einschränkung »Bücher mit Vollansicht« erzeugt 78.800 Treffer – das könnte ein nicht unerheblicher Teil der Goethe-Literatur sein. Schauen wir uns die ersten Treffer an:

Das erste Buch ist eine Auswahl von Briefen von und über Goethe und Schiller, die August Diezmann 1855 herausgegeben hat. Der nächsteTreffer aber scheint gleich ein Prunkstück zu sein: Es handelt sich um einen Band aus der Ausgabe letzter Hand der Goetheschen Werke von 1827. Lesen wird die Ausgabe keiner mehr wollen, aber zum Suchen und zum Abgleich von Textvarianten kann das sehr nützlich sein. Welcher Band es ist, steht nicht da, aber wir können ihn ja mal aufblättern:

Das Titelblatt kommt merkwürdig schief daher, verrät uns aber, dass es sich um den dreizehnten Band handelt. Zwei Seiten später finden wir das Inhaltsverzeichnis, das nun schon so schief eingescannt ist, dass man es nurmehr gebrauchen kann, wenn man ohnehin schon weiß, wie die Titel lauten. Und dann geht’s los: Schief eingescannte Seiten, unlesbare Scanns, abgeschnittene Ränder oben, unten, rechts und links, wiederholt eingescannte Seiten, deren erste Version so unbrauchbar ist wie die zweite, weiße Flecken auf den Seiten. durchschlagende Buchstaben von der Rückseite usw. usf. Zwischendurch auch mal eine Seite, die man gebrauchen kann, aber alles in allem nur unbrauchbares Zeug.

Naja, war vielleicht »Anfängerglück«. Schauen wir uns den vierten Treffer an: Ein Klick und – diesselbe Katastrophe. Vielleicht müssen wir die Ausgabe wechseln? Die Sämmtlichen Werke in 40 Bänden von 1840 sind ja auch ganz schön – wie schreibt Goethe: »Da reckte sie die Hand aus« – und manch ein Fund hat schon beinahe künstlerischen Wert.

Es mögen Zufallsfunde sein und sich gerade bei Goethes Werken ein Nest von Fehlern eingefunden haben, aber so, wie das jetzt ist, ist das unbrauchbar und noch weit vor dem von Google angesetzten Beta-Stadium. Und weil das Einscannen teuer da zeitaufwändig ist, wird wohl vieles so bleiben, wie es ist. Schade: »Ein großer Aufwand, schmählich! ist vertan!«

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