Gibt es jetzt eine Wunderwaffe gegen bösartige Tumore?

2017 stieg bei Frauen die Lungenkrebs-Sterberate um neun Prozent. Deshalb wird derzeit verstärkt über die Krankheit informiert. Ein ganz wichtiges Thema sind dabei die neuen Behandlungsmöglichkeiten. Denn moderne Medikamente sollen die körpereigenen Abwehrzellen jetzt gezielt aktivieren können, wodurch bösartige Geschwülste frühzeitig bekämpft und erkannt werden können. Aber wie wirksam ist die neue Therapie?


Ein echter Durchbruch in der Therapie von Lungentumoren soll der erst seit Kurzem eingesetzten Immunonkologie gelungen sein. Die geniale Idee: Das eigene Immunsystem soll Krebszellen erkennen und abtöten. Quasi wie ein Antivirenprogramm für den Computer. Aber kann das wirklich funktionieren?

Das Prinzip

Das Prinzip ist einfach: Unsere Abwehr hat die Aufgabe, Krankheitserreger unschädlich zu machen. Dazu nutzt es ein Netzwerk unterschiedlicher Zellen. Eine Schlüsselrolle spielen die sogenannten T-Zellen. Sie sind in der Lage, bösartige Körperzellen aufzuspüren und zu neutralisieren. Unsere T-Zellen könnten eigentlich auch Geschwülste als gefährlich erkennen und sie bekämpfen. Aber leider haben Tumore Strategien entwickelt, um die Abwehr zu verwirren. Sie sorgen dafür, dass die T-Zellen kein Signal mehr erhalten, um den Krebs anzugreifen. Er kann also ungestört weiterwachsen. Hier greift die Immunonkologie ein. Sie aktiviert genau diese eingeschlafenen T-Zellen. Sie können ihre Arbeit wieder aufnehmen und alle bösartigen Zellen abtöten. Je nach Tumor werden den Patienten nach der OP die entsprechenden immunonklologischen Medikamente per Infusion und meist ambulant verabreicht. Die Dauer wird bei jedem ganz individuell festgelegt.

Nebenwirkungen

Die neue Therapie kann aber auch Nebenwirkungen haben. Bei Medikamenten der ersten Generation traten beispielsweise Hautausschläge oder Fieber auf. Bei neueren Generationen ist die Rate der Nebenwirkungen deutlich geringer.

Vorteile

Dem entgegen steht ein großer Vorteil: Die Therapie wird von der Krankenkasse bezahlt. Einer der Gründe könnte sein, dass die beeindruckenden Erfolge nicht nur bei Lungenkrebs, sondern auch bei schwarzem Hautkrebs, Nierenzellkarzinomen, Kopf- oder Halstumoren vorweisen können. Zudem laufen vielversprechende Studien für Blasen-, Speiseröhren-, Magen- und Leberkrebs.

Aber der wohl größte Vorteil der Immunonkologie ist der, dass die Therapie nicht nur das Leben der Betroffenen verlängert. Auch die Lebensqualität verbessert sich. Viele Patienten können ganz normal ihren Alltag gestalten und oft sogar arbeiten. Und Mediziner sind sich einig: Die Immunonkologie bringt die Krebsbekämpfung einen Schritt weiter!

Foto: Thinkstockphotos, iStock, 464678658, Szepy

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